Auflösungen für das Zweihöhenproblem.
553
steht, wie oben berichtigend nachgewiesen ist, am unrechten Orte, da es nicht
zur Methode von Douwes, sondern zur Methode von Borda gehört, obgleich
letztere von Anger überhaupt nicht behandelt wurde,
Die Veränderungen, welche man mit der Douwes’schen Methode
vorzunehmen versucht hat, betreffen zunächst die Umformung zur logarith-
mischen Rechnung. Schon durch Pemberton (Phil, Tr. 1760) wurde
empfohlen
sin h — sin h‘’ = 2 cos !a (h-+-h‘) sin (h—h')
zu setzen. Da indessen am Schluls der Rechnung wieder sin h selbst gebraucht
wird, so blieb man lieber bei der Douwes’schen Form. Diese Schlufs-
rechnung:
cos (g—d) = sin h + 2 sin? + cos @p’ cos d
konnte aber auch leicht zur logarithmischen Rechnung umgeformt werden, wie
Bohnenberger*) und Van Tuyll van Serooskerken?) vorschlugen, indem
man 2 sin? + cos @‘ cos d = sin CU setzt, wodurch cos (g—d) = sin h + sin C
= 2 sin !/a (h+C) cos !/ (h—C) wird. Die Formeln zur rein logarithmischen
Rechnung nach der Methode von Douwes sind damit folgende:
= x
3 ; __ cos !/s (h+h') sin '/ (h—h‘)
| sin (U) = sin '/2 (t‘—t) cos g‘ cos d
| sin C = 2 sin? > cos @‘’ cos d
cos (g—d) = 2 sin ! (h+C) cos !% (h—C)
Da hierdurch aber an praktischer Genauigkeit nichts gewonnen und die
Rechnung nicht unbedeutend verlängert wird, so rechtfertigte es sich wieder,
dafs man bei der alten Douwes’schen Form blieb.
Ueber die auch sehon von Pemberton ausgesprochene Gleichberech-
tigung der Formeln:
, .
cos (p—d) = sinh +2 sin? 5008 g@’ cos d = sin h‘ +2 sin? a cos ‘ co8 d
läfst sich zwar theoretisch nichts einwenden, da die Differentialformel
2 sing‘ cosd sin !/a t sin !/2 t“ 1— eos! (t‘—t) cos !e (tt)
— ED EOS BEN get 4 56008 JA \E mE) COS /RASTEM ap‘
Ay sin (p—d) cos '/a (t‘+t) Üp 1— ecotggptg d P
keinen der Stundenwinkel bevorzugt, aber jeder praktische Versuch mit sehr
ungleichen Stundenwinkeln ergiebt, dafs der Douwes’schen Regel gemäfs der
kleinere Stundenwinkel also mit der gröfseren Höhe bei weitem vorzuziehen ist,
während bei dem gröfseren Stundenwinkel sogar eine unsichere Interpolation
hinzukommen kann und damit auch die praktische Genauigkeit - beein-
trächtigt wird.
Die noch von Delambre?) und Anger?) als der Douwes’schen
Formel koordinirt angeführten Formeln waren:
4
cos (gp-Hd)= 2 008? Z— cos’ cos d — sinh = 2 cos? 5 cos @‘ cos d — sin h‘
worüber schon im zweiten Kapitel bemerkt wurde, dafs sie für kleine Werthe
von t oder ft‘, wie Douwes voraussetzt, nicht gut zu gebrauchen sind, wohl
aber wenn der Stundenwinkel nahe an 180° wäre, also die Nähe der unteren
Kulmination stattfände, Aufserdem können die obigen Formeln in dem
24) Anleitung zur geographischen Ortsbestimmung, Göttingen 1795, pag. 279.
25) De latitudine, ex observatis duabus astrorum altitudinibus computanda. "rajecti ad
Rhenum 1823, pag. 14. Ein anderer Vorschlag daselbst war tg B statt sin C zu setzen und aulßser-
a — _. _sin (A+B) .
dem sin h = tg A, wodurch cos (g—d0) = 508 A cos B urde.
2) Conn. d. T. 1809.
2) Bemerkungen pag. 7.