Die harmonische Analyse der Gezeitenbeobachtungen,
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Die Form der Glieder ist dieselbe wie die der Tiden kosmischen Ur-
sprungs, wir können sie daher gemeinsam mit diesen behandeln und fassen sie
auf als Tiden, welche zu den Haupitiden hinzutreten, weshalb wir sie Neben-
tiden nennen wollen, da sie ihre Entstehung nicht kosmischen Ursachen, sondern
Jediglich dem Nebenumstande verdanken, dafs die kosmische Tide im Vergleich
zur mittleren Wassertiefe eine hohe ist. Darwin nennt sie „Overtides“,
Die Bedingung für die Entstehung dieser Tiden, dafs ihre Höhe im Ver-
gleich zur mittleren Wassertiefe grofs sein mufs, erlaubt uns die Berücksichtigung
der Nebentiden auf die beiden hauptsächlichsten kosmischen Tiden, nämlich die
halbtägigen Mond- und Sonnentiden, zu beschränken, welche mit Mz und S?
bezeichnet sind. KErstere Tide hat als Argument, soweit dasselbe kosmischen
Ursprungs ist, die Gröfse 2x2 — 2 (s—E), letztere 2t; die entsprechenden Neben-
tiden haben daher die Argumente 4%2 — 4 (s—25), 6x2 — 6 (8—£), 8% — 8 (s—2£)
und 4t und 6t, wenn wir uns auf diese. Glieder beschränken. Diese Tiden
werden, analog den bisher angewandten Bezeichnungen, mit M«, Me, Ms, Sa und
Se bezeichnet,
Zweitens. Wenn mehrere Tiden von verschiedener Periode gleichzeitig
in einem Kanale bestehen, so ist die resultirende Höhe einfach die Summe der
Höhen der einzelnen Wellen, so lange diese Einzelhöhen im Verhältnils zu der
mittleren Tiefe unbedeutend sind. Dies Gesetz der Superposition der Wellen
verliert aber seine Giltigkeit, wenn das Verhältnifs der Einzeltide zu der Tiefe
ein grofses wird.) In diesem Falle treten, ähnlich wie Helmholtz für Töne
gezeigt hat, aufser den ursprünglichen noch andere Wellen auf, welche von der
Summe und Differenz der Argumente der Einzeltiden abhängen, weil es‘ nun
nothwendig ist, die Potenzen und Produkte der Einzeltiden zu berücksichtigen.
Die aus den Produkten eutspringenden Tiden wollen wir zusammengesetzte
Tiden nennen. Darwin nennt sie „Compound tides“ (früher wurden sie auch
wohl Helmholtz-compound-tides genannt).
Welche Tiden dieser Art zu berücksichtigen sein werden, mufs in jedem
einzelnen Falle besonders entschieden werden, im Allgemeinen läfst sich nur
so viel sagen, dafs aller Voraussicht nach höchstens die Kombinationen
der Tiden: Mo, Sı, Kı, N und O und allenfalls noch der Nebentiden M« und
Sa zu je zweien zu berücksichtigen sein werden. Wenn wir die Summen und
Differenzen der Argumente der genannten. sieben Tiden paarweise bilden (wobei
wir die Kombinationen Ma -+ M2 und Sa + S2 weglassen, da sie schon bei den
Nebentiden vorkommen, bezw. auf Ma und Sz zurückführen), so entstehen
36 neue Argumente, welche zu zusammengesetzten Tiden gehören. Von diesen
haben neun dieselben Argumente oder vielmehr, worauf es allein ankommt,
dasselbe ı wie schon entwickelte kosmische Tiden, nämlich:
die Kombination hat das Argument oder & von
M2 — Kı a
M2— 0 Kı
2 — N Mm
82 — FF; >
Kı-LO Ma
Kı— O0 Mf
— X \
— 0 u
Ma —-
Aw
L
so dass also die in der letzten Rubrik genannten Tiden in seichtem Wasser
Störungen unterworfen sind.
Die Kombinationen M: + Kı und Ms — O0, sowie Mz +0 und Ma— Kı
geben je dasselbe 4, erscheinen also je als eine Tide, wenn auch die Koefficienten
verschiedene sind. Darwin schlägt nun vor, sie als nur auf eine Weise, und
zwar die erste aus der Kombination M: + Kı, die zweite aus M«-—Kı ent-
standen anzunehmen. Endlich, ist noch zu erwähnen, dafs die aus den Kom-
binationen Sı — Mz und $ı— X entstehenden zusammengezetzten Tiden dieselben
WB
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l) „Tides and waves“, Art. 223.