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Bewölkung und Sonnenschein des Mittelmeergebietes.
Oberhand, der für die Stationen Sardiniens sowie für ganz Mittel- und Süditalien als Eintrittszeit charakteristisch
ist. Der April ist nur noch der Träger eines sekundären Maximums, nächst März und Mai. Das Tyrrhenische
Meer werden wir mit Mittel- und Süditalien schon zu dem Gebiet mit Wintermaximum rechnen, das wir
nunmehr kurz überblicken wollen.
Es hat mit dem soeben betrachteten Gebiet seine ungefähre, aber einfache Grenze im 12. Längen
grad östl. v. Gr., den es mit dem Tyrrhenischen Meere und Nordalgerien überschreitet und hinter dem es
mit den Stationen Krains und Fiume zurückbleibt. In seinem Norden finden wir durchgängig ein Dezember
maximum; gehen wir längs der Achse der Apenninenlialbinsel nach Südosten, so kommen wir aus dem
Gebiet mit Dezembermaximum in Italien durch das östliche Mittelmeerbecken mit wechselndem Dezember-
und Januarmaximum nach Ägypten, wo, wie auch in Palästina und auf Cypern, überall der Januar
der trübste Monat des Jahres ist. Auf derselben Strecke verliert sich das sekundäre Maximum, das
wir in Italien im April, weiter südlich im März auftreten sahen. Schon Malta ist frei davon. Dort
wie in allen Gradfeldern des östlichen Mittelmeerbeckens ist es nur noch durch einen sanfteren Abfall der
Jahreskurve vom Januar zum Mai angedeutet, gegenüber dem steileren Abfall derselben von da zum Juli
minimum '). Der Teil des Jahres mit relativ starker Bewölkung verkürzt sich eben nach Südosten in
Parallele mit der zunehmenden Dauer und Intensität der Passatwinde * 2 ) mehr und mehr und konzentriert
sich lediglich auf den Winter.
Dieselbe Erscheinung tritt uns entgegen, wenn wir auf einem zu der eben beschriebenen Linie
parallelen Weg längs Dalmatiens Küste und durch Griechenland nach Ägypten gehen. Außer in Avlona
zeigt sich auf der ganzen Strecke sowie im Ägäischen Meere das Maximum im Dezember. Es ist begleitet
an der dalmatinischen Küste von einem sekundären Maximum im März, in Griechenland von einem solchen
im Februar. Auf Ivythera und Kreta ist es verschwunden zugunsten des einzigen Januarmaximums, das
nach Ägypten mehr und mehr die Oberhand gewinnt'), wie die folgende Tabelle zeigt.
Tabelle 10.
Station
Ragusa
(1882/96)
Durazzo
(1869/77)
Patras
(1894/03)
Nauplia
(1894/03)
Canea
(1880/91)
Gradfeld
Nr. 82 b,
sö.v.Kreta
(98/02,05/09)
Alexan
dria
(1870/09)
Oktober
10
4
1
2
-6
-5
-6
November
13
17
10
14
17
10
8
Dezember
15
19
18
21
25
16
15
Januar
10
10
15
13
25
22
17
Februar
4
8
17
15
25
16
12
März
11
10
15
10
8
11
7
April
10
8
15
10
5
5
-3
Mai
_2
-2
6
3
-6
-i
-5
Eine Ausnahme machen weiter im Osten nur die hochgelegenen Stationen in Palästina: Hebron,
Jerusalem und Le Krey, die neben dem absoluten Maximum im Januar im März ein sekundäres Maximum
aufweisen.
Die noch übrigbleibenden Gebiete, Kleinasien und die Balkanhalbinsel, haben ein ganz anderes
Windsystem, als wir bisher immer vorauszusetzen hatten 3 ); sie gehören außer ihren Süd- und Westküsten
auch nicht mehr zu den Ländern mit Mittelmeerklima 4 ). Für die von Beobachtungen freie Südküste von
Kleinasien gewinnen wir einige Anhaltspunkte durch die von Fitzner angegebenen Zahlen der Tage mit
Niederschlägen für die Stationen Adana, Mersina und Tarsus 5 ) und durch die Angaben von Tschichatscheff 6 ).
J ) Vgl. Kurveutafel.
2 ) Ygl. Krugler, a. a. 0. S. 79 u. 117.
3 ) Krugler, a. a. 0. S. 81 u. 87.
4 ) Hann, Handbuch der Klimatologie, Bd. 3, S. 152, 3. Aufl.
6 ) Dr. E. Fitzner, Niederschlag und Bewölkung in Kleinasien. Pet. Mitt., Ergh. Nr. 140. 1892.
6 ) Tschichatscheff, Asie mineure, Bd. 1. Paris 1856.
Archiv 1912. 2.
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