Eingänge von meteorologischen Journalen etc., September 1883.
51
18, Reise der Hamburger Bark „Indra“, Kapt. P. C. Wilder,
Am 13. November 1882, nicht weniger als 22 Tage nach dem Antritt
einer Reise von Hamburg nach Rangoon, befand sich die Bark „/ndra“ in der
Nähe von Seilly. Auf die bis dahin so ungünstigen Winde folgten nun nordöst-
liche und raume westliche Winde, bei denen man in befriedigend rascher Fahrt
nach Süden hin vorrücken konnte. Südlich von 39,5° N-Br hielt sich der Wind
beständig im nordöstlichen Quadranten, und entwickelte sich aus ihm später
der Passat, ohne dafs dessen polare Grenze sich deutlich kennbar machte. Ein
höchster Barometerstand von 776,0mm wurde unweit 39° N-Br abgelesen. Der
frisch und beständig wehende Passat begleitete „Zndra“, bis man am 2. Dezember
nach 6,5° N-Br in 25° W-Lg. gelangt war. Zur Ueberschreitung des sich bis
nach 4,6° N-Br in 23,5° W-Lg ausdehnenden Stillengürtels waren drei Tage
erforderlich. Nach Verlauf derselben stellte sich am 5. Dezember der SE-Passat
wieder ein, welcher die Bark bis zum 7. Dezember zu der in 24° W-Lg über-
schrittenen Linie führte.. Es waren damals 24 Tage nach der Abfahrt vom
Kanal verflossen. Während dieser Zeit hatte man: 40° N-Br in 165° W-Lg
am 18. November, 30° N-Br in 23,3° W-Lg am 23. November, 20° N-Br in
26,4° W-Lg am 28. November und 10° N-Br in 25,9° W-Lg am 1. Dezember
gekreuzt. Fast zur selben Stunde, in welcher „Zndra“ es that, ging in 27° W-Lg
die eiserne, von Cardif nach Rangoon bestimmte Bark „Capella“ von nördlicher
in südliche Breite über. Dieselbe hatte 50° N-Br in 9° W-Lg am 13. November
verlassen und sich am 1. Dezember Mittags in 6,6° N-Br und 24,6° W-Lg be-
funden, während „Indra’s“ Schiffsort gleichzeitig 8,8° N-Br. in 25,6° W-Lg
gewesen war. Beim Ueberschreiten des Stillengürtels war die letztere Bark
dann etwas begünstigt worden.
. Im Südatlantischen Ocean wurde „Indra“ bis nach 21,5° S-Br in 32,8° W-Lg
vom Passat begleitet. Unweit dieses Punktes nahm der Wind am 16. Dezember,
bei einem Barometerstande von 762,6mm, nordöstliche Richtung an, um später,
nachdem im Laufe des nächsten Tages eine Drehung nach links vollendet
worden war, nach SE zurückzukehren. Südlich von 28° S-Br herrschten leichte
umlaufende West- und Ostwinde, während, nachdem man 31° S-Br überschritten
hatte, der Wind sich beständig im westlichen Halbkreise hielt. „{ndra“ segelte
nun bis zum 5. Januar 1883 zu dem in 40,5° S.Br überschrittenen Meridian
von Greenwich. Um zu demselben von der Linie her zu gelangen, waren
29 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 10° S-Br in
30,8° W-Lg am 11. Dezember, 20° S-Br in 33,2° W-Lg am 15. Dezember und
30° S-Br in 33° W-Lg am 24. Dezember gekreuzt. Der Mitsegler „Capella“
hatte östliche Länge in 42,2° S-Br am 30. Dezember erreicht. Am 5. Januar,
and nahezu zur selben Stunde, wie „/ndra“ es gethan hatte, überschritt in
37,9° S-Br das eiserne, von Bremen nach Bassein bestimmte Vollschiff „Moltke“
den ersten Meridian. Dasselbe hatte die südliche Halbkugel in 28,2° W-Lg am
12. Dezember betreten. Während der Zeit, in welcher die erforderliche Länge
zurückgelegt wurde, ‘hielt sich „Indra“ meistens zwischen 43° und 44° S-Br.
Man fand ‚dort aus nördlicher und westlicher Richtung wehende Winde, die
zwar oft stürmisch auftraten; aber doch in keinem Falle bis zum ungewöhnlich
heftigen Sturme zunahmen. Mehrere Male wurden auch östliche Winde beob-
achtet, und an einem Tage herrschte sogar Stille. Am 28, Januar, dem 23. bis
dahin in östlicher Länge zugebrachten Tage, gelangte „Indra“ nach 38,2° S-Br
and 80° O-Lg. -„Capella“ Xreuzte 80° O-Lg in 33,5° S-Br am 26. Januar, und
„Moltke“ that dasselbe in 35,8° S-Br am 28. Januar.
Auf dem Wege zum Passat traf „Indra“ während der nächsten Tage
einen frischen Nordwind an, bei dem sich nur ein sehr geringer Fortschritt
erzielen ließ. Erst nachdem am 1. Februar in der Nähe von 37,5° S-Br und
86° O-Lg auf kurze Stille leichte südwestliche, sich bald nach SE verändernde
Briese angetroffen worden war, konnte wieder in rascherer Weise nach Norden
hin fortgeschritten werden. Nachdem dieser Wind später noch wieder zum
yanz leisen Zuge herabgesunken war, falste derselbe am 3. Februar in geringer
Entfernung von 35° S-Br und 86,3° O-Lg wieder durch und wurde Passat. In
der Nähe dieses Punktes wurde ein höchster Luftdruck von 769,7mm abgelesen.
Der zwischen 34° und 15,5° S-Br recht kräftig angetroffene Passat besafs
52