472 Eingänge von meteorologischen Journalen etc,, April 1884.
führte die Bark auch am 10, Mai zur Chesapeake Bai. Um zu derselben von
Iquique her zu kommen, waren 85 Tage erforderlich gewesen. Während der
26 im Nordatlantischen Ocean verbrachten Tage hatte die Bark: 10° N-Br in
43,8° W-Lg am 19. April, 20° N-Br in 57,8° W-Lg am 25. April und 50° N-Br
in 70,8° W-Lg am 5. Mai gekreuzt.
Nachdem „Godeffrog“ von Hampton Roads nach New- York versegelt,
dort entlöscht und wieder aufs Neue beladen worden war, ging; die Bark von
diesem letzteren Hafen aus am 13. Juli in See, um eine Reise nach Valparatiso
zu vollenden. Auf leichte unbestäudige Winde, die im Anfange der Reise
herrschten, folgten am 16. Juli Westwinde von etwas gröfserer Stärke, und
nahm die Reise dann einen rascheren Verlauf, Unweit 28° N-Br in 46,5°
W-Lg ging der Westwind am 25. Juli in Mallung über, und auf diese folgte
nach zwei Tagen ein in etwa 27,5° N-Br und 46° W-Lg einsetzender NE-
Wind, der bald auffrischte und zum Passat wurde. Zur Zeit, als derselbe
durchkam, hatte das Barometer einen höchsten Stand von 767,5 mm erreicht.
Der zwischen 24° und 16° N-Br seine gröfste Stärke entwickelnde Passat
wurde südlich vom letzteren Parallele schwächer, setzte unweit 14° N-Br jedoch
noch einmal wieder kräftig ein und endete, als „Godeffroy“ sich am 3. August
in der Nähe von 11° N-Br und 40,3° W-Lg befand. Südlich von dem letzteren
Punkte wurden zunächst umlaufende südwestliche und nordöstliche Winde be-
obachtet und schliefslich am 7. August, in geringer Entfernung von 8,2° N-Br
and 36° W-Lg, der SW-Monsun angetroffen. Bei diesem, von starker östlicher
Strömung begleiteten Winde segelte „Godefroy“ mit St. B.-Halsen bis zum
13. August nach 3,8° N-Br in 24,5° W-Lg. Und nachdem in der Nähe dieses
Punktes gewendet war, ging die Bark zwei Tage später in 29,1° W-Lg von
nördlicher in südliche Breite über. Es waren bis dahin 33 Tago seit dem
Anfang der Reise vergangen. Während dieser Zeit hatte man: 40° N-Br
in 72,5° W-Lg am 14. Juli, 30° N-Br in 48,7° W-Lg am 24. Juli, 20° N-Br in
45,4° W-Lg am 30. Juli und 10° N-Br in 38° W-Lg am 5. August gekreuzt.
Im Südatlautischen Ocean wurde „Godefroy“ bis nach 17° S-Br hin vom
frischen Passate begleitet. Nachdem der Wind südlich von diesem Parallele
flauer geworden war, veränderte sich derselbe am 24. August, in der Nähe
von 20,5° S-Br und 36,5° W-Lg nach NE, dadurch die polare Grenze des
Passatgebietes bezeichnend. Man beobachtete in deren Nähe einen höchsten
Barometerstand von 768,0 mm. Nachdem sich der mäfsige Wind für einige
Tage im nordöstlichen Viertel gehalten hatte, führte derselbe unweit 25° S-Br
eine Drehung durch die westlichen Striche aus, nach welcher wieder ein längere
Zeit anhaltender, sich bald nach NE verändernder Ostwind folgte. Als der
Wind noch südöstliche Richtung hatte, beobachtete man einen unweit 27° S-Br
in 41° W-Lg abgelesenen, höchsten Barometerstand von 776,4 mm. In der
Nähe von 35,5° S-Br und 49,5° W-Lg drehte der Wind, bei inzwischen auf
758,7 mm gesunkenem Barometerstande, zum zweiten Male durch den west-
lichen Halbkreis, und es folgte wieder ein mehrere Tage anhaltender SE-Wind.
Erst als der Wind in etwa 41,5° S-Br und 57,8° W-Lg zum dritten Male durch
N gelaufen war, blieb er westlich und wehte wiederholt stürmisch. Da dessen
Richtung nun auch häufig eine südliche war, nahm die Reise nur einen lang-
samen Verlauf, Am 15. September, dem 31. bis dahin in südlicher Breite er-
lebten Tage, kreuzte „Godefroy“ den Parallel von 50° Süd in 61,8° W-Lg.
Auf dem Wege zu demselben war: 10° S-Br in 32,7° W-Lg am 19. August,
20° S-Br in 36,3° W-Lg am 24, August, 30° S-Br in 44° W-Lg am 30. August
and 40° S-Br in 55,7° W-Lg am 4. September gekreuzt worden. Am 14. Sep-
tember befand sich das eiserne Hamburger Vollschiff „Humboldt“, das auf
einer Reise nach Valparaiso begriffen war, und welches die Linie in 25° W-Lg
am 9. August verlassen hatte, in 50° S-Br und 63° W-Lg.
Am 18. September passirte „Godefroy“ die Strafse Le Maire und an
demselben Tage umsegelte auch „Humboldt“ die Ostspitze der Staaten Insel,
Südlich von derselben konnten anfäuglich beide Schiffe nur in sehr langsamer
Weise Länge gutmachen. Am Mittage des 26. September war der Schiffsort
von „Godeffroy“ noch 58,5° S-Br in 66,7° W-Lg, während gleichzeitig „Hum-
boldt* in 57,2° S-Br und 66,2° W-Lg stand. Noch an demselben Tage über-
schritt „Godeffroy“ den Meridian des Kap Horn in 58,8° S-Br. Am 28. Sep-