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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

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Tiefseelothungen der „Romanche“ im Atlantischen Ocean 1882—83, 
verminderte sie sich und blieb bedeutend niedriger, als die des Wassers zwischen 
den Parallelen von 11° und 5° Nord. Unter dem Aequator erhob sich die 
Lufttemperatur von Neuem und blieb höher, als die des Wassers, obwohl man 
sich am Ausgang des August, also in der Mitte des südlichen Winters, befand. 
Vom 30. Parallel bis zur Lemaire-Strafse blieb der Unterschied zwischen beiden 
Elementen auffallend gleich; derselbe betrug im Mittel 1,5°. 
Die Rückfahrt erfolgte nahezu in derselben Jahreszeit in der südlichen 
Hemisphäre und in der Mitte des Herbstes der nördlichen Halbkugel (13. Sept. 
bis 10. Nov. 1883). Die Routo lag über 600 Sm östlich von der der Ausfahrt 
im Südatlantice. Die Temperatur der Luft blieb hierbei im Gogensatz zur Aus- 
reise stets niedriger, als die des Wassers, freilich sowohl nördlich als südlich 
vom Aequator nur sehr wenig. Ihr Maximum erreichte die Lufttemperatur nahe 
dem Aequator, wo sie mit dor des Wassers nahezu übereinstimmte. 
Die Temperaturkurven des Wassers sind regelmäfsiger, als die der Luft. 
Auf der Aus- wie auf der Rückreise zeigte sich eine Zunahme der Temperatur 
zwischen 1° und 13° N-Br, also zwischen den Parallelen, welche der Gwinea- 
strom in östlicher Richtung durchfliefst. 
_ Bei der Ausreise zeigte sich im Anfang des Monats August nahe dem 
Aequator eine Abnahme der Lufttemperatur, welche mit einer Abnahme der 
Wassertemperatur um 2° zusammenfiel. Auf der Rückreise war dies südlich 
vom Aequator weniger ausgeprägt, doch geht immerhin aus den Beobachtungen 
hervor, dafs unter dem Aequator eine Zone existirt, welche kälter ist als die 
benachbarten Wasserzonen. 
Auf der Rückreise bemerkte man eine geringe Zunahme in der Temperatur 
des Guineastrom-Wassers im Anfang des Oktober und ca 240 Sm weiter östlich 
als auf der Ausreise; diese Erwärmung hat vielleicht ihren Grund in der Zeit 
der Beobachtung, oder auch in der Bewegung des Wassers weiter nach Osten zu. 
Die Ansicht, dafs das Wasser allmählich bei seinem Lauf an Erwärmung 
zunimmt, wird durch einen Vergleich der beiden Kurven südlich vom Aequator 
unterstützt; von dem Punkte ihres Zusammentreffens an, welcher auf 1° 30‘ N-Br, 
ungefähr mit der Trenunungszone der beiden grofsen Ströme, welche ihre Ge- 
wässer nach entgegengesetzten Richtungen senden, zusammenfällt, sieht man 
die beiden Linien mit der Richtung nach Süd sich entfernen; dieser Unterschied 
zeigt den westlichen Lauf des Aequatorialstromes an, dessen Gewässer unter 
10° S-Br sich um 2° bei ihrem westlichen Fortschreiten von 450 Sm erwärmen. 
Nimmt man als mittlere Geschwindigkeit des Stromes 1 Sm per Stunde an, wie 
es Seitens der „Romanche“ gefunden wurde, so kann man den Schlufs ziehen, 
dafs in dieser Gegend das Öberflächenwasser sich um 0,1° pro Tag erwärmt, 
Man kann im übrigen dieses Gesetz von der Erwärmung des Wassers 
im Westen der oceanischen Becken in allgemeiner Weise auch dadurch nach- 
weisen, indem man zum Vergleich die unter denselben Breiten nördlich und 
südlich vom Aequator auf beiden Fahrten beobachteten Temperaturen tabellarisch 
zusammenstellt: 
Ausfahrt Rückfahrt 
Breite August September Oktober November 
11° 26,4° 25° 26,2° 22,5° 
23° 23,4° 20° 24,7° 20,4° 
45° 13,7° 9° 15,5° 8,1° 
Die auf der südlichen Halbkugel im September beobachteten Temperaturen 
sind auf dem Rückwege niedriger, als bei der Ausreise infolge der östlicheren 
Lage der Route; umgekehrt in der nördlichen Halbkugel. 
Die Dichtigkeitskurven geben zu folgenden Bemerkungen Anlafs: 
Im Norden und während der Ausreise nimmt die Dichtigkeit progressiv 
zu bis zur ungefähren Breite von 34° Nord, wo sie ihr Maximum erreicht; 
hierauf nimmt sie langsam ab, um auf 7° oder 8° Nord ihr Minimum zu er- 
langen, welches dem Maximum der Wassertemperatur entspricht; demnächst 
wächst die Dichtigkeit wiederum und hat zwischen 27° und 39° ihr Maximum 
(1,0275), ein wenig gröfserer Werth als unter derselben Breite im Norden (1,0270). 
In der Nähe des La Plat« nimmt das specifische Gewicht schnell ab und bleibt 
darauf auffallend gleich (1.0267) bis auf 54° S-Br.
	        
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