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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

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Eingänge von meteorologischen Journalen etc., März 1884. 
Abreise vom Kanal vergangen. Während dieser Zeit hatte man: 40° N-Br in 
15,1° W-Lg am 18. Juni, 30° N-Br in 17,8° W-Lg am 23. Juni, 20° N-Br in 
19,7° W-Lg am 27. Juni und 10° N-Br in 21,4° W-Lg am 4. Juli gekreuzt. 
Nach langem Aufenthalt an der Küste von Gwinea, während dessen nicht 
weniger als 15 verschiedene Ladeplätze besucht und der Kupferbeschlag des 
Schiffes sehr unrein geworden war, trat „Gemma“ von Quitta aus am 12, Ok- 
tober die Rückreise nach Marseille an. Man verfolgte bei dem auf See herr- 
schenden leichten SW-Wind zunächst einen südlichen Kurs, bis 1° N-Br in 
5° O-Lg erreicht worden war. In der Nähe dieses Punktes wurde am 22. Ok- 
tober zum ersten Male gewendet und dann meistens mit B-B.-Halsen gesegelt, 
Da die Strömung das Schiff auch jetzt noch, obschon weniger als sie es nördlich 
von 1° N-Br gethan hatte, nach Osten versetzte, konnte man nur in langsamer 
Weise nach Westen hin vorrücken. Erst nachdem „Gemma“ am 28. Oktober 
in 1,5° O-Lg südliche Breite erreicht hatte, wurden günstigere Stromverhältnisse 
und etwas frischere und raumere Winde angetroffen. Am 29. Oktober kreuzte 
die Brigg in 0,5° S-Br den ersten Meridian und am 6. November wurde in 
15° W-Lg wieder die nördliche Halbkugel betreten. Als man sich am 11. No- 
vember in etwa 2° N-Br und 21,8° W-Lg befand, wurde ein hoch nördlicher 
Kurs eingeschlagen, auf dem „Gemma“ bis zum 13. November zu der in 5,5° 
N-Br und 22,9° W-Lg überschrittenen Grenze des SE-Passats vorrückte. Zur 
Ueberschreitung des Stillengürtels waren 4 Tage erforderlich. Nach Verlauf 
derselben stellte sich unweit 8,3° N-Br in 23,6° W-Lg der NE-Passat wieder 
ein, dessen Gebiet sich nicht weiter als bis nach 21,5° N-Br in 30,4° W-Lg 
ausdehnte. In geringer Entfernung von diesem Punkte sank der Wind, bei 
einem auf 765,0 mm gestiegenen Barometerstand zum ganz leisen Zuge herab, 
Dieser Zug ging rasch in Stille über, und nachdem diese einen halben Tag 
lang angehalten hatte, trat ein leichter NW-Wind an ihre Stelle, der die Brigg 
bis zum 6. Dezember nach 29° N-Br in 24,5° W-Lg führte. Nachdem die Brigg 
in der Nähe dieses Punktes durch ganz leichte Mallung wieder mehrere Tage 
lang aufgehalten worden war, stellte sich bei einem auf 776,0 mm gestiegenen 
Barometerstand ein kräftiger NE-Wind ein, bei dem wieder mit St-B.-Halsen 
gesegelt werden mufste. Da dieser Wind ganz ungewöhnlich lange anhielt, 
entstand nun eine bedeutende Verzögerung der Reise, Kapt. Beenke, der 
hoffte, weiter nach Norden hin günstigere Winde anzutreffen, segelte zunächst 
nach NW, bis die Azoren gesichtet wurden, und stand, als sich auch dort keine 
Veränderung zeigte, wieder für längere Zeit nach SO. Auch als nach einem 
am 31. Dezember in der Nähe von 37,2° N-Br und 13,5° W-Lg beobachteten, 
von Blitzen und St. Elmsfeuer begleiteten Sturm der Wind für kurze Zeit nach 
S umlief, drehte derselbe doch bald wieder nach Ost zurück, Durch diese 
Umstände wurde die Reise in solcher Weise verlängert, dafs erst am 
13. Januar 1884 die Strafse von Gibraltar erreicht werden konnte, Es waren 
bis dahin nicht weniger als 93 "Tage nach dem Antritt der Reise verflossen. 
Während dieser Zeit hatte man: 10° N-Br in 24° W-Lg am 18. November, 
20° N-Br in 30,1° W-Lg am 25. November und 30° N-Br in 23,5° W-Lg am 
10. Dezember überschritten. 
Reise des Bremerhavener Vollschiffes „Cleopatra‘, Kapt. H. Kordes. 
Während einer Reise von Bremen nach New-York überschritt am 5. De- 
zember 1883 das Vollschiff „Cleopatra“ die Länge von Lizard. Der Ostwind, 
bei dem dasselbe geschah, begünstigte die Fahrt des Schiffes auch noch für 
die folgenden beiden Tage. Er endete am 8. Dezember in Stille, und auf diese 
folgte bald ein umlaufender Westwind, bei dem sich, da dessen Stärke im 
allgemeinen keine übergrofße war, derselbe später auch wiederholt von kurzen 
Ostwinden unterbrochen wurde, noch ein ganz befriedigender Fortgang nach 
Westen erzielen lielfs. Unter mehreren, übrigens nicht sehr heftigen und lange 
anhaltenden Stürmen, die „Cleopatra“ während dieser Fahrt antraf, war der 
heftigste derjenige, welcher am 28. Dezember in der Nähe von 42° N-Br und 
60° W-Lg überstanden wurde. Am Tage vor diesem Sturme herrschte ein von 
einem Barometerstande von 768,7 mm begleiteter, ganz leiser südöstlicher Zug. 
Als derselbe sich nach Süd veränderte, nahm derselbe rasch zu an Stärke, und 
in derselben Weise sank auch der Luftdruck. Bei einem niedrigsten Stand 
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