Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Mai 1884.
licher Winde. Denn nachdem nun für einen Tag Windstille und leichte west-
liche Mallung beobachtet worden war, folgte am 21. Dezember ein, in der
Nähe von 19° S-Br und 42,5° O-Lg einsetzender NNE-Wind, um in unbeständiger
Weise für längere Zeit vorherrschend zu wehen. Da gleichzeitig auch eine
südliche Strömung eintrat, konnte man jetzt nur in langsamer Weise nach
Norden hin vorrücken. Am 2. Januar 1884 befand sich die in 12,5° S-Br
stehende „Amanda & Elisabeth“ in Sicht der afrikanischen Küste, Die südliche
Strömung besafs dort eine solche Stärke, dafs man sich am nächsten Mittage
45 Sm nach Süden versetzt sah, Auch den letzten Theil der Reise mufste
„Amanda & Elisabeth“ fast ganz bei nordöstlichem Winde vollenden. Die An-
kunft im Bestimmungshafen verzögerte sich dadurch in solcher Weise, dafs erst
am 14. Januar auf der Rhede von Zanzibar geankert werden konnte. Es waren
daun 99 Tage seit der Abreise vom Kanal vergangen. In östlicher Länge, wo
man sich 46 Tage aufgehalten hatte, war: 35° S-Br in 40,2° O-Lg am 11. Dezember
80° S-Br in 42,3° O-Lg am 15. Dezember, 25° S-Br in 42,7 O-Lg am
18. Dezember, 20° S-Br in 4%,6° 0-Lg am 20. Dezember, 15° S-Br in 42,5 O-Lg
am 27. Dezember und 10° S-Br in 41,2° O-Lg am 9. Januar; wie 20° O-Lg in
37,4° S-Br am 5. Dezember, 30° O-Lg in 36,5° S-Br am 8. Dezember und
40° O-Lg in 35,2° S-Br am 11. Dezember gekreuzt worden.
Am 21. Februar wurde an Bord der „Amanda & Elisabeth“ wieder der
Anker gelichtet und von Zanzibar aus die Heimreise nach Hamburg angetreten.
Begünstigt von dem auf See herrschenden frischen NE-Winde, konnte man
während der ersten Tage der Reise in befiiedigend rascher Weise nach Süden
hin vorrücken. Nachdem 10° S-Br überschritten worden war, wurde der Wind
schwach und unbeständig, doch blieb seine Richtung eine vorherrschend nörd-
liche oder nordwestliche. Oestlicher Wind, welcher anscheinend SE-Passat
war, stellte sich am 3, März in geringer Entfernung von 19,5° S-Br und 38°
O-Lg ein. Dieser später ziemlich beständig, und in mäfsiger Stärke wehende
Wind begleitete die Bark, bis sie sich am 7. März in 28,3° S-Br und 32,5° W-Lg
befand. An diesem Tage, an welchem der östliche Wind sich nach NE ver-
änderte, sichtete „Amanda & Elisabeth“ auch das Feuer von Port Natal. Am
5. März hatte die Bark sich in Sicht vom Kap Corrientes befunden. Nachdem
der Wind später eine Drehung nach links ausgeführt hatte, hielt er sich wieder
für längere Zeit im östlichen Halbkreise und gewährte dem Schiffe eine günstige
Gelegenheit zur Umsegelung des Kap der guten Hoffnung. Westwinde von
nennenswerther Dauer wurden überall gar nicht angetroffen. Am 14. März be-
fand sich „Amanda & Elisabeth“ in Sicht des auf dem letzteren Vorgebirge
brennenden Feuers und am 17. März überschritt die, von frischem Südwinde
begünstigte Bark in 11,8° O-Lg wieder den Parallel von 30° S-Br. Südlich
von demselben hatte man nur 10 Tage zugebracht. Der 17. März war der 25.
seit der Abreise verflossene Tag. Während dieser Zeit hatte man: 10° S-Br
in 41,8° O-Lg am 23. Februar, 15° S-Br in 41,2° O-Lg am 27. Februar, 20°
3-Br in 37,5° O-Lg am 3. März, 25° S-Br in 35° O-Lg am 5. März und 30°
S-Br in 31,4° O-Lg am 7. März; wie 40° O-Lg in 17,3° S-Br am 28, Februar,
35° O-Lg in 25° S-Br am 5. März und 30° O-Lg in 33,2° S-Br am 10. März
gekreuzt.
Der die „Amanda & Elisabeth“ wieder nördlich von 30° S-Br führende
Südwind veränderte sich später noch für einen Tag nach SW, kehrte dann
jedoch nach S und SE zurück, ohne dafs vorher weitere Störung beobachtet
wurde. Unweit 28° S-Br in 9,3° O-Lg, wo die Windrichtung am 19. März
eine südöstliche wurde, schien die polare Passatgrenze zu liegen. Man be-
obachtete in ihrer Nähe einen höchsten Luftdruck von 766,8 mm. Der zunächst
für längere Zeit recht kräftig wehende Passat trat nördlich von 14° S-Br nur
in geringer Stärke auf, Als die Bark sich der Linie bis auf 2 Breitengrade
genähert hatte, nahm der Wind eine nördlich von Ost liegende Richtung an,
und bei ENE-Wind ging „Amanda & Elisabeth“ auch am 7. April in 25° W-Lg
von der südlichen zur nördlichen Halbkugel über, Die Bark hatte die zwischen
30° S-Br und Aequator liegende Strecke in 21 Tagen vollendet und auf der-
selben: 20° S-Br in 1° W-Lg am 23. März und 10° S-Br in 14,2° W-Lg am
30. März gekreuzt. Der in der Nähe der Linie wehende NE-Wind war schon
der NE-Passat, dessen Gebiet in diesem Falle also von der Bark erreicht
"X
531