Eingänge von meteorologischen Journalen ete,, September 1888, 49
zu demselben von Lizard her zu gelangen, waren 35 Tage erforderlich gewesen.
Während dieser Zeit hatte man: 40° N-Br in 15,5° W-Lg- am 9. September,
30° N-Br im 19,8° W-Lg am 138. September, 20° N-Br in 24,8° W-Lg am
18. September und 10° N-Br in 25,2° W-Lg am 26. September gekreuzt. Am
25. September hatte in 25,5° W-Lg die von Cardif nach Singapore bestimmte
Bark „Madeleine Rickmers“ die nördliche Halbkugel verlassen. Dieselbe hatte
sich am 3. September in Sicht der Scilly-Inseln befunden und von dort aus von
Anfang an gegen den Mitsegler gewonnen. Am 19. September Mittags, als
„Vorwärts“ sich in Sicht von der Insel San Antonio befand, stand „Madeleine
Rickmers“ schon in 10,5° N-Br und 25,7° W-Lg. Noch ein anderer Mitsegler,
die nach Valparaiso bestimmte Elsflether Bark „Teutonia“, welche am Mittage
des 3. September in 49° N-Br und 5,4° W-Lg stand, erreichte südliche Breite
in 24° W-Lg am 1. Oktober. Dieselbe hatte sich am 19. September Mittags
in 12,3° N-Br und 25,9° W-Lg befunden, Als östlichsten Punkt hatten in nörd-
licher Breite erreicht: „Vorwärts“ 2,5° N-Br in 14,5° W-Lg am 6. Oktober,
„Madeleine Rickmers“ 4,4° N-Br in 21° W-Lg am 23. September und „Teutonia“
4° N-Br in 18,6° W.Lg am 28. September.
In südlicher Breite wurde „Vorwärts“ auf der zwischen 4,5° und 14°
S-Br liegenden Strecke vom frischesten Passat begünstigt. Nachdem derselbe
südlich von letzterer Breite zunächst an mehreren Tagen nur in geringer Stärke
geweht hatte, trat er südlich von 20° S-Br noch wicder recht kräftig auf, um
schliefslich am 19. Oktober in geringer Entfernung von 26° S-Br und 26° W-Lg
zu enden, Der noch in unverminderter Stärke wehende Wind veränderte sich
dort am 19. Oktober nach NE und N, durchlief dann rasch auch die westlichen
Striche, um später wieder für mehrere Tage aus östlicher Richtung zu wehen.
Der Luftdruck, welcher in der Nähe der polaren Passatgrenze auf 764,4 mm
gezeigt hatte, der bei dem. Westwinde auf 761,3 mm gesunken war, stieg bei
dem folgenden Ostwinde bis auf einen unweit 30° S-Br erreichten höchsten
Stand von 770,8 mm. Als der Wind später noch einen Rundlauf nach links
ausgeführt hatte, während dessen er längere Zeit im westlichen und nachher
kürzere Zeit im östlichen Halbkreise verweilte, wurde am 28. Oktober, an
welchem Tage leichte östliche Briese herrschte, in geringer Entfernung von
36,5° S-Br und 9,5° W-Lg ein Maximum von 775,0 mm beobachtet. Bei später
folgendem kräftigem NW-Winde ging „Vorwärts“ am 1. November in 40,3° S-Br
von der westlichen in östliche Länge über. Am 1. November waren 24 Tage
seit der Abreise vom Aequator vergangen. Während dieser Zeit hatte die
Bark: 10° S-Br in 23,5° W-Ly am 13. Oktober, 20° S-Br in 27,3° W-Lg am
17. Oktober und 30° S-Br in 21,7° W-Lg am 23, Oktober gekreuzt. Der Mit-
segler „Madeleine Rickmers“ hatte östliche Länge in 38,9° S-Br am 15. Oktober
erreicht, und die Bark „Teutonia“ war nach 20° S-Br in 36° W-Lg am 6. Ok-
tober gelangt. ;
Während der Zeit, in welcher „Vorwärts“ einen nahezu Ostkurs ver-
folgte, hielt die Bark sich meistens in der Nähe von 44° S-Br. Die dort ange-
troffenen Winde waren vorherrschend westliche und nördliche, bei denen sich
ein befriedigend rascher Fortschritt erzielen ließ. Durch nennenswerthe Stürme
wurde die Fahrt nicht beunruhigt, dagegen wurden zu verschiedenen Malen
unerwünscht schwache Winde und selbst Stille beobachtet. Man kreuzte: 20°
O-Lg in 42° S-Br am 6. November, 50° O-Lg in 43° S-Br am 14. November,
80° O-Lg in 43,3° S-Br am 23, November, die Länge des Kap Leeuwin in 46°
S-Br am 4. Dezember und die der Südspitze von Tasmanien in 44,7° S-Br am
14. Dezember. Der von dem letzteren Punkte ab noch vorliegende Theil der
Reise wurde bei umlaufenden Winden von meist günstiger Richtung zurück-
gelegt, und schliefslich gelang es, am 20. Dezember einen Ankerplatz in der
Nähe des Bestimmungsplatzes zu erreichen. Zur Vollendung der Roise waren
108 Tage erforderlich gewesen. Der Mitsegler „Madeleine Rickmers“ hatte
80° O-Lg in 33,5° S-Br am 4. November gekreuzt.
Von Loma Loma aus, wohin „Vorwärts“, um dort eine Ladung Koprah
einzunehmen, versegelt war, ging am 4. April 1883 die nun nach Lissabon be-
stimmte Bark wieder in See. Der Anfang dieser Reise wurde durch leichte,
unbeständige östliche Briese bedeutend verzögert. Nachdem man am 9. April
in etwa 19° S-Br einen etwas frischeren, passatähnlichen Ostwind angetroffen
Ann. d. Hydr. ete., 1884, Heft .L