Eingänge von meteorologischen Journalen etc,, Mai 1884.
In San Francisco erhielt „Canopus“ eine für Kuropa bestimmte Ladung
Mehl. Nachdem dieselbe verstaut und das Schiff wieder in seefähigen Zustand
gesefzt worden war, trat e3 am 10. November die Rückreise nach dem Order-
hafen Queenstown an. Auf See verfolgte man bei dem dort herrschenden leichten
nordwestlichen Winde einen südlichen Kurs. Südlich von 29° N-Br nahm der
nördliche Wind bis zum flauen Zuge ab, und als derselbe nach 2 Tagen wieder
kräftiger wurde, entwickelte sich aus ihm der Passat. Die nördliche Grenze
desselben schien am 18. November in der Nähe von 27° N-Br und 128,1° W-Lg
zu liegen. Man beobachtete dort einen höchsten Barometerstand von 766,2 mm,
Der zwischen 16° und 10° N-Br am frischesten wehende Passat dehnte sein
Gebiet aus bis nach 9,5° N-Br in 122,1° W-Lg. Den unweit dieses Punktes
am 26. November betretenen Stillengürtel überschritt „Canopus“ bei leichter,
vorherrschend aus östlicher Richtung kommender Mallung in .5 Tagen. Nach
Verlauf derselben wurde der in 7° N-Br und 120,8° W-Lg einsetzende SE-
Passat wieder angetroffen, welcher die Bark bis zum 4. Dezember zu der in
125,7° W-Lg überschrittenen Linie führte, Der 4. Dezember war der 24. seit
der Abreise verflossene Tag. Während dieser Zeit hatte man: 30° N-Br in
123,3° W-Lg am 15, November, 20° N-Br in 122,6° W-Lg am 22, November,
und 10° N-Br in 122,2° W-Lg am 26. November gekreuzt. Die Meerestemperatur,
welche unweit 8,5° N-Br 27° C betragen hatte, war in der Nähe der Linie auf
22,4° C gesunken und stieg später wieder bis auf einen unweit 14° S-Br beob-
achteten höchsten Stand von 26,3° C. Die zwischen 9° und 7° N-Br östliche, in
einem Etmale dort einmal einen Betrag von 27 Sm erreichende Strömung setzte
ia der Nähe des Aequators stark nach Westen, so dafs auf der zwischen 3°
und 1° N-Br liegenden Strecke in 24 Stunden eine Versetzung nach WzN im
Betrage von 58 Sm festgestellt wurde.
In südlicher Breite dehnte sich das Gebiet des meistens recht kräftig
wehenden Passats aus bis nach 22° S-Br in 127,5° W-Lg. In geringer Ent-
fernung von diesem Punkte veränderte sich der schwach gewordene Wind am
13. Dezember und bei einem Barometerstande von 762,8 mm nach NE, Einige
Tage später drehte der Wind durch N nach W, und nachdem er sich für einen
Tag in westlicher Richtung gehalten hatte, folgte wieder leichte östliche Briese,
die sich allmählich weiter nach links veräuderte, Als der Wind nun abermals
eine hoch nördliche Richtung angenommen hatte, wurde er auch bald kräftig
und gewährte dem Schiffe eine erwünschte Gelegenheit zur Förderung der Reise.
Die Richtung der weiterhin herrschenden Winde war, mit Ausnahme der an
einigen Tagen wehenden hoch südlichen, eine günstige. Zu wiederholten Malen
wurde die Fahrt hier auch durch heftige Stürme beunruhigt. Der heftigste
derselben, der, weil er aus einer hoch südlichen Richtung wehte, das Schiff
zum frühzeitigen Beidrehen zwang, wurde .von „Canopus“ am 31. Dezember in
der Nähe von 48° $S-Br und 107,5° W-Lg beobachtet. Derselbe begann und
endete aus SSW und war von einem niedrigsten Luftdruck von 732,7 mm be-
gleitet. Am 12, Januar 1884 führte ein frischer Westwind, der auf flaue, am
Tage vorher herrschende, schwache östliche Briese folgte, die Bark zur Länge
des Kap Horn... Um zu derselben vom Aequator her zu gelangen, waren
39 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 10° S-Br in
129,3° W-Lg am 8. Dezember, 20° S-Br in 129,8° W-Lg am 12. Dezember,
30° S-Br in 127,4° W-Lg am 18. Dezember, 40° S-Br in 124,2° W-Lg am
26. Dezember und 50° S-Br in 102,5° W-Lg am 2, Januar gekreuzt. Am
15. Dezember hatte „Canopus“ sich in Sicht von der Insel Zlisabeth befunden.
Am Mittage des 12, Januar, an welchem Tage auch die auf einer Reise
von Iquique nach New-York begriffene Bark „Godeffroy“ den Meridian des
Kap Horn überschritt, befand sich dieses Schif in 57° S-Br und 66° W-Lg,
„Canopus“ gleichzeitig in 56,5° S-Br und 66° W-Lg. Beide Schiffe trafen im
Südatlantischen Ocean dann zunächst ähnliche, schon im Reiseauszuge des
„Godeffroy“ erwähnte Verhältnisse an. Als am 5. Februar Mittags der SE-
Passat bei dem in 20,1° S-Br und 26° W-Lg stehenden „Canopus“ einsetzte,
war der gleichzeitige Schiffsort von „Godeffroy“ in 20,9° S-Br und 28,4° W-Lg.
Der später bei beiden Schiffen nur sehr flau und unbeständig auftretende Passat
begleitete dieselben nicht ganz bis zur Linie. Derselbe endete bei beiden Mit-
seglern am 16. Februar nahezu gleichzeitig, „Canopus“ erreichte an diesem
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