accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

Eingänge von meteorologischen Journalen etc, Mai 1884. 533 
in 28° N-Br und 19,8° W-Lg gegen den von „Niagara“ in 33,2° N-Br und 
17,3° W-Lg war. 
In südlicher Breite wurden die Reisen beider Schiffe durch dort ange- 
troffene Mallung und Stille noch längere Zeit verzögert, bevor es gelang, den 
SE-Passat anzutreffen. Derselbe stellte sich bei „Canopus“ am 18. April in 
3° S-Br und 27,6° W Lg ein, während derselbe bei der in 1,8° S-Br und 27° 
W-Lg stehenden „Niagara“ am 20. April einsetzte. Der SE-Passat begleitete 
„Canopus“ bis nach 21,7° S-Br in 36,7° W-Lg. In geringer Entfernung von 
diesem Punkte endete derselbe am 26. April bei einem höchsten Barometer- 
stande von 766,0 mm in Windstille. Aus dieser entwickelte sich bald ein süd- 
westlicher Wind, auf den nach einigen Tagen ein mäßiger SE-Wind folgte. 
Später führte der Wind eine unregelmäfsig verlaufende Drehung nach links 
aus, während südlich von 37° S-Br längere Zeit anhaltende Westwinde 
herrschten, Dieselben wehten auch an mehreren Tagen stürmisch. Da diese 
westlichen Winde im allgemeinen aber aus ziemlich raumer Richtung wehten, 
konnte man bei ihnen noch eine ziemlich rasche Fahrt nach Süden erzielen und 
am 23. Mai den Parallel von 50° Süd in 64,5° W-Lg überschreiten. Der 
23. Mai war der 38. bis dahin in südlicher Breite zugebrachte Tag. Während 
dieser Zeit hatte man: 10° S-Br in 31,7° W-Lg am 22. April, 20° S-Br in 
36,5° W-Lg am 25. April, 30° S-Br in 43,9° W-Lg am 6. Mai und 40° S-Br 
in 51,5° W-Lg am 14. Mai gekreuzt. Der Mitsegler „Niagara“ gelangte nach 
50° S-Br in 63,2° W-Lg am 27, Mai. 
Am 26. Mai durchsegelte „Canopus“ bei kräftigem NW-Winde die Stralse 
le Maire, und am 28. Mai passirte man bei Nordwind von derselben Stärke und 
in Sicht von Land die Länge des Kap Horn. Da der nicht sehr stürmische 
Wind sich nun auch während der nächsten Tage fast beständig in hoch nörd- 
licher Richtung hielt, nahm die Umsegelung des Kap Horn ferner einen solch 
befriedigenden Verlauf, dafs am Mittage des 3. Juni der Schiffsort 57,1° S-Br 
in 82,2° W-Lg war. In der Nähe dieses Punktes folgte auf dort für kurze Zeit 
herrschenden ganz leisen westlichen Zug ein kräftiger NE-Wind, der sich im 
Laufe der nächsten Tage allmählich nach rechts veränderte und dem Schiffe 
eine aufserordentlich erwünschte Gelegenheit zur Förderung der Reise gewährte. 
Kapitän Schnatmeyer liefs bei demselben, wie es unter ähnlichen Verhältnissen 
nur zu empfehlen ist, einen recht westlichen Kurs steuern, und befand sich die 
Bark infolge dessen, als sie am 8. Juni wieder nördlich von 50° S-Br gelangte, 
in 95,5° W-Lg. Es waren bis dahin 16 Tage vergangen, seit dieselbe Breite 
im Südatlantischen Ocean verlassen worden war. Der Mitsegler „Niagara“ 
konnte 50° S-Br in 81,6° W-Lg auch schon am 10, Juni überschreiten. Der- 
selbe hatte die Ostspitze von Staaten Land am 29, Mai bei stürmischem NNE- 
Wind umsegelt, am 1. Juni die Länge des Kap Horn überschritten und im 
ganzen ähnliche Verhältnisse angetroffen, wie „Canopus“ sie gefunden hatte. 
Der niedrigste Luftdruck der verschiedenen von beiden Mitseglern beobachteten 
Depressionen war bei „Canopus“, welcher stets etwa 10 Längengrade westlicher 
als „Niagara“ stand, meist 18—24 Stunden früher eingetreten, als bei diesem 
Schiff. „Niagara“ vollendete die Umsegelung des Kap Horn in 14 Tagen. 
Eine aufserordentlich günstige Golegenheit, wie solche indessen für die 
in diesem Meerestheil nach Norden bestimmten verhältnifsmäfsig weit westlich 
stehenden Schiff zur betreffenden Jahreszeit nicht ganz selten vorzukommen 
scheint, fand „Canopus“ auf dem Wege zum Gebiete des SE-Passats. Der 
stürmische Südwind, welcher sich am 7. Juni unweit 54° S-Br in 95° W-Lg 
eingestellt und der sich bald nach SE verändert hatte, begleitete das Schiff 
nicht allein zum Parallel von 50° Süd zurück, sondern hielt ununterbrochen 
bis weit über 30° S-Br hinaus an. Während derselbe wehte, nahm der Luft- 
druck, welcher zur Zeit des Einsetzens dieses Windes einen niedrigsten Stand 
von 738,0 mm einnahm, stetig und langsam zu, bis schliefslich nach 9 Tagen 
in der Nähe von 31° S-Br und 98° W-Lg ein höchster Stand von 773,3 mm 
abgelesen wurde. Das Schiff hatte nicht weniger als 1400 Sm bei demselben 
Winde und im Bereiche eines Depressionsgebietes zurückgelegt. Als der Luft- 
druck den erwähnten höchsten Stand erreicht hatte, begann derselbe nach einem 
Tage langsam zu sinken, gleichzeitig veränderte sich auch der allmählich 
schwächer werdende Wind nach NE, und schließlich herrschte am 21. Juni in
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.