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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

Eingänge von meteorologischen Journalen etc, April 1884. 
Verlauf der Reise war dann für längere Zeit nur ein solch langsamer, dafs 
man bis zum 13. August nur nach 33,3° N-Br in 18° W-Lg vorrücken konnte. 
In geringer Entfernung von diesem Punkte drehte der schwache Wind, bei 
einem Barometerstande von 767,4 mm, durch N nach NNE und, indem er rasch 
auffrischte, wurde derselbe zum Passat. Im Gebiete desselben wurde später 
nur auf der zwischen 31° und 27° N-Br liegenden Strecke frischer Wind an- 
getroffen. Südlich von der letzteren Breite fand man nur einen sehr flauen 
Passat, und als die Bark sich am 23. August in etwa 16,5° N-Br und 26,5° 
W-Lg befand, endete derselbe. Ein sehr schwierig zu überschreitender Gürtel 
leichter Mallung und Stille lag südlich von der äquatorialen Passatgrenze. In 
ihm verbrachte man nicht weniger als 6! Tag, bevor es gelang, den unweit 
11,8° N-Br in 28,7° W-Lg einsetzenden SW-Monsun wieder zu erreichen. Von 
diesem wurde die nun mit St. B.-Halsen segelnde Bark bis zum 9. September 
nach 3,1° N-Br in 16,3° W-Lg geführt. In der Nähe dieses Punktes wurde 
gewendet und dann in zwei Tagen die Strecke bis zu der in 20,2° W-Lg über- 
schrittenen Linie zurückgelegt. Um zu derselben von 50° N-Br her zu ge- 
langen, waren 39 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte man: 
40° N-Br in 16,5° W-Lg am 8. August, 30° N-Br in 20° W-Lg am 15. August, 
20° N-Br in 25,6° W-Lg am 21. August und 10° N-Br in 27,2° W-Lg am 
31. August gekreuzt. Am 9. September war in 27,2° W-Lg die von Newcastle 
nach Valparaiso bestimmte Bark „Jessonda“ von nördlicher in:südliche Breite 
übergegangen. Dieselbe hatte den Kanal am 4. August verlassen und am 
23. August in 17,6° N-Br und 25,i° W-Lg die äquatoriale Passatgrenze zur 
selben Stunde erreicht, wie dieses von „Godeffroy“ in 16,6° N-Br und 25,4° 
W-Lg geschah. In dem südlich vom Passatgebiete liegenden Stillengürtel 
wurde „Jessonda“ gegen „Godeffroy“ bedeutend begünstigt. Denn während 
jene Bark den SW-Monsun schon am 27. August in 14° N-Br und 26,7° W-Lg 
antraf, fand „Godeffroy“ denselben, wie schon erwähnt, erst am 30. August in 
11,8° N-Br und 28,7° W-Lg. „Jessonda“ erreichte als östlichsten «Punkt 19,4° 
W-Lg in 6° N-Br und wendete dort am 2. September, während der Mitsegler 
„Godeffroy“ damals noch in 8,5° N-Br und 26° W-Lg stand. 
Im Südatlantischen Ocean wurde „Godeffroy“ zunächst von frischem, be- 
ständigem Passate begünstigt. Derselbe wurde schwächer, nachdem 16,5° S-Br 
überschritten worden war, und endete, indem der Wind sich nach NE ver- 
änderte, als die Bark sich am 19. September in der Nähe von 17,5° S-Br und 
34° W-Lg befand. Man beobachtete dort einen höchsten Luftdruck von 
765,1 mm, Der Wind vollendete in diesem Falle keine seiner gewöhnlichen 
Drehungen nach links, sondern diesmal sank der hoch nördlich gewordene 
Wind zur Stille herab, und auf diese folgte nach einiger Zeit wieder ein 
frischer, von steigendem Luftdrucke begleiteter, alle Anzeichen des Passates 
besitzender SE-Wind. Als der Wind sich aber am 23. September in der 
Nähe von 23,4° S-Br und 40,6° W-Lg zum zweiten Male nach NE ver- 
änderte, führte er die Drehung auch aus und wehte aus westlicher Richtung 
für mehrere Wachen sturmartig. Südöstlicher Wind folgte diesem Rundlaufe 
nicht mehr, wohl aber kam, obgleich Westwind von nun an vorherrschend 
blieb, der Wind nachher mehrmals aus nördlicher oder östlicher Richtung. Bei 
leichtem Nordwinde erreichte „Godefroy“ am 8. Oktober die La Plata-Mündung. 
Der 8. Oktober war der 56. seit der Abreise von 50° N-Br vergangene Tag. 
Im Südatlantischen Ocean, wo man 27 Tage zugebracht hatte, war 10° S-Br 
in 28,6° W-Lg am 15. September, 20° S-Br in 36° W-Lg am 20. September 
und 30° S-Br in 43,6° W-Lg am 28. September geschnitten worden, Der Mit- 
segler „Jessonda“ war nach 30° S-Br in 42,8° W-Lg am 23. September gelangt. 
Am 2, Dezember verliefßs „Godefroy“ die La Plata-Mündung wieder, um 
nach Coronel zu segeln. Der frische Ostwind, der den Anfang dieser Reise 
begünstigte, hielt an, bis das Schiff südlich von 42° S-Br gelangt war, Dort 
trat ein nordwestlicher Wind an seine Stelle, und bei frischem SW-Winde er- 
reichte „Godefroy“ am 9. Dezember den in 63° W-Lg überschrittenen Parallel 
von 50° Süd. 40° S-Br hatte man in 56,1° W-Lg am 4. Dezember geschnitten. 
Am 12. Dezember umsegelte „Godeffroy“ bei leichtem Ostwinde die Ostspitze 
der Staaten Insel. Bald nachdem man südlich von derselben gekommen war, 
nahm der Wind südliche und westliche Richtung an, und konnte man dann, 
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