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Eingänge von meteorologischen Journalen ete,, Juni 1884
25° W-Lg antraf. Derselbe begann aus S und endete, nachdem vorher ein
niedrigster Luftdruck von 747,0mm abgelesen worden war, aus WSW. Am
16. Mai, nur 20 Tage, nachdem der Delaware verlassen worden war, erreichte
„Magdalene“ die Mündung des Kanals. Auf dem Wege dahin war: 70° W-Lg
in 37,6° N-Br am 28. April, 60° W-Lg in 37,2° N-Br am 2. Mai, 50° W-Lg
in 39,3° N-Br am 5. Mai und 30° W-Lg in 45,3° N-Br am 10. Mai überschritten
worden.
2. Reise der Hamburger Bark „Rosa y Isabel“, Kapt. 6. Schlüter,
Am 23. Juni 1883 verliefs die nach der Westküste von Mexico bestimmte
Bark „Rosa y Isabel“ den Kanal. Hoch südlicher Wind, bei dem dasselbe
geschah, führte das Schiff zu einem gut westlich im offenen Ocean gelegenen
Punkte hinaus, von dem aus man, nachdem der Wind am 1. Juli eine westliche
Richtung angenommen hatte, mit St-B.-Halsen segelnd, wieder in ziemlich be-
friedigender Weise nach Süden hin vorrücken konnte. Als die Bark in dieser
Weise bis zum 8. Juli nach 33,5° N-Br in 17,5° W-Lg gesegelt war, stellte
sich ganz leiser Zug und Windstille ein und nachdem diese drei Tage lang
angehalten hatten, trat ein leichter, sich allmählich nach rechts verändernder
NW-Wind an deren Stelle, der bald zum Passat wurde. Man überschritt dessen
in 30,2° N-Br und 20,3° W-Lg liegende polare Grenze am 13. Juli und beobachtete
dort einen höchsten Barometerstand von 767,0mm. Der später nur in geringer
Stärke wehende Passat begleitete die Bark nicht weiter als nach 18° N-Br in
26,6° W-Lg. In geringer Entfernung von diesem Punkte veränderte sich der
schwache Wind am 19. Juli durch N nach NW und nahm dann bis zum ganz
leisen Zuge ab. Südlich von 16° N-Br wurde man jedoch noch wieder durch
einen mehrere Tage anhaltenden frischen NE-Wind begünstigt. Nachdem auch
dieser am 24. Juli in der Nähe von 10,5° N-Br und 26,6° W-Lg ein Ende ge-
nommen hatte, traf die Bark während 24 Stunden Stille und leise Mallung
an, und darauf den mälsigen aber schralen SW-Monsun, bei dem mit St-B.-
Halsen gesegelt wurde. Am 30, Juli wurde in geringer Entfernung von 6,4°
N-Br und 20,8° W-Lg gewendet, südwestwärts gesegelt und am 2. August der
Aequator in 27,8° W-Lg überschritten. Es waren dann 35 Tage nach der Ab-
reise vom Kanal vergangen. Während dieser Zeit hatte man: 40° N-Br in
15° W-Lg am 5. Juli, 30° N-Br in 20,3° W-Lg am 13. Juli, 20° N-Br in
25,8° W-Lg am 18. Juli und 10° N-Br in 26,6° W-Lg gekreuzt. Am 7. August
ging in 29° W-Lg die nach Zquique bestimmte Hamburger Bark „Caroline Behn“
von nördlicher in südliche Breite über. Dieselbe hatte den Kanal am 26. Juni
verlassen und sich am Mittage des 29. Juni in 47,9° N-Br und 10,9° W-Lg
befunden, während „Rosa y Isabel“ gleichzeitig in 49,4° N-Br und 10,3° W-Lg
stand. Diese letztere Bark war später auf dem Wege zum Passat imstande,
mehr Länge anholen zu können, als der Mitsegler, und erreichte infolge dessen
die polare Passatgrenze in 30,2° N-Br und 20,3° W-Lgy am 13. Juli, etwa zwei
Wachen früher, als „Caroline Behn“ es in 30,3° N-Br und 17,4° W-Lg that.
In der Nähe der Kap Verde-Gruppe beobachtete auch diese Bark einen an zwei
Tagen gänzlich gestörten Passat, und schliefslich erreichte sie am 24, Juli die
in 10,8° N-Br und 26° W-Lg gelegene äquatoriale Passatgrenze. Am Mittage
dieses Tages war der Schiffsort der „Rosa y Isabel“ in 10,5° N-Br und 26,6° W-Leg,
gegen den gleichzeitigen von „Caroline Behn“ in 10,8° N-Br und 26,2° W-Lg.
Diese letztere Bark wendete, als sie sich am 29. Juli in 6,8° N-Br und 21° W-Lg
befand, während „Rosa y Isabel“ es etwa 14 Stunden später in 6,4° N-Br und
20,8° W-Lg that. Das erstere Schiff traf dann anscheinend während der
nächsten Tage einen bedeutend schraleren SE-Passat an, als „Rosa y Isabel“ ihn
fand, gerieth deswegen ganz unverhältnilsmäfßsig weit nach Westen und segelte
infolge dessen später wieder für mehrere Tage mit St-B.-Halsen. Sie erreichte
aus diesem Grunde die Linie in 29° W-Lg fast 6'/2 Tage später, als „Rosa
y Isabel“ es in 27,8° W-Lg gethan hatte.
Im Südatlantischen Ocean, wo „Rosa y Isabel“ zunächst nur einen un-
beständigen, oft schralen Passat antraf, benutzte auch diese Bark mehrere sich
bietende Gelegenheiten, um einen Schlagbug nach Osten zu machen. Südlich
von 7° S-Br wehte der Passat kräftiger und beständiger, und segelte man
dann bis zum 14. August zu seiner in 25,5° S-Br und 38,8° W-Lg gelegenen