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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

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Tieflothungen etc. im Indischen Ocean im Sommer 1883. 
Meerbusen von Bengalen bis zum Rothen Meere, durch die zur Vorbereitung 
der Kabellegungen zwischen dem südlichen Asien und Europa bis Suez aus- 
gesandten britischen Schiffe „Serpent“, „Hydra“, „Cyclops“ u. 8. m. 
Für den Raum zwischen 0°—30° S-Br und 65°—110° O-Lg, über welchen 
gerade die Routen der Reis- und Theeschiffe hindurch gehen, besafßsen wir bisher 
theils keine Lothungen, theils verhältnifsmäfsig nur wenige und sehr zerstreute 
an der Ostküste von Südafrika, in dem Kanal von Mozambique und von diesem 
bis Zanzibar, sowie längs dem Aequator.') Diese Lücken sind jetzt durch 
71 Lothungen und Temperaturmessungen der „HKnterprise“, Commander Barker, 
dem wir die interessanten Reihen von Tieflothungen zwischen Kap Verde und 
Kapstadt verdanken (s. „Aun. d. Hydr. etc.“, 1883, pag. 680), zum grofsen 
Theile ausgefüllt worden. In „The Evening Telegraph“, New- York, vom 6. No- 
vember 1883, sind diese Lothungen und Temperaturmessungen tabellarisch 
zusammengestellt, welche wir hier nebenstehend (pag. 55) wiedergeben. 
Diese Messungen vertheilen sich auf die Meeresstrecke zwischen Port 
Natal und der St. Augustin-Bai, von dieser längs der Westküste von Madagaskar 
bis Nossibe (No. 1—13), von dem Südende von Zanzıbar bis Mah6 (Seychellen- 
Inseln), und endlich von diesen bis zur Sunda-Strafse, Auf dieser letzteren 
Strecke wurden 23 Lothungen und Temperaturmessungen längs dem Aequator 
zwischen 66° und 95° O-Lg gewonnen (No. 14—71, von Juli 25 bis September 3, 
1883). Für den Atlantischen Ocean besitzen wir drei solcher Messungen längs 
dem Aequator (eine von der „Gazelle“ und zwei vom „Challenger“) und für den 
Stillen Ocean acht (vier von der „Gazelle“ und vier vom „Challenger“). 
Zum Vergleich mit der von der „Enterprise“, 1883, längs dem Aequator 
im Indischen Ocean gemessenen Boden-Tiefen und Temperaturen (s, No. 34—56 
der Tabelle) theilen wir hier die von der „Gazelle“ und dem „Challenger“ in 
dem Atlantischen und Stillen Ocean längs dem Aecquator gewonnenen Ergeb- 
nisse mit (vgl. Tab. zu pag. 190 der „Ann. d. Hydr. etc.“, 1877, und zu pag. 482 
der „Ann. d. Hydr. etc.“, 1879). 
Datum 
Breite | Länge | 
Ort 
Boden-Tiefe | Temp. 
Fad, | m | °C 
Schiff 
L 
Atlantischer Ocean. 
1876 März 14 | 0° 56‘ S 
„ April 7|0°15S 
1873 Aug. 7{0° 9N 
14° 23‘ W | 1640 3000] 26 | „Gazelle“ 
14° 25’ W | 2250 ] 4115 | 1,7 | „Challenger“ 
30° 18‘ W| 2275 | 4160 | 0,9 
IL. Stiller Ocean. 
1875 Juni 28 
„ Juli 2 
„ Juli 4 
_ Juni 26 
0 30 N 
il‘ N 
x x 
N SS 
1875 März 17 0°40N 
„Sept. 6,0° 38‘ S 
> Febr. 22} 0° 39 S 
„ März 1110°42'S 
134° 19° O0 
139°27'0 
142° 16‘ O0 
182° 99: 0) 
148° 41‘ O0 
[52° 34‘ W 
138° 55‘ O0 
147° 0'O 
2480 
1530 
1760 
24.00 
2650 
2425 
2000 
1100 
035 
2798 
3219 
4389 
8 
6 
1.7 
17 
4846 | 3.1 
4435 | 0,9 
3658 | 73 
20121 L9 
| „Gazelle“ 
„Challenger“ 
» 
” 
Hiernach sind die in dem” Stillen und Indischen Ocean gemessenen 
gröfsten Bodentiefen nahezu einander gleich und betragen ca 2600 Fad. oder 
4750—4850m. Die Bodentemperaturen schwanken in Tiefen über 2000 Fad. 
oder 3660m in dem Stillen Ocean zwischen 0,9° und 1,8°, im Indischen Ocean 
zwischen 0,8° und 1,7°, sind also in beiden Oceanen in denselben Tiefen 
nahezu gleich, 
1) Den Stand unserer Kenntnifs der Tiefenvertheilung im Indischen Ocean im Jahre 1880 
hat Otto Krümmel (jetzt Professor in Kiel) in seiner vortrefflichen 7%efen-Karte des Indischen 
Oceans (s. „Zeitschrift f, wissensch. Geogr.“, Jahrg. II, 1881, Taf. II) dargelegt, welche u. A. auch 
die vielen und ausgedehnten Räume deutlich vors Auge führt, in denen wir keine oder nur sehr 
spärliche Lothungen besafsen.
	        
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