464 Eingänge von meteorologischen Journalen etc., April 1884.
Dasselbe war auf einer Reise nach Valparaiso begriffen und hatte den Kanal
am 24, August, wie die Linie in 25,6° W-Lg am 25, September verlassen.
Am 24, Oktober umsegelte „Roland“ bei mäfsigem NW-Winde die Ost-
spitze der Staaten-Insel. Südlich von letzterer konnte man zunächst bei dem
wiederholt heftig stürmenden Westwinde nur sehr geringen Fortschritt erzielen,
Am 29, Oktober befand sich das Schiff noch in 57° S-Br und 66° W-Lg. Es
beobachtete dort für die nächsten 24 Stunden ganz schwache, von Stille unter-
brochene, westliche Winde. Am Mittage des 29. Oktober war der Standpunkt
des Mitseglers „Shakespeare“ in 58° S-Br und 66,2° W-Lg. Derselbe wurde
dann am nächsten Tago durch frischen: NW-Wind gegen „Roland“ in solcher
Weise begünstigt, dafs, als dieses Schiff sich am Mittage des 30. Oktober in
57° S-Br und 66° W-Lg befand, „Shakespeare“ nach 58,3° S-Br und 67,4° W-Lg
vorgerückt war. Anstatt der Stille, die um diese Zeit bei „Roland“ herrschte,
wehte bei „Shakespeare“ ein NNW-Wind von Stärke 5, dagegen beobachtete
dieses Schiff nicht den beim hölzernen Mitsegler auf die Stille folgenden NE-
Wind. Am 1. und 2. November überstanden beide Schiffe einen ungewöhnlich
heftigen, von Hagel- und Schneeböen begleiteten Sturm. Derselbe begann aus
nordöstlicher Richtung, erreichte von daher fast orkanartige Stärke und ver-
änderte sich, nachdem der Luftdruck seinen niedrigsten Stand, bei dem um
8ba,m.. des 2. November in 57,7° S-Br und 72,8° W-Lg stehenden „Roland“
von 724,0 mm, bei dem sich um 10%a. m, des 2. November in 59,2° S-Br und
75,8° W-Lg befindenden „Shakespeare“ von 716,3 mm erreicht hatte, nach W,
Zur Zeit des niedrigsten Barometerstandes herrschte bei ersterem Schiffe
Ostwind von Stärke 5, bei dem zweiten NE-Sturm von Stärke 11. Bei zu-
nehmenden Luftdrucke folgte bei beiden Schiffen später Sturm aus WSW in
Stärke 9—10. Am Mittage des 5. November entwickelte sich bei beiden
Schiffen, bei „Roland“ in 57,6° S-Br und 74,5° W-Lg, bei „Shakespeare“ in
58° S-Br und 75,7° W-Lg, aus vorher herrschender Stille ein etwa 24 Stunden
anhaltender Ostwind. In der zweiten Tageshälfte des 7. November wurde
„Roland“ von einem frischen NE-Winde begünstigt, während „Shakespeare“
gleichzeitig ganz leichten westlichen Zug beobachtete, und war diese Be-
günstigung hinreichend, den vom eisernen Mitsegler gewonnenen Vorsprung
wieder auszugleichen. Am Mittage des 10. November, an welchem Tage beide
Mitsegler wieder nördlich von 50° S-Br gelangten, „Roland“ in 83,3° W-Lg,
„Shakespeare“ in 82,1° W-Lg, war der Schiffsort des ersteren Schiffes in 48,5°
S-Br und 83° W-Lg, gegen den des anderen in 5l° S-Br und 82,1° W-Lg.
„Roland“, der die Länge des Kap Horn am 30. Oktober in Sicht des Landes
überschritten, hatte 18 Tage südlich vom Parallel von 50° S-Br zugebracht.
Auf dem Wege zum Passat wurde „Roland“ zunächst von frischen West-
winden begünstigt. Nördlich von 37° S-Br traten umlaufende südöstliche und
westliche Winde auf, und indem der für kurze Zeit ganz flaue Wind sich am
21. November, in der Nähe von 28° S-Br und 86° W.Lg, durch S nach SSE
veränderte, wurde derselbe zum rasch auffrischenden Passat. Als derselbe
einsetzte, hatte der Luftdruck einen höchsten Stand von 767,6 mm erreicht.
Der später zwischen 24° und 17,5° S-Br flaue, an einem Tage selbst durch
leichte Westwinde unterbrochene, Wind führte das Schiff bis zum 8. Dezember
zu dem in 113,6° W-Lg überschrittenen Aequator. Um zu demselben von
50° S-Br her zu gelangen, waren 28 Tage erforderlich gewesen. Während
dieser Zeit hatte man: 40° S-Br in 83,4° W-Lg am 14. November, 30° S-Br
in 84,8° W-Lg am 19. November, 20° S-Br in 97,2° W-Lg am 28. November
and 10° S-Br in 107,2° W-Lg am 4. Dezember gekreuzt. Der Mitsegler
„Shakespeare“ war nach 40° S-Br in 77,4° W-Lg am 15. November und zur
Rhede von Valparaiso am 18. November gelangt.
Der bei „Roland“ in nördlicher Breite noch recht frisch wehende NE-
Passat veränderte sich dort allmählich nach rechts und wurde infolge dessen
an zwei Tagen bei mäfsigem, von starkem Oststrome begleitetem SSW-Winde
gesegelt. Die erste Stille wurde am 12. Dezember in der Nähe von 12,5° N-Br
und 117,7° W-Lg angetroffen. Nachdem „Roland“ später drei Tage im Stillen-
gürtel zugebracht hatte und bei der meist westlichen Mallung nach 12,8° N-Br
in 119,3° W-Lg vorgerückt war, erreichte derselbe den NE-Passat. Dieser im
allgemeinen kräftige, unweit 21° N-Br jedoch an mehreren Tagen durch leichte