Eingänge von meteorologischen Journalen etc., April 1884. 471
obgleich derselbe nicht stürmisch wehte, für längere Zeit nur in laugsamer
Weise nach Westen hin Fortschritt machen. Ein frischer NW-Wind führte
die Bark am 17. Dezember zu der in 58,6° S-Br überschrittenen Länge des
Kap Horn, und als der bei jenem Winde stetig abnehmende Luftdruck mit
730,4 mm seinen niedrigsten Stand erreicht hatte, trat Windstille ein, auf die,
sobald als das Barometer zu steigen begann, ein heftiger SW-Wind folgte.
Am 21, Dezember wurde die Fahrt durch stürmischen, sich bald nach rechts
verändernden Ostwind begünstigt, und ein. heftiger Westwind führte die Bark
am 24. Dezember zurück zu dem in 79,2° W-Lg überschrittenen Parallel von
50° Süd. Seit man denselben im Atlantischen Ocean verlassen hatte, waren
15 Tage vergangen. Den letzten Theil der Reise konnte „Godefroy“ bei
frischen, sich allmählich von W durch S nach SE verändernden Winden eben-
falls in rascher Fahrt vollenden. Der von 42,5° S-Br ab wehende SE-Wind,
führte die Bark bis zum 29. Dezember zur Rhede von Coronel. Der 29. De-
zember war der 27, seit der Abreise vom La Plata verflossene Tag.
Von Iquique aus, wohin „Godefroy“ später versegelt war, trat die Bark
am 14. Februar 1883 eine Reise nach Hampton Roads für Order an. Der in
der Nähe der Küste nur sehr schwach auftretende, aus S wehende Wind wurde
in gröfßserem Abstande vom Lande frischer und raumer. Die Bark segelte bei
ihm bis zum 23, Februar nach 33,5° S-Br in 91,7° W-Lg. In der Nähe dieses
Punktes, wo der Luftdruck einen höchsten Stand von 770,2 mm erreichte, sank
der Wind zum ganz leisen Zuge herab, und aus diesem entwickelte sich nach
einigen Tagen ein frischer Westwind, bei dem die Reise einen günstigen Ver-
lauf nahm. Ohne dals nennenswerthe Stürme die Fahrt erschwert hatten,
kreuzte „Godefroy“ am 10. März die Länge des Kap Horn. Um dahin von
Iquique aus zu gelangen, waren 24 Tage erforderlich gewesen. 30° S-Br war
in 87,8° W-Lg am 21. Februar, 40° S-Br in 92,2° W-Lg am 28. Februar und
50° S-Br in 85,8° W-Lg am 5. März überschritten worden.
Auch im Atlantischen Ocean wurden zunächst vorherrschend Westwinde
beobachtet; doch war, weil dieselben oft unerwünscht schwach, zu anderen
Zeiten wieder aus hoch nördlicher Richtung wehten, bei ihnen kein befriedigen-
der Fortgang zu erzielen. Unweit 34° S-Br in 31° W-Lg drehte der frische
Wind am 26. März durch S nach SE, und indem derselbe die Drehung fort-
3etzte, folgte ein mehrere Tage anhaltender leichter NE-Wind. Aus kurzer
Stille entwickelte sich am 30. März, bei einem höchsten Barometerstande von
766,0 mm und in der Nähe von 26,5° S-Br und 33° W-Lg, ein leichter Ost-
wind, der bald auffrischte und Passat wurde. Dieser, später nur zwischen
10,5° und 4° S-Br kräftig wehende Wind erstreckte sich, wie es zu dieser
betreffenden Jahreszeit nicht selten ist, nicht ganz bis zum Aequator. Derselbe
endete vielmehr schon, als die Bark sich am 10. April in der Nähe von 2,9°
S-Br und 33,4° W-Lg befand, und es vergingen dann bei der folgenden Mallung
und Stille 4!2 Tage, bevor es gelang, den Aequator in 34,7° W-Lg zu er-
reichen. In der Nähe der Linie wurde, wie es unter ähnlichen Umständen
auch schon anderweit beobachtet worden ist, anstatt der gewöhnlichen
Aequatorialströmung eine Östliche Versetzung angetroffen. Am 14. April,
35 Tage später als das Kap Horn verlassen worden war, ging „Godefroy“ in
34,7° W-Lg von südlicher in nördliche Breite über. Vorher war: 50° S-Br in
50° W-Lg am 15. März, 40° S-Br in 33,3° W-Lg am 24, März, 30° S-Br in
30,7° W-Lg am 27. März, 20° S-Br in 35,4° W-Lg am 2. April und 10° S-Br
in 34,3° W-Lg am 6. April gekreuzt worden.
In nördlicher Breite gewann der dort anfangs noch schwache Wind sehr
bald gröfsere Stärke, und konnte die von kräftigem Passate begünstigte Bark
dann für längere Zeit einen recht befriedigenden Fortgang erzielen. Derselbe
wurde langsamer, als sich der Wind nördlich von 20° S-Br nach SE ver-
änderte, Die polare Passatgrenze schien am 27. April in der Nähe von 22,5°
N-Br und 61° W-Lg zu liegen. Der schwache Wind drehte dort, bei einem
Barometerstande von 761,5 mm, durch SE, wehte jedoch später, nachdem es
vorher für kurze Zeit still gewesen war, wieder für längere Zeit aus nörd-
licher und östlicher Richtung. Nachdem der Wind sich am 5. Mai, in geringer
Entfernung von 27° N-Br und 68° W-Lg, durch S nach SW verändert hatte,
folgten mehrere Tage lang anhaltende Westwinde, und ein mäßiger SW-Wind
Ann. d. Hyär. ete., 1884. Heft Y1L