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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

Eingänge von meteorologischen Journalen ete., März 1884, 415 
von 741,6 mm mäfsigte sich der vorher für kurze Zeit orkanartig wehende 
Wind, und folgte dann, während das Barometer zu steigen begann, ein stür- 
mischer NW-Wind. Als „Cleopatra“ am 5. Januar 1884 sich schon in der Nähe 
des Bestimmungshafens befand, stellte sich dort ein kräftiger NW-Wind ein, 
bei dem die Luftwärme his auf unter — 7°C. sank. Am 7. Januar erreichte 
das Schiff den Hafen von New-York. Um zu demselben von Lizard her zu 
gelangen, waren 33 Tage erforderlich gewesen. 30° W-Lg hatte man in 42,3° 
N-Br am 14. Dezember, 50° W-Lg in 41,6° N-Br am 24. Dezember, 60° W-Lg 
in 42,2° N-Br am 28. Dezember und 70° W-Lg in 39,9° N-Br am 5. Januar 
gekreuzt. Am 12. Januar, 7 Tage nach „Cleopatra“, ankerte die Bremer, von 
Liverpool nach New-York bestimmte Bark „Niagara“ in der Nähe von Sandy 
Hook. Dieses Schiff hatte den Parallel von 50° Nord in 11,5° W-Lg am 
9. Dezember verlassen und dann bei westlichen und‘ östlichen Winden einen 
südlichen Kurs eingeschlagen, Auf demselben hatte sie dann einen am 12. De- 
zember unweit 41,5° N-Br in 16° W-Lg bei einem höchsten Barometerstande 
von 780 mm einsetzenden NE-Wind gefunden, der später unmittelbar zum Passat 
wurde, Indem die Bark sich bei ihm zwischen 19° und 20° N-Br hielt, legte 
sie dort in befriedigend rascher Fahrt die erforderliche Länge zurück und ge- 
langte am 2, Januar zurück zu der in 25,5° N-Br und 71° W-Lg liegenden 
polaren Passatgrenze. Zur Zeit, als „Niagara“ dieselbe überschritt, befand 
sich „Cleopatra“ in 40,6° N-Br und 68,3° W-Lg. Am Mittage des 6. Januar 
war der Standpunkt der Bark in 29,4° N-Br und 73,8° W-Lg gegen den gleich- 
zeitigen des Vollschiffes in 39,5°. N-Br und 73,6° W-Lg. Da „Niagara“ nach 
dieser Zeit noch einen mehrere Tage anhaltenden heftigen Sturm überstehen 
mufste, erreichte sie, wie schon erwähnt, Sandy Hook am 12. Januar nach 
34tägiger Reise von 50° N-Br her. ; 
Am 11. Februar ging „Cleopatra“ von New-York aus in See, um: nach 
Hamburg zu segeln. Auf leichten östlichen Wind, der während der beiden 
ersten auf See verbrachten Tage wehte, folgte am 13, Februar ein frischer, 
sich bald nach rechts verändernder Südwind. Später wurden jedoch noch 
wiederholt Ostwinde angetroffen, und verzögerte sich infolge dessen die Reise 
noch bedeutend. Die einzigen stürmischen Winde, durch welche die im ganzen 
in ungewöhnlich ruhiger Weise verlaufende Reise beunruhigt wurde, kamen 
auch aus östlicher Richtung. Am 5. März, dem 22, seit der Abreise verflossenen 
Tage, führte ein frischer Westwind das Schiff zur Kanalmündung. Während 
der Fahrt über den Ocean war: 70° W-Lg in 38,8° N-Br am 13. Februar, 
60° W-Lg in 39,5° N-Br am 16. Februar, 50° W-Lg in 41° N-Br am 20, Fe- 
bruar und. 30° W-Lg in 45,6° N-Br am 26. Februar überschritten worden. Die 
Bark „Niagara“, welche New-York am 15. Februar verließ, gelangte nach 
Lizard am 7. März. 
9. Reise der Bremer Bark „Niagara“, Kapt. J. Kuhlmann. 
Am 9. Dezember 1883 überschritt die auf einer Reise von Liverpool nach 
Sandy Hook hbegriffene Bark „Niagara“ den Parallel von 50° Nord. Dieselbe 
verfolgte von dort aus bei kräftigem Westwind einen südlichen Kurs, auf welchem 
sie bis zum 12. Dezember nach 41° N-Br in 16,3° W-Lg gelangte. In der Nähe 
dieses Punktes veränderte sich der kurze Zeit vorher schwach gewordene Wind 
bei einem höchsten Barometerstand von 780,1 mm durch N nach NE, und indem 
sich der bald auffrischende Wind dann dauernd im östlichen Halbkreise hielt, 
entstand aus ihm, ohne dafs weitere Störung erfolgte, der Passat. Die Reise 
verlief infolge dessen für längere Zeit in ungestörter Weise. Man segelte bis 
zum 2. Januar 1884 nach der in 25,4° N-Br und 71° W-Lg gelegenen polaren 
Passatgrenze, ohne dafs sich Nennenswerthes ereignete. Das Barometer, welches 
unweit des letzterwähnten Punktes auf 764,0 mm zeigte, erreichte mehrere Tage 
später einen in geringer Entfernung von 27,5° N-Br abgelesenen höchsten Stand 
von 770,1 mm. Als „Niagara“ sich am 8. Januar in der Nähe ‚von 33° N-Br 
und 72,5° W-Lg befand, begann dort ein aus SE einsetzender heftiger, von 
einem niedrigsten Luftdruck von 749,0 mm begleiteter Sturm. Die zeitweise 
fast orkanartigen Böen, in denen dieser Sturm besonders auftrat, führten so 
lange, wie der Wind südliche Richtung besafs, Regen, als er aus westlicher 
kam, Hagel herbei. Nachdem der Sturm sich gemäfsigt hatte, hielt sich der 
Ann. d. Hrdr. etec., 1884. Heft YH.
	        
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