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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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1. Reise des Bremer Vollschiffes „Hansa“, Kapt. B. 6. Kimme. 
Am 17. September 1879, während einer am 12. September angetretenen 
Reise von Bremen nach Baltimore, befand sich das Vollschiff „Hansa“ in der 
Nähe von Fair Island. Von hier aus war der Verlauf der Reise nur ein sehr 
langsamer, man hatte fast ununterbrochen gegen westliche, nicht selten zum 
Sturme zunehmende Winde zu kämpfen, die jeden rascheren Fortgang unmöglich 
machten und das Schiff bis nach 62° N-Br in 20° W-Lg, wo man am 28, Sep- 
tember stand, drängten. Auch nachdem man westlich von der Neufundland- 
Bank gekommen war, trat anfänglich noch keine Veränderung dieser ungünstigen 
Verhältnisse ein; erst im Westen von 60° W-Lg kam kräftiger Nordwind durch, 
bei dem, um ihn ausnützen zu können, auf südwestlichem Kurse der Golfstrom 
gekreuzt wurde. Man gelangte während der Reise nach 30° W-Lg in 56° N-Br 
am 5. Oktober, nach 50° W-Lg in 44° N-Br am 18. Oktober, nach 60° W-Lg 
in 40° N-Br am 25, Oktober und nach 70° W-Lg in 34,7° N-Br am 29, Oktober. 
Am 2. November befand „Hansa“ sich in der Nähe vom Kap Henry. Die 
Reise über den Ocean hatte 46 Tage gedauert. 
Am 16, Dezember war „Hansa“, nun auf der Rückreise nach Bremen 
begriffen, wieder auf offener See. Von fast nur aus westlicher Richtung kom- 
menden Winden begünstigt, konnte die Fahrt über den Ocean jetzt in rascher 
Weise vollendet werden. Als jedoch die Aufsengründe vor dem Kanale er- 
reicht worden waren, lief der Wind nach Osten um, und wurde durch diesen 
Umstand die Reisedauer noch um ein Bedeutendes verlängert. Wiederholt 
wurden während der Reise heftige Stürme angetroffen; der stärkste herrschte 
am 2. Januar in 47° N-Br und 28° W-Lg. Er begann aus Süd und endete aus 
NW; während desselben beobachtete man kurze Zeit vor dem Ausschiefsen 
des Windes den niedrigsten Luftdruck zu 747,4 mm. „Hansa“ kreuzte 70° W-Lg 
in 37,5° N-Br am 18. Dezember, 50° W-Lg in 42° N-Br am 27. Dezember und 
30° W-Lg in 46,5° N-Br am 1. Januar 1880. Am 14. Januar erreichte das 
Schiff die Mündung des Kanals; die Reisedauer betrug 29 Tage. 
2. Reise des Bremer Vollschiffes „Friedrich“, Kapt. L. Brüggemann. 
Am 5. September 1879 stand das von Bremen nach New-Orleans be- 
stimmte Vollschiff „Friedrich“ in 48,5° N-Br und 7,5° W-Lg. Bei veränder- 
lichen, meist jedoch aus nordwestlicher Richtung kommenden Winden segelte 
man von hier aus nach Südwesten und hatte am 14. September 34° N-Br in 
18,5° W-Lg erreicht. Hier nahm der kräftige Wind, rechts drehend, nord- 
östliche Richtung an, und schien es, als ob das Passatgebiet erreicht sei, In- 
dessen lief der Wind, nachdem 28° N-Br überschritten worden war, wieder 
nordwestlich, und erst in 23,5° N-Br und 26,5° W-Lg fand man den eigentlichen 
Passat, mit welchem frisch und fast ungestört wehenden Winde der ganze 
noch übrige Theil der Reise zurückgelegt wurde. „Friedrich“ kreuzte 40° N-Br 
in 15,7° W-Lg am 11. September, 30° N-Br in 21° W-Lg am 15. September 
und 20° N-Br in 34° W-Lg am 22. September, Der Meridian von 30° West 
wurde in 21,4° N-Br am 21. September und der von 50° West in 17° N-Br 
am 26. September überschritten. Am 30. September passirte das Schiff den 
zwischen Guadeloupe und Monserrat liegenden Kanal, am 7. Oktober bei sehr 
kräftigem Ostwinde die zwischen Jamaica und Haiti liegende Strafse, Auch 
weiter nach Westen hin hielt der günstige Wind noch an. Schon am 10, Ok- 
tober konnte die Westspitze Cubas umsegelt werden, und am 12. Oktober befand 
„Friedrich“ sich in der Nähe der Mississippi-Mündung. Die Reisedauer von 
der Kanalmündung ab betrug nur 37 Tage. 
Am 15. Dezember trat das nach Bremen bestimmte Schiff die Rückreise 
an. Auch auf dieser traf man im Golf von‘ Mexico recht günstigen NE-Wind, 
mit dem rascher Fortschritt erzielt werden konnte. Schon am 18, Dezember 
wurde in 24,5° N-Br 80° W-Lg überschritten; und da östlich davon der Wind 
südöstlich lief, man hier auch von der kräftigen Strömung begünstigt wurde, 
so konnte zwei Tage später schon die Enge von Bemini passirt werden. 
Weniger günstig, als die bisher beobachteten Winde waren diejenigen, welche 
man im Atlantischen Ocean fand. Der Westwind stand niemals kräftig durch,
	        
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