Eingänge von meteorologischen Journalen ete., Mai 1884,
Tage den Stillengürtel in 1,5° S-Br und 30,2° W-Lg, etwa zwei Wachen später
als sich derselbe bei dem in 1,3° S-Br und 33° W-Lg stehenden „Godeffroy“
eingestellt hatte. Am 18. Februar, an demselben Tage, an welchem es
„Godeffroy“ in 35° W-Lg that, ging „Canopus“ in 30,3° W-Lg von der süd-
lichen zur nördlichen Halbkugel über. Das Schiff hatte die zwischen Kap Horn
and Aequator liegende Strecke in 37 Tagen vollendet und auf derselben:
50° S-Br in 49,9° W-Lg am 17. Januar, 40° S-Br in 36,5° W-Lg am 22. Januar,
30° S-Br in 25° W-Lg am 28. Januar, 20° S-Br in 26,1° W-Lg am 5. Februar
and 10° S-Br in 30,2° W-Lg am 12. Februar gekreuzt. Am 31. Januar hatten
„Canopus“ und „Godeffroy“ in der Nähe von 26° S-Br und 22° W-Lg Signale
mit einander ausgetauscht.
In nördlicher Breite gelangte „Canopus“ am 22. Februar zu der in
3° N-Br und 31,8° W-Lg liegenden äquatorialen Passatgrenze. Nachdem die-
selbe überschritten worden war, führte der zwischen 10° und 24° N-Br am
kräftigsten wehende Passat das Schiff bis zum 5. März nach 30° N-Br in 42°
W-Lg. Nördlich von diesem Punkte beobachtete man zunächst an einigen Tagen
leichte, bei einem höchsten Luftdruck von 777,5 mm herrschende östliche Mallung.
Aus dieser entwickelte sich am 9. März ein rasch auffrischender Westwind, bei
dem der gröfste Theil des noch vorliegenden Weges in rascher Fahrt vollendet
werden konnte. Dieser Wind wehte wiederholt stürmisch. Am 14, und 15. März
erreichte derselbe unweit 40° N-Br in 34° W-Lg aus WNW fast orkanartige
Stärke, so dafs Kapt. Schnatmeyer sich gezwungen sah, beizudrehen. Der
Luftdruck nahm während dieses Sturmes doch bis zu keinem niedrigeren Stande
als 746,5 mm ab. Vom 20. März, an welchem Tage sich „Canopus“ in der
Nähe von 46,5° N-Br und 24° W-Lg befand, segelte das Schiff bei vorherrschend
aus südlicher Richtung kommenden Winden. Bei mäfsigem SSE-Winde erreichte
„Canopus“ auch am 25. März den Hafen von Queenstown. Es waren dann
[36 Tage seit der Abreise von San Francisco vergangen. Im Nordatlantischen
Ocean hatte man 36 Tage zugebracht und dort: 10° N-Br in 38,4° W-Lg am
26. Februar, 20° N-Br in 42,5° W-Lg am 1. März, 30° N-Br in 42° W-Lg am
5 März und 40° N-Br in 37,2° W-Lg am 12. März überschritten.
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19. Reise der Hamburger Bark „Patagonia‘“, Kapt. E. H. Hellwege.
Am 29. Juli 1883, dem achten Tage einer Reise von Hamburg nach
Singapore, verliefs die Bark „Patagonia“ den Kanal, Auf westlichen im Atlan-
tischen Ocean zunächst angetroffenen Wind folgte am 3. August ein in der Nähe
von 46,5° N-Br und 11° W-Lg einsotzender NE-Wind, der zum Passat wurde,
ohne dafs vorher eine Störung beobachtet wurde. Der beim Beginn dieses
Ostwindes auf 771,4mm zeigende Luftdruck hatte nach einigen Tagen einen
anweit 41° N-Br beobachteten niedrigsten Stand von 763,6mm erreicht und stieg
später wieder allmählich bis zu einem in etwa 36° N-Br beobachteten Maximum
von 770,2mm. Der zwischen 34° und 23° N-Br am kräftigsten und beständigsten
wehende Passat dehnte sein Gebiet südwärts aus bis nach 13,2° N-Br und
23,8° W-Lg. Südlich von diesem am 17. August berührten Punkte verbrachte
„Patagonia“ zunächst zwei Tage in Stille und bei leichter Mallung. Dann stellte
sich in 12° N-Br und 24° W-Lg der von starker östlicher Strömung begleitete
3W-Monsun ein, bei dem mit St-B.-Halsen gesegelt wurde, Man gelangte in
dieser Weise bis zum 24. August nach 4,6° N-Br in 16,6° W-Lg; wendete, als
dort die Windrichtung recht Süd geworden war, und versuchte, nun bei dem
allmählich weiter nach rechts drehenden Winde mit B-B.-Halsen segelnd, sich
dem Aequator zu nähern. Am 28. August konnte „Patagonia“ in 25,3° W-Lg
von der nördlichen zur südlichen Halbkugel übergehen. Es waren bis dahin
30 Tage nach der Abfahrt vom Kanal vergangen. Während dieser Zeit hatte
die Bark: 40° N-Br in 15,5° W-Lgz am 6. August, 30° N-Br in 19,1° W-Lg am
9, August, 20° N-Br in 21,2° W-Lg am 13. August und 10° N-Br in 23,1° W-Lg
am 20. August gekreuzt.
Der in der Nähe des Aequators ganz schwache Passat wurde nach kurzer
Zeit wieder kräftiger und wehte dann bis nach 22° S-Br hin frisch und be-
ständig. Unweit 28° S-Br in 32,5° W-Lg, wo der noch immer kräftige Wind
sich am 9. September bei einem höchsten Barometerstande von 771,2mm nach
NE veränderte, schien die polare Passatgrenze zu liegen. Südlich von derselben