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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

Reiseberichte S. M. S. „Prinz Adalbert“. 
Nach Passiren des Lucipara-Kanals bot die Navigirung durch den übrigen 
Theil der Banka-Strafse keine besonderen Schwierigkeiten mehr, erforderte aber 
grofse Aufmerksamkeit, um die dazu wesentlichen, so wenig charakteristischen 
Landmarken rekognoseiren und im Auge behalten zu können. Als solche sind, 
aufser den bereits erwähnten, besonders hervorzuheben: First Point, False Point, 
Second und Third Point, Lalarie Point (kennzeichnet sich durch eine helle 
Sandfläche am Strande, nicht Baumstämme, wie die Segelanweisung angiebt), 
Casuarina Point, Timbage oder Copper Rocks (röthliche Farbe), die Nangka-Inseln, 
Monopin Hill, Kalian-Leuchtthurm (das Feuer ist gut sichtbar und den Angaben 
der Karten und Segelanweisungen entsprechend) und Tanjong Oelar-Leuchtthurm, 
Eine Bake, wie sie die Segelanweisung aufführt, ist auf den Copper Rocks nicht 
gesehen, ebenso wenig eine T’onne, welche dort liegen soll. Bei den Untiefen 
Karang Brom Brom liegt eine spitze — nicht, wie in der Karte verzeichnet ist, 
stumpfe — wie es schien, schwarze Tonne. Die Fredrick Hendrick Rocks sind 
durch eine nach den angestellten Peilungen nicht südlich, sondern nördlich 
von denselben liegende, sehr gut sichtbare rothe Bakentonne markirt. 
Mit dem Passiren der letztgenannten Felsen verliefs das Schiff die 
Banka-Strafse, und wurde dann mit N'ZO ein zwischen Zoedjoe-Inseln und Pulo 
Taya hindurchführender Kurs gesteuert, bis NWzW-Kurs zwischen dem Fredrick- 
Riff und dem Pollum Rock, sowie der Fiy-Bank, recht auf den Eingang der 
Rhio-Strafse führte. Die Toedjoe-Inseln und Pulo Taya, welche am Tage passirt 
wurden, sowie die weithin sichtbaren hohen Berge auf Sinkep und Linga ge- 
statteten fortwährend eine genaue Kontrole des Schiffsortes. Bei der weiteren 
Annäherung an die Rhio-Strafse sind die vor derselben liegenden Inseln leicht 
zu unterscheiden, so dafs das Einsteuern in die Strafse keine Schwierigkeiten 
macht. Auch die Navigirung in der Strafse ist verhältni(smäfsig leicht, da 
hierzu geeignete Land- und Scemarken vorhanden sind. Während der Daurch- 
fahrt S.M.S. „Prinz Adalbert“ wurde dieselbe durch wiederholt einsetzende 
dicke Regenböon, welche Land und Marken verdeckten, erschwert. Von den in 
den Karten verzeichneten Bojen zur Markirung der Untiefen sind die meisten 
in der richtigen Position gesehen; es sind jedoch alles Bakentonnen und 
keine stumpfen Tonnen, wie sie die Karte aufführt; auch scheint die 
angegebene Farbe derselben nicht immer zutreffend. Die beiden Tonnen zur 
Bezeichnung der Zsabella Shoals liegen in der Richtung 0S0%/40 — WNW/4W 
von einander, und nicht wie in den Karten ON0'20—WSW!4AW. 
Nachdem das vor der Nordeinfahrt der Rhio-Strafse liegende, wie an- 
gegeben, durch Bake und Tonne gut markirte Pan-Riff und die Tonne des 
Pas op-Riffes östlich passirt waren, konnte direkt Kurs auf Singapore-Rhede 
genommen. werden, und wurde auf dieser danach ohne weitere Zwischenfälle 
geankert. 
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Angaben über die auf der Fahrt durch die Sunda-, Banka- und Rhio- 
Strafse beobachteten Strömungen zu machen, welche, wenn auch nur einigermafsen, 
sicheren Anhalt für die Strömungsgesetze bieten können, sehe ich mich nicht in 
der Lage. Diese scheinen wenigstens zur Zeit der Monsunwechsel ganz un- 
berechenbar und unregelmäfsig zu sein. Auffallend fand ich besonders in der 
Banka-Strafse die oft dintenschwarz scheinende Farbe des Meerwassers, welches 
jedoch, wenn in einem Glase betrachtet, krystallhell erschien. 
In den Strafsen begegnete „Prinz Adalbert“ oft schweren Stücken Treib- 
holz, welches, wenn es von der Schraube eines passirenden Dampfschiffes ge- 
troffen sein würde, sehr leicht das Brechen der Schraubenflügel hätte zur Folge 
haben können. . 
Wenn Umstände und Zeit dies irgend gestatten, sollte man, um derartige 
Vorkommnisse zu vermeiden, in der Banka-Strafse nur so lange es taghell ist 
dampfen, Nachts aber anf alle Fälle zu Anker gehen und während dieser liegen 
bleiben, was ja auch da, wo die Strafse nicht befeuert ist, der Gewundenheit 
und Schwierigkeit des Fahrwassers halber dringend angerathen werden muß.
	        
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