Eingänge von meteorologischen Journalen ete., April 1884,
tember stellte sich nahezu gleichzeitig bei beiden Schiffen ein mehrere Tage
anhaltender Ostwind ein. Als derselbe einsetzte, befand sich „Godeffroy“ in
60,4° S-Br und 72,2° W-Lg, während „Humboldt“ in 57,7° S-Br und 67,2°
W-Lg stand. Das letztere, nördlicher stehende Schiff wurde in diesem Falle
ausnahmsweise länger vom Ostwinde begünstigt, als der weiter nach Süden
hin befindliche Mitsegler. Denn als der Ostwind bei dem am 1. Oktober in
56,3° S-Br und 80° W-Lg stehenden „Godeffroy“ endete, und leichter West-
wind an seine Stelle trat, konnte „Humboldt“ bei frischem NE-Winde noch
etwa fünf Wachen länger seinen westlichen Kurs verfolgen. Als der Ostwind
bei diesem Schiffe früh am Morgen des 2. Oktober ein Ende nahm, befand sich
dasselbe in 55,6° S-Br und 79° W-Lg. Am 4. Oktober, jedoch etwa nur fünf
Stunden früher, als „Humboldt“ es am 5. Oktober in 80,8° W-Lg that, kehrte
„Godeffroy“ in 80,3° W-Lg zurück zum Parallel von 50° Süd. Seit. man den-
selben im Atlantischen Ocean verlassen hatte, waren 19 Tage vergangen. Den
letzten Theil der Reise vollendete „Godefroy“ bei mäfsigem Winde, der sich
allmählich von W durch S nach SSE veränderte. Am 12. Oktober gelangte
die Bark in Sicht der chilenischen Küste und am 13. Oktober ankerte sie im
Hafen von Valparaiso. Es waren bis dahin 92 Tage nach der Abreise von
New-York vergangen. 40° S-Br im Grofsen Ocean hatte die Bark in 77,5°
W-Lg am 8. Öktober geschnitten. Der Mitsegler „Humboldt“ gelangte nach
Valparaiso ebenfalls am 13. Oktober.
Von Iquique aus, wohin „Godeffroy“ auch dieses Mal versegelt war, trat
die mit Salpeter beladene Bark am 21. Dezember die Rückreise nach New- York
an. Sie segelte bei dem in der Nähe der Küste schralen und schwachen, in
gröfserem Abstande von derselben raumeren und frischeren Passate südwest-
wärts, bis der Schiffsort am 29, Dezember 31,5° S-Br in 87,9° W-Lg geworden
war. Nicht weit von diesem Punkte entfernt, ging der Ostwind, bei einem
höchsten Barometerstaude von 767,1 mm, in kurze Stille über, und auf diese
folgte nach kurzer Zeit ein leichter NE-Wind, der sich bald darauf durch N
nach NW veränderte. Nach dieser Veränderung hielt sich der Wind für längere
Zeit im westlichen Halbkreise. Derselbe führte, ohne stürmisch zu wehen, die
Bark bis zum 10. Januar 1884 in Sicht von Diego Ramirez. Da hier an die
Stelle des vorher ganz schwach gewordenen Westwindes ein leichter Ostwind
trat, konnte erst bei dem am 12, Januar einsetzenden SW-Winde die Länge
des Kap Horn überschritten werden. Der 12, Januar war der 22. seit der
Abreise verflossene Tag. Während dieser Zeit hatte man: 30° S-Br in 87,1°
W-Lg am 28, Dezember, 40° S-Br in 88,5° W-Lg am 1. Jahuar und 50° S-Br
in 84,3° W-Lg am 5. Januar gekreuzt.
Im Atlantischen Ocean nahm die Reise bei dem dort angetroffenen, sich
fast stets im westlichen Halbkreise haltenden Winde wieder einen recht befrie-
digenden Verlauf, Der von 43° S-Br an aus dem nordwestlichen Viertel wehende
Wind veränderte sich ganz langsam nach rechts und drehte unweit 27° S-Br
durch N nach NNE. Es wurde dann am 30. Januar in geringer Entfernung
von 26,8° S-Br und 20,5° W-Lg gewendet und mit St. B.-Halsen gesegelt. In
der Nähe dieses Punktes erreichte der Luftdruck einen höchsten Stand von
765,8 mm. Indem der Wind nach einiger Zeit seine Drehung nach rechts fort-
setzte, entstand aus ihm schliefslich der Passat, ohne dafs dessen polare Grenze
sich deutlich erkennbar machte. Dem Anscheine nach lag dieselbe am 4. Februar
in etwa 22,5° S-Br und 27° W-Lg. Der zunächst noch für längere Zeit schwache,
nur zwischen 14° und 4° S-Br kräftig wehende Passat endete schon am 16. Februar
in 1,5° S-Br und 33° W-Lg. Um von diesem Punkte aus bei der nun herr-
schenden schwachen östlichen Mallung zum Aequator in 35° W-Lg zu gelangen,
waren noch zwei Tage erforderlich. Am 18. Februar, 37 Tage später als man
sich beim Kap Horn befunden hatte, ging die Bark von südlicher in nördliche
Breite über. In letzterer stellte sich zwar schon bald ein etwas frischerer Ost-
wind ein, doch wurde das Gebiet des NE-Passats erst am 21. Februar in
3,5° N-Br und 38° W-Lg betreten. Nachdem dasselbe erreicht worden war,
konnte man bei dem darin herrschenden frischen Winde einen recht befrie-
digenden Fortgang erzielen. Zwischen 5° und 20° N-Br war derselbe bei dem
dort wehenden frischesten Winde am raschesten. Zur polaren Passatgrenze
in 22° N-Br und 58,4° W-Lg gelangte „Godefroy“ am 1. März. Der frische
Te
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