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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

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Eingänge von meteorologischen Journalen etc., März 1884. 
und 24,2° W-Lg beginnenden Stillengürtel, zu dessen Ueberschreitung 31/2 Tage 
erforderlich waren. Von dem in 4° N-Br und 24,3° W-Lg einsetzenden SE- 
Passat wurde die Bark bis zum 19. Mai zur Linie in 26,8° W-Lg geführt. Es 
waren damals 26 Tage verflossen, seit man den Kanal verlassen hatte. Während 
dieser Zeit war: 40° N-Br in 15,4° W-Lg am 27. April, 30° N-Br in 20° W-Lg 
am 2. Mai, 20° N-Br in 24,2° W-Lg am 8. Mai und 10° N-Br in 24,7° W-Lg 
am 11. Mai gekreuzt worden. 
Im Südatlantischen Ocean sank der auch dort anfänglich kräftig wehende 
Passat unweit 6° S-Br zur leichten Briese herab, um dann für längere Zeit als 
solche zu wehen. Die polare Grenze des südlich von 16,5° S-Br recht kräftig 
auftretenden Passats lag am 1. Juni in der Nähe von 23,7° S-Br und 39° W-Lg. 
Der Wind nahm dort bei einem höchsten Barometerstande von 770 mm bis zum 
yanz leisen Zuge ab, und am 2. und 3. Juni herrschte Windstille. Aus dieser 
Stille entwickelte sich noch am letzteren Tage ein leichter nordöstlicher Wind, 
der sich bald nach links veränderte. Südlich von 27° S-Br waren westliche 
Winde, bei denen sich jedoch ein befriedigend rascher Fortgang erzielen liels, 
vorherrschend; ungünstig waren dagegen die sich unweit 44° S-Br einstellenden, 
mehrere Tage anhaltenden, südlichen und südwestlichen Winde, Bei kräftigem 
Westwinde überschritt „Ceres“ am 20, Juni in 63,2° W-Lg den Parallel von 
50° Süd. Der 20. Juni war der 32. bis dahin auf der südlichen Halbkugel 
zugebrachte Tag. Während dieser Zeit hatte man: 10° S-Br in 31,5° W-Lg 
am 24, Mai, 20° S-Br in 36,8° W-Lg am 30. Mai, 30° S-Br in 41,3° W-Lg am 
5. Juni und 40° S-Br in 49° W-Lg am 12, Juni gekreuzt. 
Am 23. Juni umsegelte „Ceres“ bei mäfsigem NNE-Winde die Ostspitze 
der Staaten Insel, und bei östlichem Winde überschritt die Bark am 25. Juni 
in 56,5° S-Br auch den Meridian des Kap Horn. Ostwind begünstigte die 
Fahrt des Schiffes während der folgenden Tage ferner in solcher Weise, dafs 
der Schiffsort am 30. Juni in 51,6° S-Br und 81,6° W-Lg war. Durch den 
dort nach NW umlaufenden und stürmisch werdenden Wind wurde nun aber 
noch eine derartige Verzögerung verursacht, dafs erst am 3. Juli in 78,5° W-Lg 
50° S-Br überschritten werden konnte. Es waren bis dahin 13 Tage verflossen, 
seit dieselbe Breite im Atlantischen Ocean verlassen worden war, Während 
dieser in so günstiger Weise ausgeführten Umsegelung des Kap Horn war bis 
zum 30. Juni kaum eine gröfsere Windstärke als 6 beobachtet worden, und die 
nach dieser Zeit angetroffenen stürmischen Winde besafsen auch keine aufser- 
gewöhnliche Heftigkeit. Den letzten Theil der Reise konnte „Ceres“ bei fast 
nur aus südöstlicher Richtung wehendem Winde ebenfalls in rascher Weise 
vollenden. Als die Bark sich am 9. Juli schon in Sicht der chilenischen Küste 
befand, veränderte sich der Wind noch nach NE und bewirkte dadurch, daß 
erst am 10. Juli der Bestimmungsplatz erreicht werden konnte. Um zu dem- 
selben von Lizard ab zu gelangen, waren nur 78 Tage erforderlich gewesen. 
Im Stillen Ocean war 40° S-Br in 75,2° W-Lg am 8. Juli überschritten worden. 
Nachdem „Ceres“ in Talcahuano einen Theil der Ladung entlöscht hatte 
und später nach Valparaiso und Taltal versegelt war, trat die nun mit Salpeter 
beladene Bark vom letzteren Platze aus am 26. Oktober die Heimreise an. 
Sie segelte bei dem auf See angetroffenen mäfsigen Passat mit B-B.-Halsen 
bis zu der am 1. November in 27,3° S-Br und 82,2° W-Lg erreichten polaren 
Passatgrenze. Als in ihrer Nähe der Wind zum ganz leisen Zuge herabsank, 
hatte der Luftdruck einen Stand von 767,5 mm erreicht. Es folgte nun 
zunächst für mehrere Tage ganz leichte Mallung und nach dieser wieder ein 
etwas frischerer SE-Wind, bei dem das Barometer bis auf einen unweit 30° S-Br 
abgelesenen höchsten Stand von 771,5 mm stieg. Nachdem derselbe erreicht 
worden war, herrschten abermals leichte umlaufende Winde, und am 16. und 
17. November wurde unweit von 37° S-Br in 85° W-Lg Stille beobachtet. Bei 
diesen Verhältnissen konnte der Verlauf der Reise nur ein langsamer sein. 
Erst bei dem folgenden frischeren Westwinde nahm die Reise einen rascheren 
Verlauf, Am 29. November, dem 35. bis dahin auf See verbrachten Tage, 
gelangte „Ceres“ zur Länge des Kap Horn. Auf dem Wege dahin war: 30° S-Br 
in 83,5° W-Lg am 6. November, 40° S-Br in 86° W-Lg am 18. November und 
50° S-Br in 81,7° W-Lg am 23. November überschritten worden.
	        
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