526 Eingänge von meteorologischen Journalen ete., Mai 1884,
überstand sie dort einen sehr heftigen Weststurm, bei dem das Barometer bis
auf 717,0 mm sank. Als der Luftdruck zuzunehmen begann, folgte in diesem
Falle doch kein südlicher Wind, sondern der Wind lief nur um nach Wosten.
Das Barometer erreichte am nächsten Tage einen höchsten Stand von 737,8 mm,
am Tage darauf wieder einen tiefsten von 727,2 mm, und nachdem der Luft-
druck ferner in 2 Tagen auf 741,3 mm gestiegen war, erfolgte ein abermaliges
Sinken bis auf 731,6 mm. Bei diesem Stande veränderte sich der vorher kräftig
aus NW wehende, zur Zeit des Eintretens des tiefsten Barometerstandes jedoch
nur ganz flaue Wind nach SSW, nahm darauf rasch an Stärke zu und gewährte
dem Schiffe, ebenso wie der auf ihn folgende kräftige Ostwind, eine recht
günstige Gelegenheit zur Förderung der Reise. Es waren dieses dieselben Ver-
hältnisse, wie sie an Bord der Hamburger nach San Blas bestimmten Bark
„Malinche“ beobachtet wurden. Dieses Schiff, welches sich am Mittage des
30. Juli in 58,3° S-Br und 75,1° W-Lg befand, während gleichzeitig „Humboldt“
in 57,7° S-Br und 80,6° W-Lg stand, beobachtete um 2° p.m, dieses Tages
einen niedrigsten Barometerstand von 722,4 mm, während man bei „Humboldt“
einen solchen von 716,9 mm um 10'/, a. m. abgelesen hatte. Die Depression,
welche den damals bei beiden Schiffen herrschenden orkanartigen Weststurm
verursachte, scheint nach den vorher angeführten, freilich nur zu unsicheren
Schlüssen Berechtigung gebenden Thatsachen eine Schnelligkeit der Fortbe-
wegung nach Osten von etwa 50 Sm in der Stunde gehabt zu haben. Als der
Östwind, von dem beide Schiffe auf dem letzten Theile der Kap Horn-Umsege-
lung begünstigt wurden, am 9. August endete, befand sich „Humboldt“ in 50,5°
S-Br und 81° W-Lg und „Malinche“ in 51,1° S-Br und 86,4° W-Lg. Als der
kurz vorher noch heftig aus NE wehende Wind damals bei „Humboldt“ in
Stille, bei „Malinche“ in leisen Zug überging, beobachtete man an Bord beider
Schiffe abermals einen niedrigsten Barometerstand. Bei der ersteren Bark
einen solchen von 717,4 mm um 5% p.m., bei der letzteren einen solchen von
720,5 mm um 6* p.m. Am 11. August, 38 Tage später als derselbe Parallel
im Atlantischen Ocean verlassen worden war, überschritt „Humboldt“ 50° S-Br
in 84,9° W-Lg. „Malinche“, welche am 17. Juli südlich von 50° S-Br ge-
kommen war, kreuzte 50° S-Br im Stillen Ocean in 85° W-Lg am 12. August,
Auf dem Wege zum Passatgebiet trafen beide Schiffe ähnliche, schon
an anderer Stelle erwähnte Verhältnisse an; und als sich am 31. August bei
dem in 27,8° S-Br und 85,6° W-Lg stehenden „Humboldt“ der SE-Passat ein-
stellte, war dasselbe wenige Wachen vorher auch bei der in 27,1° S-Br und
79,7° W-Lg befindlichen „Malinche“ geschehen. Diese letztere Bark hatte auf
ihrem Wege nach Norden verhältnilsmäfsig recht viel an Länge verloren.
„Humboldt“ erreichte die Linie in 103,4° W-Lg am 12. September, fast genau
24 Stunden später, als „Malinche*“ es in 97,8° W-Lg gethan hatte. Für
„Humboldt“ waren, um von 50° S-Br aus den Aequator zu erreichen, 32 Tage
erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 40° S-Br in 85° W-Lg
am 20. August, 30° S-Br in 85,6° W-Lg am 29. August, 20° S-Br in 90,3°
W-Lg am 4. September und 10° S-Br in 96,5° W-Lg am 7. September ge-
kreuzt. In nördlicher Breite fand „Humboldt“ zwar auch angenähert dieselben
Verhältnisse, wie sie im Reiseauszuge von „Malinche“ schon erwähnt worden
sind, doch traf jene Bark dort etwas frischere Winde an und konnte daher
rascher nach Norden hin vorrücken. Am Mittage des 18. September befand
sich „Humboldt“ in 12° N-Br und 106,3° W-Lg, während gleichzeitig „Malinche“
in 12° N-Br und 104° W-Lg stand. Der im Reiseauszuge der letzteren Bark er-
wähnte heftige SW-Sturm, während dessen Dauer um 4* p. m. des 21. September
in 14,9° N-Br und 106,2° W-Lg der Luftdruck einen tiefsten Stand von
754,8 mm erreichte, wurde auch an Bord des „Humboldt“ überstanden. Derselbe
erreichte jedoch diese Bark, bei welcher um 4* p.m. des 22, September in
17,4° N-Br und 106,7° O-Lg ein niedrigster Barometerstand von 751,1 mm
herrschte, einen vollen Tag später. Der Verlauf des sich wahrscheinlich nach
nördlicher Richtung hin bewegenden Sturmes war sonst bei beiden Schiffen
anscheinend der gleiche. Nachdem „Humboldt“ im der Nähe von 19,5° N-Br
noch 2 Tage durch Windstille und ganz leisen Zug aufgehalten worden war,
wurde schliefslich am 26. September der in 20,8° N-Br und 107,7° W-Lg ein-
setzende NE-Passat angetroffen. Am 30, September gelangte „Humboldt“ in