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Auflösungen für das Zweihöhenproblem.
Die Resultate sind in genauer Vebereinstimmung mit Rümker’s
Rechnung (t = 11° 54‘ 21” und @ = 58° 54’), wobei in diesem Falle, wegen
der sehr kleinen Deklination und darum auch R sehr nahe an 90°, keine
Wiederholung nöthig war, Wollte man die Wiederholung auch bei der Rechnung
nach Douwes hier vermeiden, so hätte man, nachdem &@ genähert =— 58° 36°
tt
bestimmt war, womit dp = 40,034 , dg‘ = m. de‘ wird, also dp‘ = I
° 1
en — 48° 54‘ und damit schon g + dy — #' -+ de‘ —58°54'N für die
verbesserte Breite gehabt. Aber für den gewöhnlichen Gebrauch wird die
kurze Wiederholung doch schneller beschafft, und die Rechnung nach Rümker’s
Verfahren würde in anderen Fällen auch der Wiederholung bedürfen; dann
aber hätte die Douwes’sche Methode durch ihre Kürze wieder den Anspruch
auf Vorzug, — Zur Uebersicht der Zuverlässigkeit der Resultate des gegebenen
Beispiels und der etwa noch erforderlichen Verbesserung wegen der als
Konstante angewandten Deklination der Sonne wurden die Azimuthe und
parallaktischen Winkel berechnet:
A=—21° 32‘ A'= +13°46‘ A'—A = +35° 18° p= —10° 57 p=+7°6
womit die Differentialausdrücke folgende werden:
dp = -— 0,41. dh — 0,64. dh‘ + 0,40. dd + 0,63 . dd‘ + 0,03. de‘
dt = -- 3,25, dh — 3,12 .dh‘ — 3,20. dd + 3,09 . dd‘ — 0,10. de‘
Die einzelnen Deklinationen waren d=-+0° 3,0‘ und & = + 0° 1,0%.
Da letzteres allein benutzt, also dd‘ ==0 ist, so bleiben noch wegen dd = + 2,0“
die Korrektionen übrig:
üg= +0,40, dd = + 0,8‘ also schließlich #» — 58° 53,5‘ + 0,8‘ — 58° 54,3‘ N.
üt = —3,20. dd = — 6,4 — — 25,6°, folglich
ft = — 114" 46,6° — 25,6 — — 1% 15" 12,2
= -+0 47 374 — 256= +0 47 11,8
Die Uhr war demnach 24,2 Sekunden voraus gegen die wahre Ortszeit. Der
Einflufs der kleinen Deklinations-Aenderung auf die Zeitbestimmung ist diesmal
also unerwartet grofs gewesen, und um die nachträglichen Korrektionen dafür
zu vermeiden, hätte man die erste Höhe um die Deklinations-Aenderung multi-
plicirt mit dem Kosinus des parallaktischen Winkels = — 2’ cos p = — 1,96‘
verbessern können, wodurch die Breite von selbst 0,8‘ gröfser und der positive
Stundenwinkel um 25,6 Zeitsekunden kleiner geworden wäre.
Was nun schliefslich die Methode von Douwes im allgemeinen betrifft,
so ist nicht zu verkennen, dafs damit ein in seiner Art vollendetes Werk
geschaffen war, an dem sich wenigstens durch Veränderungen nichts verbessern
liefs und dessen günstige Aufnahme überall bei den Seefahrern ihre volle
Berechtigung hatte. Der abgesonderte letzte Theil dieser Rechnung zur
bequemen Breitenbestimmung aus einer Höhe in der Nähe des Meridians mit
genähert bekanntem Stundenwinkel (die sogenannte „Rising-Breite“ oder „Neben-
mittagsbreite“) hat gleichfalls ihren Ursprung in der Douwes’schen Methode.
Auch die moderne Methode der Längenbestimmung (von Littrow) aus zwei
Höhen in der Nähe des Meridians bei hinreichend grofsem Azimuth, ist
bekanntlich nichts Anderes als eine zweckmälfige Anwendung der Zeitbestimmung
nach der Methode von Donwes, Warum man indessen gleichwohl diese
Methode nach einem mehr als hundertjährigen bewährten Gebrauch wieder zu
verlassen angefangen hat, dafür lagen die Gründe zum Theil in dem Wunsche,
sich auf die gewöhnlichen Logarithmentafeln zu beschränken, welche jetzt auch
lie Stunden mit ihren Unterabtheilungen angeben, und mit den Douwes’schen
Hülfstafeln liefs man dann ebenfalls die Tafeln der natürlichen Sinus wegfallen.
Entstand schon hierdurch eine Verlängerung der Rechnung nach Douwes, so
ging man auch noch gern einen Schritt weiter zum Gebrauch einer strengen
Auflösung, welche keine Wiederholung der Rechnung erfordert. Andererseits
waren die ihrem Prineip nach so einfachen und viel weniger mathematisch