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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

Vergleichende Uebersicht ete., Mai 1884.
Vergleichende Uebersicht der Witterung des Monats Mai 1884
in Nordamerika und Centraleuropa.
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,)

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Nach der „Monthly Weather Review“ des „Signal Office“ in Washington
und der von der Deutschen Seewarte herausgegebenen Uebersicht der Witterung
stellen wir im Folgenden die Hauptzüge im Witterungs-Charakter des Monats
Mai 1884 in Nordamerika und Centraleuropa einander gegenüber.
Nordamerika. Centraleuropa.
1. Die barometrischen Minima 1. Die für einen Frühlingsmonat
zogen von Winnipeg oder von Colorado ziemlich grofse Häufigkeit bedeutender
über die Seen und das Thal des barometrischer Depressionen im Nor-St.
 Lorenz ostwärts; im Süden traten den des Erdtheils, während zugleich
keine auf. Die barometrischen Maxima barometrische Maxima, häufig und
zogen in derselben Gegend ostwärts ziemlich stark waren; vom 7. bis 11,,
und waren von starken Abkühlungen vom 15. bis 17. und vom 21. bis 24,
begleitet. verweilten dieselben besonders im
Südwesten. und Inneren Europa’s, vom
24.—31. dagegen im Nordwesten des
Erdtheils. ;

2, Das gröfstentheils um 1—2 mm
zu niedrige Monatsmittel des Luftdrucks,
 welches in Georgia und an
der Pacifischen Küste etwas über 762,
in der Arizona-Wüste und in Canada
etwas unter 760 lag, und die für die
Jahreszeit bedeutenden Barometerschwankungen.


3. Vorwaltende süd westliche Winde
im Südosttheile der Union, veränderliche
 im Inneren und. nordwestliche
an der Pacifischen Küste. Ferner der
Sturm vom 1. und 2. Mai auf den
grofsen Seen, welcher an Schiffen
vielen Schaden anrichtete,

4. Die schweren Regen in Texas
und Louisiana, welche etwa das
Doppelte der normalen Monatsmenge
betrugen und grofse Ueberschwemmungen
 verursachten. Dagegen war
in Florida sowohl als in den Gegenden
von den oberen Seen westwärts. bis
zur Pacifischen Küste die Regenmenge
erheblich unter normal.

5. Die verheerenden Fröste, welche
vom 28. bis 31. in der .Seenregion,
in New-England und im nördlichen
Theile der mittleren  Atlantischen
Staaten während der Herrschaft einer
Anticyklone auftraten. Die Abweichungen
 des Monatsmittels betrugen:

2. Der in Centraleuropa um etwa
2mm zu hohe mittlere Luftdruck -—
welcher zwischen. 757mm im südlichen
Norwegen und 763mm im Alpengebiet
betrug — und die in Süddeutschland
um ’/4, an der deutschen Küste sogar
um die Hälfte ihres normalen Werthes
zu grofse Monatsschwankung‘ des
Barometers,

3. Das entschiedene Vorwalten
der Winde aus SW bis N im gröfseren
südlichen Theile von Centraleuropa
und die grofse Häufigkeit starker bis
stürmischer südwestlicher Winde;
letztere traten besonders in den ersten
fünf Tagen der ersten und zweiten
Monatshälfte auf.

4. Die im nördlichen Deutschland
normale, im südlichen durchschnittlich
um 20% zu geringe Regenmenge.

5. Die‘ im nordöstlichen Centraleuropa
 etwas zu niedrige, sonst allgemein
 um '% bis 1° zu hohe Mitteltemperatur
 des Monats; am wärmsten
war die zweite Dekade, mit einer
starken Senkung am 15.—16. Die
Abweichungen des Monatsmittels
hatten für die einzelnen Stationsgruppen
 folgende Werthe:

Aus. d. Hydr. ete., 1884. Heft VII.
            
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