Eingänge von meteorologischen Journalen etc., März 1884.
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Im Atlantischen Ocean nahm die Reise bei den dort herrschenden,
mäfsigen, nicht sehr beständigen Winden ihren ferneren ungestörten Fortgang.
Nachdem man nach 29,5° S-Br vorgerückt war, trat an die Stelle des zuletzt
wehenden leichten Ostwindes ein hoch nördlicher Wind, bei dem meistens mit
B-B.-Halsen gesegelt wurde, Aus Stille und leisem östlichen Zuge entwickelte
sich am 27. Dezember in etwa 23,5° S-Br und 23,7° W-Lg der SE-Passat, bei
dem der noch übrige Theil des Weges zur Linie zurückgelegt wurde. Kurze
Zeit bevor der Passat einsetzte, hatte der Luftdruck einen höchsten Stand von
767,0 mm erreicht. Am 9. Januar 1884 ging „Ceres“ in 26,8° W-Lg von der
südlichen zur nördlichen Halbkugel über. Die zwischen Kap Horn und der
Linie liegende Strecke war von der Bark in 41 Tagen zurückgelegt worden.
Auf derselben hatte man: 50° S-Br in 47,8° W-Lg am 6. Dezember, 40° S-Br
in 34,5° W-Lg am 12. Dezember, 30° S-Br in 28,6° W-Lg am 20. Dezember,
20° S-Br in 24,4° W-Lg am 29, Dezember und 10° S-Br in 25,9° W-Lg am
4. Januar gekreuzt.
Im Stillengürtel, den man auf der zwischen 2,1° N-Br in 27,2° W-Lg
und 3,4° N-Br in 28° W-Lg liegenden Strecke antraf, verweilte „Ceres“ kaum
länger als einen Tag. Nach demselben gelang es, den am 12. Januar ein-
setzenden NE-Passat wieder anzutreffen, bei dem die Reise einen günstigeren
Verlauf nahm; Das Passatgebiet, welches sich bis nach 33° N-Br in 39,3° W-Lg
ausdehnte, bot dem Schiffe auf der zwischen 10° und 32° N-Br liegenden Strecke
die günstigsten Verhältnisse zur Förderung der Reise. Als der Passat am
26. Januar endete, hatte der Luftdruck einen höchsten Stand von 778,5 mm
erreicht. Nördlich vom Passatgebiet folgte auf die dort zunächst für einen
Tag herrschende Mallung zwar bald westlicher. Wind, doch war derselbe nur
von kurzer Dauer. Unweit 39° N-Br nahm der Wind noch einmal wieder
nordöstliche Richtung an, und erst eine Woche nachher kam unweit 42,5° N-Br
ein durchstehender Westwind durch, bei dem der letzte Theil der Reise voll-
endet werden konnte. Am 13. Februar erreichte „Ceres“ die Mündung des
Kanals. Um zu derselben von Taltal aus zu gelangen, waren 110 Tage er-
forderlich gewesen. Davon waren 35 Tage in nördlicher ‚Breite verbracht
worden. 10° N-Br hatte man in 33,1° W-Lg am 16. Januar, 20° N-Br in
37,6° W-Lg am 20. Januar, 30° N-Br in 39,2° W-Lg am 24. Januar und
40° N-Br in 27,3° W-Lg am 2. Februar gekreuzt.
7. Reise der Elsflether Brigg „Gemma‘“, Kapt. H. Beenke.
Die von Rotterdam nach dem am Busen von Guinea gelegenen Hafenplatz
Grand Bassam bestimmte Brigg „Gemma“ befand sich am 12. Juni 1883 in
der Nähe von Lizard. Da auf die dort damals herrschende Stille bald ein
hoch nördlicher, sich nach NE verändernder Wind folgte, nahm die Reise einen
recht befriedigenden Verlauf, und aus dem NE-Winde entstand später der
Passat, ohne dafs der Uebergang in denselben sich in irgend einer Weise be-
merkbar machte. Der Luftdruck, welcher vor dem Kanal auf 775,1 mm gezeigt
hatte, betrug unweit 45,5° N-Br 767,0 mm, stieg dann aber später wieder bis
zu dem in der Nähe von 41° N-Br abgelesenen höchsten Stand von 774,3 mm.
Südlich von dem letzteren Parallel hielt sich das Barometer für längere Zeit
in ziemlich gleichmäfsiger Höhe. Der nördlich von 35° N-Br schon recht
kräftig wehende Passat erlitt sowohl in Sicht von Madeira, wo „Gemma“ sich
am 231. Juni befand, als am 23. Juni im Gesichtskreise von Palma eine kurze
Unterbrechung. Im Uebrigen verlief die Fahrt des sich östlich von der Kap
Verde-Inselgruppe haltenden Schiffes in recht befriedigender Weise. Die erste
Veränderung in der bis dahin so ungewöhnlich beständigen Windrichtung fand
am 30. Juni in der Nähe von 14° N-Br und 20,7° W-Lg statt. Der schwach
gewordene Wind drehte dort durch N nach NW und nahm dann langsam bis
zum ganz leisen Zuge ab. Auf der zwischen 12° und 8,5° N-Br liegenden
Strecke verbrachte die Brigg infolge dort herrschender Mallung und Windstille
5 Tage. Nachdem sich jedoch am 6. Juli in der Nähe von 8,6° N-Br und
20,5° W-Lg der von starker östlicher Strömung begleitete SW-Monsun einge-
stellt hatte, konnte wieder ein rascherer Fortgang erzielt werden. Am 14. Juli
befand sich „Gemma“ in Sicht des Kap Palmas, und am 16. Juli ankerte die
Brigg auf der Rhede von Grand Bassam. Es waren dann 34 Tage seit der