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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

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Die Sydney-Insel, 
ein besonderes Zwischensignal liefse sich alsdann der Zeitpunkt markiren, in 
welchem die Pfeifen parallel der Küste stehen, wo also Schiffe in der Richtung 
AN die Signale a tempo hören, und wenn dann beispielsweise eine ganze Rotation 
in 8 Minuten erfolgte und die Signale jede Minute gegeben würden, so würde 
ein Schiff, welches etwa gerade eine Minute nach jener markirten Parallel- 
stellung die Signale gleichzeitig hörte, wissen, dafs es sich zu NE resp. NW 
von der Station befinde, 
Um die Reihenfolge der Töne besser wahrnehmbar zu machen, werden 
voraussichtlich drei gleichzeitig gegebene Signale, z. B. c g c an drei äqui- 
distanten Punkten den bisher vorgeschlagenen zwei Signalen vorzuziehen sein, 
Endlich sei auf die sich leicht ergebende Möglichkeit hingewiesen, die 
geschilderte Signalmethode auch an Bord der Schiffe selber anzuwenden, um 
andern kreuzenden oder entgegenfahrenden Schiffen Warnungsrufe zukommen 
zu lassen. Natürlich wird das nur bei gröfseren Schiffen möglich sein, auf 
denen eine Distanz der Pfeifen von 50 bis 100m zu erreichen ist, wodurch das 
Maximum des Zeitintervalls bis zu !/s Sekunde gehen würde. 
Die Sydney-Insel. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,) 
Von Kapt. J. H. Bannau ist der Seewarte nachträglich eine ausführliche 
Beschreibung der Sydney-Insel in der Phönix-Gruppe (Südsee-Inseln) zugegangen, 
welche als Ergänzung des Berichtes auf S, 209 ff. dieses Jahrgangs hiermit 
wiedergegeben wird. 
„Die Sydney-Insel“ wird erst in neuester Zeit häufiger von Schiffen besucht. 
Um dieselbe anzusegeln, ist es, wenn man sich nicht mit absoluter Sicherheit 
auf sein Chronometer verlassen kann, das Beste, dafs man den Breitenparallel 
derselben — 4° 25’ Süd — weit östlich von ihr ansteuert und dann nach 
Westen segelt, bis die Insel in Sicht kommt. Sollte ein Schiff in Lee der Insel 
westlich von derselben gerathen, so wird es, des starken, westlich setzenden 
Stromes halber, grofse Mühe haben wieder aufzukreuzen. Ein solcher Fall kam 
während meiner Anwesenheit in Sydney-Insel vor. 
Die Insel ist sehr niedrig, nur 3,6 bis 4,8 m (12 bis 16 Fufs) über Wasser, 
mit einem Gebüsch von etwa derselben Höhe bewachsen und von Deck nicht 
weiter, als 7 bis 8 Sm weit sichtbar. Wenn man die Insel erst spät am Nach- 
mittage in Sicht bekommt, so dafs die Westseite derselben, unter welcher sich 
der Ankerplatz befindet, nicht gegen 5 Uhr erreicht werden kann, so mufs 
man bis zum nächsten Morgen warten. Man darf aber nicht backlegen, sondern 
mufs nach Osten aufkreuzen. Man wird sich dann infolge des Stromes, der mit 
einer Geschwindigkeit von 1 bis 1,5 Sm die Stunde nach Westen oder vielleicht 
etwas nördlicher setzt, nur wenig von der Insel entfernen, Liegt man bei- 
gedreht, so läuft man Gefahr, bei der Insel vorbei oder gar auf dieselbe zu 
treiben. 
Ist die Nacht nicht gar zu dunkel, so ist eine Annäherung an die Insel 
dei gutem Ausguck freilich nicht gefährlich, weil das dunkle Gebüsch sich 
scharf von dem weifsen Korallensandstrand abhebt, keine vorliegenden Untiefen 
vorhanden sind und man bis dicht an die tosende Brandung segeln kann, welche 
sich durch ihr Geräusch warnend bemerkbar macht. 
Beide Anker müssen zum Fallen bereit sein, weil das Schiff mit beiden 
Ankern vertäut wird. Die Auslegung einer Vertäuungsboje auf dem Ankerplatz 
von Sydney-Insel ist in Aussicht genommen. Sollte der Wind sehr südlich — ESE 
oder südlicher —, oder sehr nördlich — NE oder nördlicher — sein, so kann das 
Schiff nicht vertäut, sondern mufs unter Segel gehalten werden, bis der Wind 
für die Ausführung jenes Manövers günstig wird. In Lee der Insel weht der 
Wind gewöhnlich entweder um die Nordwest- oder Südwestspitze derselben herum 
and ist daher nördlicher oder südlicher als frei vom Laude und auch bedeutend
	        
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