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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

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Kingänge von meteorologischen Journalen etec., April 1884, 
Wind veränderte sich dort nach SE, und indem er später die Drehung weiter 
fortsetzte, kehrte derselbe zwei Tage später nach NE zurück. Indem der Wind 
sich ferner in demselben Sinne langsam weiter veränderte, konnte die Bark 
sich bei demselben dem Bestimmungsorte in befriedigend rascher Weise nähern. 
Unweit 34° N-Br wehte der Wind an einem Tage stürmisch aus NW, doch 
folgte auch in diesem Falle bald wieder ein günstiger Wind. Am 15. März, 
nach 85tägiger ruhiger Reise, erreichte „Godeffroy“ schliefslich den Hafen von 
New-York, Im Nordatlantischen Ocean hatte man während der 25 dort zuge- 
brachten Tage: 10° N-Br in 45,5° W-Lg am 24, Februar, 20° N-Br in 51° W-Lg 
am 29. Februar und 30° N-Br in 68,3° W-Lg am 7. März gekreuzt. 
9. Reise der Bremer Bark „Hedwig“, Kapt. Th. Warnken. 
Am 3. Mai 1882 befand sich die von Liverpool nach Singapore bestimmte 
Bremer Bark „Hedwig“ in 50° N-Br und 9° W-Lg. Dieselbe segelte von dort 
bei leichten umlaufenden Winden bis zum 6. Mai nach 46,5° N-Br in 12° W-Lg 
und traf dort frischen NE-Wind an, bei dem sich ein rascher Fortschritt nach 
Süden erzielen liefs. Südlich von 36° N-Br drehte der Wind durch N nach 
NW, um sich für mehrere Tage in westlicher Richtung zu halten. Man konnte 
auch dann, da der Wind meist ein raumer war, noch in einigermalsen befrie- 
digender Weise nach Süden hin vorrücken. Zu der in 24° N-Br und 25° W-Lg 
liegenden polaren Passatgrenze gelangte „Hedwig“ am 18, Mai. Der mälsige 
Wind veränderte sich dort wieder durch N nach NNE, wehte aber später, mit 
Ausnahme auf der zwischen 19° und 12,5° N-Br liegenden Strecke, überall in 
geringer Stärke, Das Gebiet des Passats dehnte sich südwärts aus bis nach 
8,3° N-Br in 25,3° W-Lg. In der Nähe dieses Punktes lief der schwache 
Wind durch SE und S nach SW und ging bald darauf in Stille über. Um den 
Stillengürtel zu überschreiten, waren 5% Tage erforderlich. Nachdem diese 
vergangen, stellte sich in der Nähe von 5° N-Br und 26° W-Lg der SE-Passat 
wieder ein, von welchem „Hedwig“ bis zum 3. Juni zu der in 28,8° W-Lg über- 
schrittenen Linie geführt wurde. Die Bark hatte die zwischen 50° N-Br und 
diesem letzteren Punkte liegende Strecke in 31 Tagen vollendet, und auf der- 
selben: 40° N-Br in 16,2° W-Lg am 9. Mai, 30° N-Br in 22° W-Lg am 15. Mai, 
20° N-Br in 265° W-Lg am 21. Mai und 10° N-Br in 25,7° W-Lg am 25. Mai 
gekreuzt. Fast zur selben Stunde, in welcher „Hedwig“ von nördlicher in süd- 
liche Breite überging, geschah dieses auch in 28,7° W-Lg, also wahrscheinlich 
in Sicht von „Hedwig“, von der auf einer Reise von Liverpool nach Callao 
begriffenen Elsfleiher Brigg „Marie“, Dieselbe hatte 50° N-Br schon am 
27. April verlassen, gleich südlich von diesem Parallel aber derart ungünstige 
Verhältnisse angetroffen, dafs am 2. Mai Mittags der Schiffsort noch in 49,7° 
N-Br und 9,4° W-Lg war. Noch ein anderer Mitsegler, die von New- York 
nach Anjer bestimmte Wismarer Bark „Anna Thormann“, welche am 2. Mai in 
Seo gegangen war, erreichte südliche Breite in 30,3° W-Lg am 4. Juni. 
Im Südatlantischen Ocean wurde „Hedwig“ bis nach 26,3° S-Br in 32° 
W-Lg von dem zuletzt an mehreren Tagen in unerwünschter Heftigkeit wehenden 
SE-Passat begleitet. Iu geringer Entfernung von diesem Punkte veränderte 
sich der Wind, bei einem höchsten Barometerstande von 771,1 mm, nach NE 
and bald darauf durch N nach W. Nach dieser Drehung hielt sich der Wind 
für längere Zeit im westlichen Halbkreise. Nur am 24, und 25, Juni beobachtete 
man wieder frischen NE-Wind. Bei dem auf diesen folgenden Westwinde 
segelte „Hedwig“ bis zum 1. Juli zu dem in 395° S-Br erreichten Meridian 
von Greenwich. Der 1. Juli war der 28. bis dahin in südlicher Breite ver- 
brachte Tag. Während dieser Zeit hatte man: 10° S-Br in 30° W-Lg am 
7. Juni, 20° S-Br in 32,3° W-Lg am 11. Juni und 30° S-Br in 26,8° W-Lg am 
18. Juni geschnitten. Der Mitsegler „Anna Thormann“ ging am 10. Juli in 
37,8° S-Br von westlicher in östliche Länge über, MDerselbe hatte auf seiner 
westlicheren Route einen sehr schwachen und schralen Passat angetroffen, der 
wiederholt zum Segeln mit St. B.-Halsen zwang und die in etwa 22,3° S-Br 
und 51,6° W-Lg liegende polare Passatgrenze erst am 22. Juni erreichte, Die 
Brigg „Marie“, welche 20° S-Br in 36,7° W-Lg am 12, Juni kreuzte, gelangte am 
14. Juni zu der in 23,5° S-Br und 39,8° W-Lg gelegenen südlichen Passatgrenze.
	        
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