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Vergleichende Uebersicht etc., April 1884.
Vergleichende Uebersicht der Witterung des Monats April 1884
in Nordamerika und Centraleuropa.
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.)
Nach der „Monthly Weather Review“ des „Signal Office“ in Washington
und der von der Deutschen Seewarte herausgegebenen Uebersicht der Witterung
stellen wir im Folgenden die Hauptzüge im Witterungs-Charakter des Monats
April 1884 in Nordamerika und Centraleuropa einander gegenüber.
Nordamerika.
1. Dio mäßige Anzahl barometri-
scher Minima, welche über das ganze
Gebiet ziemlich gleichmäfsig vertheilt
Waren.
2. Der bis zu 1 mm zu hohe mittlere
Luftdruck im nördlichen und mittleren
Felsengebirge, im oberen Missouri-
Thal, in Minnesota und am oberen
Superiorsee, In den übrigen Distrikten
lag das Mittel unter der normalen,
am meisten an der Ailantischen Küste,
wo die negativen Anomalien 2'% bis
4 mm betrugen. Die Barometer-
schwankungen waren am gröfsten in
der oberen Seenregion und in Maine
(bis 34,9), am geringsten in Süd-
californien, Arizona und Florida
(unter 13 mm).
3. Das Vorherrschen der südlichen
Winde in den Golfstaaten, der süd-
westlichen bis nordwestlichen im
Ohio-Thal, in Tennessee, den Süd-
atlantischen Staaten und Now-England,
der nordwestlichen in New-Jersey,
Maryland und Virginia, der südwest-
lichen in Californien. In den übrigen
Distrikten waren die Winde meist
variabel. Lokalstürme waren weniger
heftig und häufig, als in den vorher-
ırehenden Monaten.
4. Die zu grofsen Niederschlags-
mengen in New-England, der oberen
Seenregion und in dem Gebiete vom
unteren Missouri und von den west-
lichen Golfstaaten nach der Paeifischen
Küste hin. Zu gering war die Nieder-
schlagsmenge in dem Gebiete von
Idaho nach Minnesota, im oberen
Mississippi-Thal und von der unteren
Seenregion und den mittleren Atlan-
tischen Staaten südwärts nach dem
Golf hin.
Centraleuropa.,
1. Die grofsc Häufigkeit meist
flacher Depressionen besonders im
gröfseren südlichen Theile von Europa.
2. Der im nördlichen Theile Con-
traleuropas etwas zu hohe, sonst zu
niedrige mittlere Luftdruck; im Osten
erreichte die negative Anomalie 4mm.
Die geringe Gröfse der Schwankungen
des Luftdruckes, welche im Norden
kaum die Hälfte, im südöstlichen
Centraleuropa etwa %/4 der Normalen
erreichten.
3. Das besonders im Norden ent-
schicden ausgeprägte Vorherrschen
der Winde aus N bis SE, oder aus
NW bis E. Die Stärke der Winde
war größfstentheilg unbedeutend.
4. Die durchschnittlich nahezu
normale, in cinzelnen Gegenden aber
bedeutend von der gewöhnlichen ab-
weichende Niederschlagsmenge, welche
vielfach in Form von Schneefällen
auftrat.