Eingänge‘ von meteorologischen Journalen ete., September 1883,
Rickmers“ von der nördlichen zur südlichen Halbkugel über. Dieselbe war am
19. Dezember von 50° N-Br abgegangen, hatte sich jedoch am 20.. Dezember
Mittags noch in 49,7° N-Br und 14,1° W-Lg befunden.
In südlicher Breite wurde. „Constanze“ bis nach 28,5° S-Br in 25,5° W-Lg
vom Passat begleitet. Erst unweit dieses Punktes nahm der frische Wind am
1. Februar nordöstliche Richtung an. Als er dieses that, zeigte das Barometer,
welches unweit 26° S-Br einen höchsten Stand von 765,3 mm erreicht hatte, auf
761,8 mm. Südlich vom Passatgebiet hielt sich der frische Wind zunächst für
einen. Tag in nordöstlicher Richtung und, nachdem er dann durch N nach NW
gedreht war, für längere Zeit im westlichen Halbkreise. Am 10. Februar, dem
20. bis dahin in südlicher Breite zugebrachten Tage, kreuzte „Constanze“ bei
frischem Südwinde in 40,3° S-Br den Meridian von Greenwich, Auf dem Wege
dahin war: 10° S-Br in 30,4° W-Lg am 25. Januar, 20° S-Br in.30° W-Lg am
29. Januar. und 30° S-Br in 24,7° W-Lg am 1. Februar geschnitten worden.
Der Mitsegler „Paul Rickmers“ gelangte zum ersten Meridian in 37,6° S-Br am
26. Februar. Während der Zeit, in welcher die erforderliche Länge zurück-
gelegt wurde, hielt „Constanze“ sich meistens in der Nähe von 45° S-Br. Bei
den dort vorherrschenden Westwinden konnte sie in befriedigend rascher Weise
nach Osten vorrücken. Stürme erschwerten die Fahrt auch nicht, wohl aber
wurde sie an mehreren Tagen durch flaue Winde und selbst Stille verzögert.
Am 2. März, 20 Tage später als westliche Länge verlassen worden war, ge-
langte „Constanze“ nach 39° S-Br in 80° O-Lg. Der Mitsegler „Paul Rickmers“
erreichte denselben Meridian in 38,3° S-Br am 23. März.
Auf dem. Wege zum Passatgebiet wurde: „Constanze“ zunächst noch von
kräftigen Westwinden begünstigt. Nördlich von 36° S-Br traten dieselben jedoch
nur sehr schwach auf und wurden für einen Tag sogar durch Stille unter-
brochen. Aus kurzer Windstille, welche am 13. März in der Nähe von 24,5°
S-Br und 92° O-Lg beobachtet wurdo, entwickelte sich bei einem Barometer-
stande. von 765,6 mm der rasch auffrischende SE-Passat, bei dem die Reise
wieder einen rascheren Verlauf nahm, Als jener „Constanze“ bis zum 19. März
nach 6,5° S-Br in 88,5° O-Lg geführt hatte, endete derselbe, und es folgte auf
ihn fast unmittelbar der frische, später sogar zu Zeiten heftige NW-Monsun.
Von demselben wurde das Schiff bis zum 22. März zu der in 92,5° O-Lg über-
schrittenen Linie geführt. Auf dem Wege zu derselben war: 30° S-Br in 91,2°
O-Lg am 10. März, 20° S-Br in 90° O-Lg‘ am 15. März und 10° S-Br in 88,8°
O-Lg am 17, März geschnitten worden, In nördlicher Breite ging der westliche
Wind bald. in ‚leichte Mallung über. Nördlich von 3° N-Br hatte dieselbe
meistens eine raume östliche Richtung, so dafs man bei ihr bis zum 29. März
nach 8,2° N-Br in 91,5° W-Lg vorrücken konnte. Bei der nördlich von diesem
Punkte wehenden, leichten nordöstlichen ‚Briese segelte „Constanze“ bis zum
1. April nach 10,3° N-Br in 89,7° O-Lg, während der übrige Theil der Reise
bei schwachen nördlichen und nordwestlichen Winden vollendet werden mufste,
Am 5. April wurden die Andamanen-Inseln erblickt und am 8, April in der
Nähe von China Buckeer-Feuerschiff geankert. Es waren dann 108 Tage ver-
Aossen, seit man sich in 49° N-Br befunden hatte. Der Mitsegler „Paul Rickmers“
erreichte die Sunda-Strafse am 12. April und Singapore am 24. April.
Am 29. April ging „Constanze“ von Rangoon aus wieder in See, um nach
einem englischen Orderhafen zurückzukehren. Man traf zunächst flaue westliche
Briese an, auf die, nachdem man bis zum 3. Mai nach 13° N-Br in 94,6° O-Lg
gekommen war, zuerst Stille und später südöstliche und süd westliche Briese folgte.
Das Schiff konnte dann nur in langsamer Weise nach Süden hin vorrücken,
Verschiedene Inseln in der Nikobaren-Gruppe wurden gesichtet, und am 13, Mai
befand man sich in Sicht von Pulo.Brass. Zwei Tage später wurde dieser
Punkt noch gesehen, und konnte man erst vom 15. Mai ab in rascherer Woise
nach Süden hin vorrücken. Am 22, Mai ging das Schiff in 92,3° O-Lg von
der nördlichen zur südlichen Halbkugel über. In südlicher Breite stellte sich
am 28. Mai, in der Nähe von 6° S-Br und- 86,6° O-Lg, der SE-Passat ein, bei
dem der Verlauf der Reise ein. günstigerer wurde, Nach rascher Fahrt war
„Constanze“ bis zum 4. Juni nach 18,6° S-Br in 66° O-Lg gelangt, als schon
dort der Passat ein Ende nahm. Der frische Wind lief bei einem Barometer-
stande von 762,8 mm nordöstlich und sank einen Tag später; indem er sich
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