Ann. d. Hydr. ete., XII. Jahrg. (1884), Heft X.
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Die indirekten oder genäherten Auflösungen für das Zweihöhen-
problem.
Von Prof. Dr. 6: D; E; Weyer in Kiel,
(Fortsetzung.)
3. Zusammenstellung der Differentialformeln für das Zweihöhen-
problem, auch mit Rücksicht auf die Berechnung nach der Douwes-
schen Methode. Rechtfertigung der Ausscheidung einer andern
Gruppe von herkömmlichen Differentialformeln, welche nur aus der
Differenzirung der Douwes’schen Formeln entstanden sind, und
daher nicht die allgemeine Bedeutung haben, wie die Differential-
formeln für die genauen Auflösungen.
Zur Abkürzung der ferneren Diskussion über die Methode von Douwes
wird es zweckmäfsig sein, die Differentialformeln der Aufgabe zunächst voll-
ständig zusammenzustellen. Mit Ausnahme der beiden jetzt hinzugekommenen
Formeln wegen der Anwendung einer geschätzten Breite @’ mit ihrem Fehler de‘
bei der Douwes ‘schen Rechnungsweise, können die übrigen Differentialformeln
schon aus der vorhergehenden Abhandlung!*) entnommen werden. Wegen der
gewählten Bezeichnungen ist nur zu bemerken, dafs die Stundenwinkel t und t’
von der oberen Kulmination, westlich positiv und östlich negativ gerechnet sind.
Die Azimuthe A und A‘ sind immer von Süden (auf jeder Breite) westlich positiv
und östlich negativ gezählt. Die parallaktischen Winkel p und p‘ werden allemal
als Winkel zwischen der Nordpolardistanz und der Zenithdistanz aufgefafst, mit
demselben Zeichen wie Stundenwinkel und Azimuth. Breite und Deklination
gelten nördlich als positiv und südlich als negativ. Die Gröfsen t’—t und A‘—A
ergeben sich von selbst immer als positiv, so lange ein und dasselbe Gestirn
zweimal beobachtet ist.
1. Für die Breitenbestimmung:
__ ı 1—cos!% (t‘ —-t) sec’ (t‘ +) , nn ;
ip=+- iS de‘... (für Douwes’ Meth.)
sin A‘ sin A ;
ana) any
sin A‘cosp__ ,, _ sin A cos p‘ s
+ sin (A’/— A) dd sin (A‘ — A) dd,
cos p sin A sin A’ 4,
+ an (A— 2) ra 9.
_8inh +) d— ap“ „AI
sin (mittl. Deklin.) !!)
0) Annalen der Hydr. 1883 p. 215.
11) Der Urheber dieser kurzen und sehr brauchbaren Formel, deren Ursprung in der vorigen
Abhandlung (Ann. d. Hydr. 1883) nur bis zum Jahre 1837 zurück verfolgt werden konnte, ist
R. C. van Tuyll van Serooskerken, in dessen wenig bekannter, aber ausgezeichneter Abhandlung:
De latitudine, ex observatis duabus astrorum altitudinibus computanda, Ultrajecti ad Rhenum, 1823
p. 77 sie sich zuerst findet, und seitdem in verschiedene niederländische und französische Schriften
ibergegangen ist. ’