Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Juni 1884.
dann bis zum 7. November zum Bestimmungshafen. Es waren damals 156 Tage
seit der Abfahrt von 50° N-Br vergangen. Im nördlichen Theile des Stillen
Oceans hatte man während der 28 dort verbrachten Tage: 10° N-Br in
123,6° W-Lg am 14. Oktober, 20° N-Br in 127° W-Lg am 19. Oktober und
30° N-Br in 129,8° W-Lgy am 27. Oktober überschritten. Die Wasserwärme,
welche unweit 6° S-Br 24,8° C. betragen hatte, war in der Nähe des Aequators
auf 22,7° C. gesunken und stieg später wieder bis zum unweit 13,5° N-Br beob-
achteten höchsten Betrage von 28° C. Die zwischen Aequator und 3,5° N-Br
in zwei Etmalen einen Gesammtbetrag von 63 Sm erreichende Westströmung
versetzte das Schiff während 48 zwischen 8° und 13° N-Br verbrachter Stunden
56 Sm nach Osten.
Da der „Kaiser“ in San Francisco keine lohnende Fracht erhalten konnte,
versegelte das in Ballast geladene Schiff am 2. Dezember nach /lolo. Der frische
SE-Wind, bei dem die Reise angetreten wurde, sprang auf See bei auf 751,6mm
gesunkenem Barometerstande plötzlich uın nach W und wehte dann bei steigen-
dem Luftdrucke als mäfsiger Sturm. Als die Windstärke sich mäfsigte, ver-
änderte sich der Wind allmählich nach N und NE, und wurde man dann für
mehrere Tago durch kräftigen Ostwind begünstigt. Zum Passat wurde dieser
Wind jedoch noch nicht. Als „Kaiser“ sich am 9. Dezember unweit von
22,5° N-Br in 140° W-Lg befand, nahm der inzwischen nach S umgelaufene
Wind bis zum ganz leisen Zuge ab. Später beobachtete man für längere Zeit
frischen Südwind, der mehrere Male durch Stille unterbrochen wurde, und
aufserdem auch leichte südöstliche und westliche Mallung. Als „Kaiser“ sich
am 15. Dezember in 20° N-Br und 154° W-Lg, also in der Nähe der Hawaii-
schen Inselgruppe, befand, beobachtete man dort einen jener bei diesen Inseln
im Winter nicht seltenen, aus südlicher Richtung wehenden sogenannten Kona-
Stürme. Derselbe war von heftigem Regen und einem tiefsten Barometerstande
von 753,6mm begleitet und endete am 16. Dezember in Stille. Erst als „Kaiser“
sich am 20. Dezember in etwa 15,5° N-Br und 157° W-Lg befand, stellte sich
ein leichter Ostwind ein, der auffrischte und zum Passat wurde. Derselbe trat
zunächst indessen auch keineswegs beständig auf und war besonders häufig und
lange von heftigem Regen begleitet. Als das Schiff bis zum 5. Januar nach
15,7° N-Br in 163,5° Ö-Lg vorgerückt war, wurde der Passat wieder für
mehrero Tage durch leichte Mallung unterbrochen, und erst der auf diese am
10. Januar folgende NE-Wind wurde zum kräftigen beständigen Passat. Bei
diesem konnte das rasch segelnde Schiff dann während der nächsten sechs
Etmale eine Strecke von 1560 Sn nach W°%AN zurücklegen, also im Mittel eine
Schnelligkeit von 10,8 Kn einhalten. Am 17. Januar gelangte „Kaiser“ in Sicht
der Balingtang-Insel, am 21. Januar. wurde die Mindoro-Strafse durchsegelt, und
am 25. Januar ankerte das Schiff auf der Rhede von /oilo. Während der 53
zur Vollendung der Reise erforderlichen Tage hatte man: 30° S-Br in 126,3° W-Lg
am 4. Dezember, 20° S-Br in 151,5° W-Lg am 14. Dezember, 150° W-Lg in
20,2° N-Br am 13. Dezember, 180° Länge in 14,6° N-Br am 30. Dezember und
150° O-Lg in 16° N-Br am 11. Januar überschritten. Am 12. Januar hatte
„Kaiser“ sich in Sicht von der in der Marianen-Gruppe gelegenen Insel Farrelon
befunden.
Am 8. März ging „Kaiser“ von MNoilo aus wieder in See, um nach San
Francisco zurückzukehren. Derselbe gelangte .bei leichten, in der Nähe von
Panay, Mindoro und Luzon angetroffenen Land- und Seebriesen bis zum 16, März
nach 17° N-Br in 119,5° O-Lg und wurde dort dann für einen Tag durch Stille
und ganz leisen Zug festgehalten. Am 17. März stellte sich der mäfsige NE-
Monsun ein, bei dem man, jedoch häufig Schläge nach Osten machend, nach Norden
segelte, Am 21. März befand sich der nun von starker Nordströmung begünstigte
„Kaiser“ in Sicht des erst seit kurzer Zeit brennenden, sehr hellen Feuers des
auf Formosa gelegenen Kap Nan-sha; am 24, März wurde Pinnacle Island er-
blickt und am 27. März wurde der in Thätigkeit begriffene Vulkan auf wo
Island gesehen. Als das Schiff sich am 1. April in der Nähe von 31° N-Br
und 134° O-Lg befand, endete der bis dahin fast stets aus östlicher Richtung
wehende Wind in kurze Stille, und auf diese folgte ein jedoch nur einen Tag
anhaltender heftiger Westwind. Nachdem dieser ein Ende genommen hatte,
herrschten noch wieder für längere Zeit Ostwinde vor, die jedoch, da sie ent-
593