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Eingänge von meteorologischen Journalen ete,, März 1884.
von 765,7 mm erreicht. Der Wind vollendete später eine Drehung nach links,
nach welcher er wieder für mehrere Tage aus südöstlicher Richtung wehte,
Auch südwestlicher Wind wurde noch wieder beobachtet, ohne dafs der Wind
jedoch vorher durch N gedreht war. Anhaltende nordwestliche Winde wurden
am 7. Mai in geringer Entfernung von 33° S-Br in 30° W-Lg angetroffen, und
indem sich der Wind von nun an fast ununterbrochen im westlichen Halbkreise
hielt, führte derselbe die Bark bis zum 17. Mai in 40,9° S-Br zu dem Meridian
von Greenwich. Der 17. Mai war der 35. bis dahin in südlicher Breite zu-
gebrachte Tag. Während dieser Zeit hatte man: 10° S-Br in 31,6° W-Lg am
18. April, 20° S-Br in 34,2° W-Lg am 23. April und 30° S-Br in 35,5° W-Lg
am 1. Mai überschritten.
Während der Zeit, in welcher die erforderliche Länge zurückgelegt wurde,
hielt „Lima“ sich am längsten zwischen 42° und 43° S-Br. Man führte jenes
aus bei Winden, die vorherrschend aus westlicher, an mehreren Tagen aber
auch aus östlicher Richtung wehten. Unter mehreren Stürmen, durch welche
die Fahrt erschwert wurde, war der heftigste derjenige, welcher am 20. und
21. Mai in der Nähe von 42° S-Br und 12° O-Lg überstanden wurde. Der-
selbe begann aus N, wehte, als der Luftdruck mit 734,0 mm seinen niedrigsten
Stand erreicht hatte, aus NNW für kurze Zeit orkanartig und endete später
aus WSW. Das Schiff wurde durch diesen Sturm zum Beidrehen gezwungen,
Bei frischem am 7. und 8. Juni unweit von 41° S-Br und 69° O-Lg wehendem
Ostwinde erreichte der Luftdruck einen höchsten Stand von 773,4 mm. Bei
atürmischem Westwinde gelangte „Lima“ schliefslich am 11. Juni zu dem in
38,7° S-Br überschrittenen Meridian von 80° Ost. Es waren dann 25 Tage
vergangen, seit man westliche Länge verlassen hatte. Den Weg zum Passat-
gebiet legte die Bark bei umlaufenden, meist günstigen, jedoch wiederholt mit
unerwünschter Heftigkeit auftretenden Winden zurück. In geringer Entfernung
von 25,5° S-Br in 105° O-Lg drehte der mäßige Wind am 21. Juni von SSW
durch S nach SSE und wurde, indem er bald auffrischte, zum Passat. Der Luft-
druck, welcher in der Nähe der polaren Passatgrenze 762,4 mm betrug, erreichte
anweit 22° S-Br einen höchsten Stand von 766,1 mm. Vom kräftigen Passat
wurde „Lima“ bis zum 27. Juni zur Sunda Straße geführt, und am 30, Juni
ankerte die Bark auf der Rhede von Anjer. Auf dem letzten Reiseabschnitt
war vorher: 30° S-Br in 102,2° O-Lg am 19. Juni, 20° S-Br in 105,2° O-Lg
am 23. Juni und 10° S-Br in 106,5° O-Lg am 26. Juni gekreuzt worden.
Nachdem „Lima“ von Anjer nach Batavia gegangen und dort ein Theil der
Ladung gelöscht worden war, versegelte die Bark zunächst nach Cheribon und
später noch nach Kalbout und Probolingo, um in diesen letzteren beiden Plätzen
eine aus Zucker bestehende Ladung einzunehmen.
Am 29. September trat „Lima“ von Probolingo aus die Heimreise nach
dem Kanal an. Als das Schiff am 5. Oktober das südliche Ende der Balt
Stra/se erreicht hatte, wurde wieder mit der Führung des meteorologischen
Journals begonnen. Es wehte dort damals schon der SE-Passat und begünstigt
von diesem, später freilich nur flau und unbeständig herrschenden Winde nahm
die Reise zunächst für längere Zeit ihren ungestörten Verlauf. Die südliche
Grenze des zwischen 17,3° S-Br in 96° O-Lg und 20° S-Br in 70,5° O-Lg seine
gröfste Stärke entwickelnden Passats lälst sich mit einiger Sicherheit nicht be-
stimmen. Vielleicht lag sie in der Nähe von 21° S-Br und 66° O-Lg, wo der
Ostwind am 26. und 27. Oktober zur flauen Briese herabgesunken war. Nach-
dem der Ostwind jedoch bald wieder größere Stärke erlangt hatte, wehte er
für längere Zeit mit grofser Beständigkeit, und erreichte das Barometer, welches
am 26. Oktober auf 765,2 mm gezeigt hatte, einen unweit 24° S-Br in 56° O0-Lg
abgelesenen höchsten Stand von 768,4 mm, In geringer Entfernung von 29,5°
S-Br in 425° O-Lg nahm der Wind am 6. November zum ersten Male nord-
östliche Richtung an. Er vollendete dann bis zum 14. November nicht weniger
als vier ziemlich regelmäfsig verlaufende Drehungen nach links. Während der-
selben wurden verhältnifsmäfsig bedeutende Schwankungen des Luftdrucks beob-
achtet. Längere Zeit anhaltende Westwinde, die auch an mehreren Tagen
atürmisch wehten, stellten sich ein, nachdem der Wind am 14, November in
der Nähe von 34,5° S-Br und 26° O-Lg abermals durch N gedreht war. Doch
folgte auch in diesem Falle nach 3 Tagen wieder östlicher Wind, bei welchem