Notizen über einige Häfen an der Südküste Australiens,
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Die Frage, ob die Eisverhältnisse in den verschiedenen Jahren wesentlich
von einander abweichen, wie Prof, Mohn noch annimmt, beantwortet Lieutenant
Hovgaard mit Nein; in den drei Jahren, in welchen er das Meer besucht hat,
1878, 1882 und 1883, sind die Verhältnisse im Grofsen und Ganzen dieselben
gewesen, und die verschiedene Beurtheilung, welche sie erfahren haben, dürfte
daher lediglich dem Eindrucke zuzuschreiben sein, unter welchem die das Meer
besuchenden Schiffe gestanden haben, je nachdem sie durch die gröfsere oder
geringere Gunst des Schicksals eine mehr oder weniger eisfreie Passage fanden
oder von vorn herein vom Eise besetzt und‘ von demselben festgehalten wurden.
Zur Erhärtung dieser Ansicht, dafs die Bewegungen des Eises sich jähr-
lich in der oben geschilderten Weise wiederholen, mag noch eine von der
„Düiümphna“ nördlich von der Karischen Pforte gefundene und sich bis dicht
an dieselbe erstreckende Lehmbank dienen, und die Thatsache, dafs gleichzeitig
der gröfste Theil der dort angetroffenen Eisblöcke mit Lehm bedeckt war. Die
Entstehung der Bank durch die bei der Zerstörung der Eisblöcke zu Boden
sinkenden Lehmmassen deutet auf eine Jahrhunderte lange Wiederholung dieses
Vorganges hin.
Notizen über einige Häfen an der Südküste Australiens,
Port Adelaide, Wallaroo, Caroline (Kingston), Victor, Augusta, Pirie,
Die folgenden Notizen sind der in Adelaide von der Regierung ver-
öffentlichten Zusammenstellung von „Particulars respecting the several ports in
St. Vincent and Spencer Gulfs etc.“ entnommen, und mögen zur Berichtigung
und Vervollständigung der betreffenden Segelanweisungen dienen,
1. Port Adelaide.‘)
Observationspunkt: SnapperPt, 34° 46‘ 50“ S-Br, 138° 31' 0” O-Leg.
Port Adelaide Creek. Der Creek, welcher vom Golf von St. Vincent
nach Port Adelaide führt, ist ca 9 Sm lang und hat eine Tiefe von nicht weniger
als 5,5m bis 6,1m bei Niedrigwasser und 8,1m bis 9,1m bei Hochwasser,
Die äufsere Barre besteht aus Sand und Muscheln; der Durchstich
ist 1067m lang und auf dem Grunde überall mindestens 76m breit. Die augen-
blickliche Tiefe des Kanals beträgt 6,4m bei Niedrigwasser, 8,7m bei Hoch-
wasser.
Die innere Barre besteht aus Kalkstein; der Durchstich ist 2895m
lang und 45,7m breit, hat nicht unter 5,4m Wasser bei Niedrigwasser und
ca 8,2m bei Hochwasser.
Der Bootskanal, ca 1/4 Sm NO: vom Leuchtthurm, welcher früher von
kleinen Fahrzeugen benutzt wurde, ist jetzt ganz mit Schlamm angefüllt,
Wasserversorgung. Es gehen Wasserleitungen nach allen Anlege-
brücken, und kann Wasser zu folgenden Preisen erhalten werden:
Bis 250 Gallons. . . . .- 1 sh.
von 250—500 Gallons . . . 1%»,
500—700 0 +... 2
„ 700—1000 „ +... 383
Gezeiten. Bei Semaphore -
Hafenzeit 4* 40”, Höhe der Springfluthwelle 2,4m, Höhe der Nippfluthwelle 1,5m,
Bei Port Adelaide
Hafenzeit 5* 25”, Höhe der Springfluthwelle 2,6 ın, Höhe der Nippfluthwelle 1,7 m.
Lotsen. Port Adelaide ist der einzigste Hafen der Provinz, in welchem
Lotsenzwang herrscht. Es giebt neun Lotsen, deren Pflicht es ist, spätestens
2 Sm vom äufseren Ende der Semaphore-Mole an Bord zu kommen. Die ge-
setzlich festgesetzte Taxe ist für Schiffe bis 100 Registertons 2 Lstrl. 10 sh.,
1) „Australia Directory“, Vol. I, 1876, S. 196.