38
Eingänge von meteorologischen Journalen ete., September 1883.
dort keine günstigen Verhältnisse an, denn das Auftreten östlicher Winde war
kein seltenes und ebenso war häufig die Windstärke eine unerwünscht geringe.
Am 3. und 4. Januar 1881 beobachtete man unweit 43° S-Br und 58° O-Lg
bei auf 768,4 mm gestiegenem Barometerstande abwechselnd Windstille und ganz
fAaue Mallung. Am 10, Januar, dem 23. bis dahin in östlicher Länge verbrachten
Tage, gelangte „Malvina“ zach 36,8° S-Br in 80° O-Lg. Der Mitsegler
„Hermann“ hatte dieselbe Länge in 38,5° S-Br am 5. Januar überschritten.
Recht ungünstige Verhältnisse wurden von jener Bark dann auch auf dem Wege
zum Passat angetroffen. Es herrschte dort zunächst ein mäfsiger Nordwind,
der sehr verzögernd wirkte, und liefs sich erst, nachdem derselbe nach NE
und später weiter nach rechts gedreht war, ein einigermafsen befriedigender
Fortschritt erzielen. Aus diesem Winde entwickelte sich in dieser Weise der
Passat, ohne dafs vorher Störung irgend welcher Art beobachtet worden wäre.
Die polare Passatgrenze schien am 14, Januar in der Nähe von 34,5° S-Br und
838,5° O-Lg zu liegen. Der Luftdruck, welcher unweit dieses Punktes auf
763,4 mm zeigte, erreichte einen Tag später einen in etwa 831,5° S-Br abge-
lesenen höchsten Stand von 766,1 mm. Der zwischen 32° und 16,5° S-Br in
gröfster Stärke wehende Passat begleitete die Bark, bis sie zum 23. Januar
nach 9° S-Br in 90,2° O-Lg gelangt war. In geringer Entfernung von diesem
Punkte hörte der Passat zu wehen auf. Er endete, indem er dieselbe Drehung
nach rechts, mit welcher er eingesetzt war, welche während der Dauer des
Passats nur eine Unterbrechung erlitten hatte, weiter fortsetzte.. Der für kurze
Zeit schwache Wind veränderte sich zun durch S nach SW und W und nahm
dann bald wieder bis zur frischen Briese zu. Entsprechend der Veränderung
der Windrichtung trat auch eine solche in der Richtung der Strömung ein. Im
Gegensatze zu der im Passatgebiete beobachteten westlichen Versetzung fand
man im Gebiete des Westmonsuns einen beständigen östlichen Strom. Am
26. Januar ging „Malvina“ in 93,2° O-Lg von der südlichen zur nördlichen
Halbkugel über. Auf dem Wege zum Aequator war: 30° S-Br in 88,6° O-Lg
am 16. Januar, 20° S-Br in 89,4° O-Lg am 18. Januar und 10° S-Br in 90,1°
O-Lg am 22. Januar gekreuzt worden. Der Mitsegler „Mermann“ hatte 20° S-Br
in 110,0° O-Lg am 17. Januar erreicht. In nördlicher Breite wurde der West-
wind bei „Malvina“ bald schwächer und als die Bark am 27. Januar nach
26° N-Br in 93,8° O-Lg gelangt war, veränderte sich der leichte Wind nach
NNW und N, wurde unbeständig und selbst wiederholt von Stille unterbrochen.
Als „Malvina“ sich am 30. Januar in Sicht von Pulo Brasse befand, setzte
mäfsiger NE-Monsun ein. Gleichzeitig mit „Malvina“ befand sich damals dort
auch die Bremer, auf einer Reise von Liverpool nach Singapore begriflene Bark
„Auguste“, und wechselten beide Schiffe Signale mit einander aus. „Auguste“
hatte 50° N-Br am 24. Oktober, 0° Breite in 30,7° W-Lg am 20. November,
0° Länge in 36,6° S-Br am 15. Dezember, 80° O-Lg in 38° S-Br am 9. Januar
ınd zum zweiten Male den Aequator in 93,5° O-Lg am 27. Januar verlassen.
Den letzten Theil ihrer Reise legte „Malvina“ bei leichtem, unbeständigem NE-
Monsun zurück und schließlich erreichte sie am 7. Februar, 118 Tage später
als der Kanal verlassen worden war, den Hafen von Penang.
Nachdem „Malvina“ in den nächsten Jahren eine grofse Anzahl von
Zwischenreisen in ostasiatischen Gewässern vollendet hatte, verliefßs sie am
8. Februar 1883 Singapore, um nach Calcutta zu segeln. Sie erreichte diesen
Platz nach 22tägiger Fahrt, erhielt dort eine für Bremen bestimmte Ladung
und trat schliefslich am 30. März die Heimreise an. Man steuerte auf Seo bei
dem dort angetroffenen leichten, sich von SW allmählich nach NW verändernden
Winde einen SSO-Kurs, auf welchem man bis zum 7. April nach 9° N-Br in
91,5° O-Lg gelaugte. In der Nähe dieses Punktes stellte sich leichte, vor-
herrschend westliche Mallung und Stille ein, bei denen der Fortgang des Schiffes
ein derart langsamer wurde, dafs nicht weniger als 21 Tage erforderlich waren,
um von dort zur Linie in 89,7° O-Lg zu gelangen. Als am 28. April die nörd-
liche Halbkugel verlassen wurde, waren schon 29 Tage nach dem Antritt der
Reise verflossen. Während dieser Zeit war: 15° N-Br in 91,4° O-Lg am
4. April, 10° N-Br in 91,4° O-Lg am 6. April und 5° N-Br in 92,4° O-Lg am
14. April überschritten worden. Am 27. April war in 89,4° O-Lg der am
1. April von Rangoon abgegangene, nach Bremen bestimmte Mitsegler „Deike