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Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Juni 1884.
25. April in 30° W-Lg von der südlichen zur nördlichen Halbkugel über. Am
Mittage des 23. März hatten sich die beiden Mitsegler „Irene“ in 39,7° S-Br
und 35,5° W-Lg, „Aequator“ in 40,5° S-Br und 35,7° W-Lg, noch nahe bei
einander befunden. Bei dem am 25. März einsetzenden SE-Winde hatte der
Schoner dann aber einen gröfseren Vorsprung gewonnen,
Auch in nördlicher Breite wurde „Zrene“ zunächst noch einige Tage durch
Stille und Mallung zurückgehalten. Erst nachdem sich am 25. April in etwa
1,5° N-Br und 34,5° W-Lg der NE-Passat eingestellt hatte, nahm die Reise
einen rascheren Verlauf. Eine Störung erfolgte wieder, nachdem „Irene“ bis
zum 5. Mai nach 18,7° N-Br in 42,7° W-Lg vorgerückt war. Der ganz schwach
gewordene Wind veränderte sich dort durch S nach SW, kehrte jedoch später
nach dem östlichen Halbkreise zurück. Unweit 23,5° N-Br in 407° W-Lg
stellte sich am 9. Mai wieder nordöstlicher Wind ein, der für die nächsten
Tage mit passatähnlicher Regelmäfsigkeit wehte. Später beschrieb der Wind
mehrere langsam verlaufende Drehungen nach rechte, und hielt sich derselbe
erst, nachdem er am 19. Mai in der Nähe von 36° N-Br und 35° W-Lg aber-
mals südwestlich geworden war, für längere Zeit im westlichen Halbkreise.
Nachdem vom 29. bis 31. Mai später noch wieder leichte östliche Winde beob-
achtet worden waren, führte endlich der am 1. Juni einsetzende NW-Wind das
Schiff in rascher Fahrt zur Mündung des Kanals. Am 4. Juni, 121 Tage nach
dem Antritt der Reise, wurde Lizard erblickt. In nördlicher Breite hatte man
44 Tage zugebracht und dort: 10° N-Br in 40,5° W-Lg am 30. April, 20° N-Br
in 42° W-Lg am 5. Mai, 30° N-Br in 40,3° W-Lg am 13. Mai und 40° N-Br
in 29,5° W-Lg am 22, Mai überschritten.
8. Reise der Geestemünder Bark „Madeleine Rickmers“, Kapt. J. Heins,
Die auf einer Reise von Cardif nach Singapore begriffene Bark „Madeleine
Rickmers“ überschritt am 24. August 1883 den Parallel von 50° Nord. Die-
selbe traf auf ihrem Wege nach Süden anfänglich zwar günstige, aber nur sehr
schwache Winde an und konnte daher erst bei dem sich am 30. August in der
Nähe von 42,5° N-Br und 14,3° W-Lg einstellenden frischeren Westwinde einen
befriedigend raschen Fortgang erzielen. Indem dieser Wind sich im Laufe der
nächsten zwei Tage langsam nach rechts veränderte, entstand aus ihm der
Passat, ohne dafs vorher irgend Störung beobachtet wurde. Die nördliche
Grenze desselben schien am 1. September in der Nähe von 36,5° N-Br und
16,2° W-Lg zu liegen. Der dort 764,5mm betragende Luftdruck erreichte drei
Tage später einen in 27,5° N-Br beobachteten höchsten Stand von 769,0mm,
Der zwischen 31° und 17° N-Br seine gröfste Stärke entwickelnde Passat be-
gleitete die Bark bis nach 13° N-Br und 26° W-Lg. In geringer Entfernung
von diesem Punkte betrat die Bark am 11. September den Stillengürtel, in dem
man bei leichter Mallung drei Tage zuhringen mufßste. Nach Verlauf derselben
wurde der in 11,2° N-Br und 25,7° W-Lg einsetzende SW- Monsun angetroffen,
bei welchem mit St-B.-Halsen gesegelt wurde, Gleichzeitig versetzt von
ginem in 48 Stunden einen Betrag von 60 Sm erreichenden Oststrom, segelte
„Madeleine Rickmers“ nun bis zum 19. September nach 4,1° N-Br in 19,3° W-Lg,
wendete dort und erreichte zwei Tage später den in 23,6° W-Lg überschrittenen
Aequator. Um zu demselben von 50° N-Br aus zu gelangen, waren 28 Tage
erforderlich gewesen; 40° N-Br hatte man in 15,1° W-Lg am 31. August,
30° N-Br in 19,9° W-Lg am 4. September, 20° N-Br in 24,6° W-Lg am 8. Sep-
tember und 10° N-Br in 25,4° W-Lg am 15. September gekreuzt. Die auf
einer Reise von Hamburg nach Valparaiso begriffene Hamburger Bark „Paul“,
welche den Kanal am 24, August verlassen hatte, gelangte zur Linie in 24,5°
W-Lg am 22. September. Dieses Schiff war gleich anfangs etwas gegen den
Mitsegler zurückgeblieben, und als „Madeleine Rickmers“ am 11. September den
NE-Passat in 13° N-Br und 26° W-Lg verlor, befand sich gleichzeitig „Paul“
noch in 17,8° N-Br und 25,7° W-Lg. Beim Uebergange des Schiffes vom Ge-
biete des Passats zu dem des SW-Monsuns wurde „Paul“ jedoch bevorzugt,
und war infolge dessen am 19. September Mittags, an welchem Tage beide
Schiffe wendeten, der Schiffsort von „Madeleine Rickmers“ in 4,1° N-Br und
19,4° W-Lg gegen den gleichzeitigen des „Paul“ in 4,6° N-Br und 20,2° W-Lg.