Außösungen für das Zweihöhenproblem,
Die erste Berechnung nach Douwes giebt mit ‘== 7° 40‘ den Werth
p=8°37,9' N, aber die Wiederholung mit diesem Werthe als geschätzte Breite
zeigt schon einen Cosinus gröfser als 1, also einen unmöglichen Fall an, so dafs
das berechnete v=— 8° 37,9 eine beträchtliche Korrektion erfordern wird. Be-
rechnet man mit Delambre nach den vorläufig gefundenen t — — 59° 58’ und
t=-—14° 58‘ das Verhältnifs 3 =m= —621 und dann weiter de‘ =
t= + = +80 so wird die verbesserte Breite = g‘ + dg' = 7° 40°
+ 8,0‘ = 7° 48,0’ N. Die zuerst berechnete Breite vo = 8° 37,9' hedarf also der
entgegengesetzten Korrektion dp = — 49,9‘. Die Anwenduug des Legendre-
schen Princips der Mittelwerthe bei solchen Rechuungen, nämlich hier 8° 9‘
als Mittel aus # und %', würde nur m = — 1,94 und damit ferner dgy‘=
tl +19,7' also g'-+ dp’ =7° 40 +19,7=7°59,7/N für die
verbesserte, freilich immer noch sehr unsichere Breite ergeben. Eine Wieder-
holung nach Douwes mit diesem Werthe nebst Verbesserung mittelst m ==
— 1,94 führt schließlich zu #— dp =8°2‘,7N. Dasselbe giebt die Formel
mittelst der kleineren Höhe. Auch die beiden andern Formeln für cos (g + 0),
welche Delambre noch herbeizieht, geben keine so starken Abweichungen, wie
er anführt, wenn nur etwas schärfer gerechnet wird. Delambre hatte vorher
durch die trigonometrische strenge Auflösung d = 8° 3‘ 17“ berechnet und hielt
selbst dies Resultat für ungenau, nämlich um 3‘17” zu groß, weil er ursprünglich
mit g=8°0' die angegebenen Höhen ausgerechnet hatte. Er bemerkt daher
nur in Betracht der unsicheren Sachlage bei dem gestellten Problem (pag. 655):
Si la methode trigonometrique est en defaut, on peut bien compter que les
methodes d’approximation ne sont pas plus süres. Uebrigens .hat der hervor-
getretene Unterschied von 3‘ 17“ bei der strengen Auflösung doch wohl einen
anderen Grund gehabt, da die Revision jetzt ergiebt, dafs die mit = 8° 0‘
berechnete zweite Höhe 75° 7‘40“ statt 75° 7‘ 20” heifsen müfste, wodurch der
Unterschied sich genügend erklärt. Die strenge Auflösung vd =— 8° 3‘ 1i“ (oder
ein wenig genauer 8° 3‘ 14”) nach den einmal gegebenen Höhen ist also doch
richtig. Wenn nun noch hierzu t= —60°0‘16”%, = —15°0'16% A=
— 93° 57‘ und A’ = -— 88° 47°, also A‘'—A = + 5° 10' und damit weiter die Diffe-
rentialausdrücke berechnet werden, so hat man:
de = —224 dg‘ + 11,10 dh — 11,08 dh‘
ät = —0.11do‘+ 0,24dh-+ 0,77 dh‘
mithin eine ganz gute Zeitbestimmung, aber eine sehr unsichere Breitenbestim-
mung, falls irgend ein kleiner, nicht konstanter Höhenfehler dabei angenommen
wird. Die obige Veränderung dh‘ = -} 20“ giebt schon de = — 3,7‘. Der
Umstand, dass die Summe der Azimuthe sich hier wieder 180° nähert, erklärt
den gleichen Einflufs der ganz verschiedenen Höhen auf die Breite.
Einige besondere Umstände bietet auch noch das folgende Beispiel:
go‘ =— + 59° 50‘ sec 0,29885
3b 4”27° h= 38° 24,0‘8in 62115 . . d= +20 0O sec 0,02701
733 58 h‘= 6 11,8 sin 10794 A. 0,32586
4 29 31 51321 „ 4,71030
I (—1)=2 14 45,5 . 5 . 0,25594
‚ 5,29210
0,30103
4,99107
(9)
54.7
2sinh (+U . .
.„. 1. ,78°25,3‘. . sin! (4-t) .
. 4,46179
A 0,32586
4,13593 . . 13675
62115
cos 75790 .
(+) =B 13 41,2
t— 258 55,7
. 40° 43,2 = g—0
20 0 = d
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