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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

416 Eingänge von meteorologischen Journalen ete., März 1884. 
Wind noch für einige Tage in westlicher Richtung, und als der Wind am 
12. Januar nach N umgelaufen war, führte derselbe die Bark noch am näm- 
lichen Tage zum in der Nähe von Sandy Hook gelegenen Ankerplatze. Um zu 
demselben von 50° N-Br ab zu gelangen, waren 34 Tage erforderlich gewesen. 
Während dieser Zeit hatte man: 40° N-Br in 18° W-Lg am 13. Dezember, 
30° N-Br in 25,4° W-Lg am 17. Dezember, 20° N-Br in 44,5° W-Lg am 
24. Dezember und zum zweiten Male 30° N-Br in 72° W-Lg am 7. Januar, wie 
30° W-Lg in 24,8° N-Br am 19. Dezember, 50° W-Lg in 19° N-Br am 26. De- 
zember, 60° W-Lg in 20° N-Br am 29. Dezember und 70° W-Lg in 24,5° N-Br 
am 1. Januar gekreuzt. 
Am 15. Februar ging „Niagara“ wieder von New-York aus in See, um 
nach Hamburg zu segeln. Die Reise verlief unter angenähert denselben Ver- 
hältnissen, wie sie im Reisebericht des Mitseglers „Cleopatra“ schon beschrieben 
worden sind. Am 7, März, dem 20. seit der Abreise verflossenen Tage, gelangte 
„Niagara“ zur Kanalmündung. Auf dem Wege dahin war: 70° W-Lg in 38,2° 
N-Br am 17. Februar, 60° W-Lg in 39° N-Br am 21. Februar, 50° W-Lg in 
40,3° N-Br am 24, Februar und 30° W-Lg in 45° N-Br am 29. Januar ge- 
achnitten worden. 
10. Reise der Elsflether Bark „Gerd Heye“, Kapt. E. Ladewigs. 
Am 12. September 1883 verliefs die nach Boston bestimmte Bark „Gerd 
Heye“ den Hafen von Cebu, Dieselbe durchsegelte bei schwachem umlaufendem 
Winde den südöstlichen Theil der Sulu See und passirte am 19. September die 
Bastlan Strafse. Am 22. September, als sich „Gerd Heye“ in 6,5° N-Br und 
122,5° O-Lg befand, wurde dort mit der Führung des meteorologischen Journals 
begonnen. Die Bark versuchte damals gegen die in der Celebes See herrschenden 
schwachen Westwinde nach SW hin vorzurücken, um in dieser Weise den 
Eingang der Makassar Strafse zu gewinnen. Ein ungewöhnlich starker, in 
3 Tagen einmal den Betrag von 120 Sm erreichender, südöstlicher Strom ver- 
eitelte aber die Ausführung dieses Vorhabens, und als man sich am Mittage 
des 4. Oktober in 1,9° N-Br und 122,2° O-Lg befand, entschlofs sich Kapt. 
Ladewigs, abzuhalten und östlich von Celebes nach Süden zu segeln, Indem 
dieser Entschlufs ausgeführt wurde, gelangte „Gerd Heye“ am 7. Oktober in 
Sicht der an der NO-Spitze von Celebes gelegenen kleinen Insel Bejaren, und 
am 10. Oktober überschritt die Bark den Aequator in 126,3° O-Lg. In süd- 
licher Breite nahm der flaue unbeständige Zug, der bis dahin fast nur aus 
züdwestlicher Richtung gekommen war, südöstliche Richtung an und erschwerte 
Jadurch den Fortgang jetzt ebenso sehr, wie es der südwestliche Zug in der 
Sulu See gethan hatte, Am 17. Oktoher passirte „Gerd Heye“ die zwischen 
den Inseln Obi und Mangola gelegene Strafse, am 20. Oktober durchsegelte die 
Bark die östlich von Buru liegende Passage. Nachdem man südlich von der- 
selben gekommen war, lielßs Kapt. Ladewigs einen westlichen auf die Salayer 
Strafse gerichteten Kurs steuern. Am 25. Oktober befand das Schiff sich in 
dieser letzteren und am %. November gelangte „Gerd Heye“ zur Lombock Strafse. 
Am 3. November, 52 Tage nach dem Antritt der Reise, hatte die Bark 
endlich den Indischen Ocean erreicht. Dort stellte sich dann, nachdem während 
der ersten beiden in ihm zugebrachten Tage noch leichter südlicher Zug be- 
obachtet worden war, am 5. November der SE-Passat ein, bei dem zum ersten 
Male auf dieser Reise ein befriedigend rascher Fortgang erzielt werden konnte. 
Der zwischen 12,5° und 19,5° S-Br in gröfster Stärke wehende Passat sank 
anweit 20° S-Br zum ganz leisen Zuge herab, herrschte jedoch später noch 
wieder für längere Zeit als leichte Briese. Die polare Passatgrenze schien am 
26. November in der Nähe von 25° S-Br und 67° O-Lg zu liegen. Der Passat 
endete nicht indem dort die Windrichtung eine nordöstliche wurde, sondern 
der Wind nahm bis zum ganz leisen Zuge ab, und nachdem dieser und Mallung 
an zwei Tagen geherrscht hatten, folgte wieder ein mäfsiger Ostwind. Dieser 
nahm nach einigen Tagen ein Ende, indem derselbe sich nach N und W ver- 
änderte, und als die Drehung nach links vollendet worden war, folgte wieder süd- 
östlicher Wind. Später vollendete der Wind noch mehrere, in unregelmäfsiger Weise 
ausgeführte Drehungen nach links, bei denen sich noch ein ziemlich rascher 
Fortschritt nach Westen erzielen liefs. Stürmische Winde wurden weder hier
	        
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