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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

Segelanweisung für Sulu, Maimbun und Sandakan. 
besonderen Falle zur Anwendung kommen, wenn @—d sehr klein ist. Die 
partiellen Differentialformeln nach @ und @‘ werden nämlich: 
t 
3_—_ &i ‘ 
= — 2008 > sin p’ cos d ‚de‘ 
sin (g-+0) 
2 sin? sin @‘ cos d 
de = — 2 „ A‘ 
sin (g—d) 
cos? £ sin? £ 
wo es noch darauf ankommt, ob 2 oder 2 das gröfsere von 
sin (g-+4-d) sin (@-—d) 
t 
at 
beiden ist. Die Division giebt *S*2 %2 (9-9) „na wenn dieser Werth kleiner 
sin (g-—0) 
als 1 ist, so ist also die Douwes’sche Formel vorzuziehen, sonst die 
Delambre’sche. ®) 
(Fortsetzung folgt.) 
Segelanweisung für die Rheden von Sulu, Maimbun (Insel Sulu) 
und den Hafen von Sandakan (Insel Borneo). 
(Aus den Reiseberichten S. M. S. „Leipzig“, Kapt. z. See Herbig.) 
Rhede von Sulu. Die Ansteuerung der Rhede von Sulu hat bei 
Tage, wo das allmähliche Insichtkommen der theils hohen, theils ganz niedrigen 
Inseln die Orientirung sichert, keine Schwierigkeit; es kann jedoch bei einem 
ersten Besuch dieser Inselgruppe eine augenblickliche Unsicherheit in der 
Positionsbestimmung des Schiffes eintreten, wenn, wie dies bei S. M. S. „Leipzig“ 
der Fall war, die Annäherung vor Tagesanbruch stattfindet. Beim Ansteuern 
von Norden kommend, kann es sich dann nämlich ereignen, dafs die Linie, in 
welcher die beiden Langley-Inseln offen erscheinen, überschritten wird und bei 
Tagesanbruch diese beiden Inseln anscheinend als eine Insel wahrgenommen 
werden. Anstatt dreier Inseln -— die beiden Langley-Inseln und Teinga — 
sieht man dann nur zwei, und da die übrigen zu dieser Zeit in Sicht befind- 
lichen Inseln alle sehr niedrig sind und ihre Umrisse sich nicht scharf gegen 
zinander abheben, kann hierdurch eine gewisse Unsicherheit in der Positions- 
bestimmung eintreten, die bei einem tiefgehenden Schiffe um so unbequemer 
ist, als es sich um einen genauen Kurs zur Vermeidung der nördlich der Insel 
liegenden, zum Theil sehr flachen Bänke handelt, Es mufs alsdann sehr sorg- 
fältig gelothet werden, bis man sich auf der Favorite-Bank befindet und das 
Insichtkommen der höheren Iuseln zuverlässige Anhaltspunkte giebt. Zwei 
Vertonungen der Küsten sind nebenstehend beigefügt. Als besondere Marke 
ist ein hoher Berg in Nord von Sulu anzuführen, auf dessen Gipfel eine Gruppe 
von niedrigen Bäumen steht, aus deren Mitte zwei hohe Kokospalmen hervor- 
ragen, so dafs das Ganze den Eindruck macht, als sei daselbst ein Leuchtthurm 
mit sich anschliefsendemn Hause errichtet. 
2. Rhede von Maimbun. Der Ankerplatz auf der Rhede von Maimbun 
ist für ein tiefgehendes Schiff mit Vorsicht aufzusuchen, da die Lage der bei 
Hochwasser bedeckten Bänke nur zum Theil durch „fishing stakes“, auf deren 
Vorhandensein jedoch nicht mit Sicherheit zu rechnen ist, kenntlich gemacht 
ist und Landmarken, welche das Ansteuern des Ankerplatzes wesentlich er- 
leichtern würden, auf der Specialkarte nicht aufgenommen sind. Für ein von 
L. 
2) Noch speciellere Untersuchungen hierüber finden sich bei Van Tuyll van Serooskerken: 
De latitudine pag. 18.
	        
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