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Reisebericht der deutschen Brigg „Minerva“
Von Guaymas versegelte „Rosa y Isabel“ nach den Kupferminen eben
nördlich von Mulege in Unter-Californien und nahm daselbst Kupfererz ein.
Von hier segelten wir nach Mazatlan zurück, füllten das Schiff mit Rothholz
auf und verließsen letztgenannten Hafen mit einer vollen Ladung und nach
Liverpool bestimmt am 5, Januar 1884.“
den Reiseberichten des Kapt. P. Duhme, Führer der deutschen
Brigg „Minerva“,
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.)
In dem meteorologischen Journal der Brigg „Minerva“, welche längere
Zeit in der chinesischen und japanesischen Küstenfahrt beschäftigt war, finden
sich von dem Führer des Schiffes, Kapt. P. Duhme, die folgenden Bemerkungen,
„Am 3. April 1883 sichteten wir um 512% a. m. Hebi-Insel in 0zS. Um
6 Uhr peilte diese Insel 0S0'/20 und Fira-Insel SSO!/2O0. Wir steuerten daraur
bei dem Winde nach der Collnett-Strafse, durch welche wir am Nachmittage
hindurch kreuzten. Die in der Karte von J. Imray „Japan South Part“ 1881
auf 30° 7‘ N-Br und 129° 50‘ O-Lg verzeichneten Brecher!) habe ich, obwohl
ich diese Stelle genau passirte, nicht entdecken können; wohl aber war bei
sonst schlichtem Wasser etwas Stromkabbelung bemerkbar, Wir fanden mit
90 m (50 Fad.) Leine keinen Grund. Auch verrieth ringsum weder eine
Brandung noch verfärbtes Wasser das etwaige Vorhandensein einer Untiefe,
im Mai und Juni 1883 machte „Minerva“ eine Reise von Yokohama nach
Hakodate und zurück. Die Hin- sowie auch die Rückreise wurden je in 10 Tagen
gemacht. Die Winde waren während der Reise (vom 10. bis 20. Mai und vom
28. Mai bis 7. Juni) vorherrschend von NE bis SE, bei fast beständig dicker
nebliger Luft. Der Nordoststrom war nur bis /naboye-Sakt bemerkbar, von
da bis Kingkaran hatte ich dicht unter der Küste regelmäfsig Ebbe- und Fluth-
strömung. Nördlich von Kingkaran setzte der Strom fast beständig nach Süden,
schien aber schr vom Winde abhängig zu sein. Vor der Tsugar-Strafse wurde
bei starkem W-Winde, etwa 3 Sm NO von Siriyasaki ein Gegenstrom (nach O
setzend) von 4 Sm die Stunde beobachtet, so dafs das Einkreuzen in die Strafse
unmöglich war. Ich hielt das Schiff, da kein Ankergrund zu finden war, eben
südlich von Siriyasaki dicht am Lande unter Segel, woselbst wir keinen Strom
antrafen. Während der Nacht fiaute der Wind ab, und ich machte einen zweiten
Versuch, in die Strafse einzukreuzen. Der Strom hatte jetzt bedeutend abge-
nommen, und als wir in der Nähe von Siriyasakt (NNO 3 Sm von demselben
entfernt) Windstille bekamen, hatte der Strom gekentert und setzte uns mit
L Kn Fahrt in die Strafse hinein. Nach kurzer Windstille kam östliche Briese
durch, mit welcher ich bis Toriwi Saki nahe der Küste von Nipon entlang
segelte. Auch bei dem letztgenannten Kap stellte sich dicht unter Land wieder
ein Gegenstrom ein, woraus ich folgerte, dafs dicht unter der Küste von Nıpon
Fluth und Ebbe läuft, die aber jedenfalls sehr vom Winde abhängig sind, wes-
halb auf eine Regelmäfsigkeit derselben nicht zu rechnen ist. Beim Durch-
segeln der Tsugar-Strafßse von Osten nach Westen thut man aber jedenfalls am
besten, die Nipon-Seite zu halten, weil man hier immer den wenigsten Gegen-
strom hat.?) Von Toriwi-Saki, woselbst starke Stromschnellen angetroffen
wurden, steuerte ich bei starkem NE-Winde und nebligem Wetter mit W'/aN-
Kurs quer über die Strafse, um mich unter Gebrauch des Lothes der Küste
von Yesso zu nähern. Ich machte das Land in der Nähe von Hakodate Head,
von dem ich nur den Fufs erblickte, während die Spitze des Berges im dichten
Nebel lag. Von Toriwi-Saki bis Hakodate betrug die Stromversetzung 2,5 Sm
die Stunde nach NNO. Lente in Hakodate, welche lange Zeit diese Küste be-
fahren haben, erzählten mir, dafs in der T7sugar-Strafse dicht unter der Küste
von Yesso der Nebel selten bis auf das Wasser herunter reicht, und dafs aus
diesem Grunde der Fufßs der Küste, selbst bei nebligem Wetter, immer einige
Seemeilen weit sichtbar ist. Ob man sich auf diese Aussage unbedingt ver-
1) In der Englischen Admiralitätskarte No. 2412 ist in ungefähr derselben Position „schwere
Brandung“ verzeichnet,
% Vergleiche diese Annalen Jahrgang 1883 pag. 413 £,