Eingänge von meteorologischen Journalen etc., März 1884, 407
wieder einen rascheren Verlauf. Unweit 39,5° N-Br in 16,5° W-Lg drehte bei
einem höchsten Barometerstande von 773,0 mm der frische Wind am 28. Sep-
tember durch N nach NE, und es entstand aus ihm später der Passat, ohne dafs
der Zeitpunkt dessen Einsetzens sich in deutlicher Weise bemerkbar machte.
Die Bark verfolgte für längere Zeit ihre Reise, ohne dafs sich irgend Nennens-
werthes ereignete. Der stetig und beständig wehende Passat hörte auf zu
wehen, nachdem die Bark von ihm bis zum 24. Oktober nach 25° N-Br in
69° W-Lg geführt worden war. Er endete, indem der schwach gewordene
Wind sich nach SE veränderte, doch blieb die Windrichtung später noch für
längere Zeit eine östliche. Bei frischem Nordwinde wurde am 2. November
der Hafen von Port Royal erreicht. Es waren dann 47 Tage nach der Abreise
vom Kanal vergangen. Während dieser Zeit hatte man: 40° N-Br in 16,5°W-Lg
am 28, September und 30° N-Br in 22,8° W-Lg am 2. Oktober, wie 30° W-Lg
in 23° N-Br am 5. Oktober, 50° W-Lg in 19,4° N-Br am 14. Oktober, 60°W-Lg
in 20,4° N-Br am 18. Oktober, 70° W-Lg in 26° N-Br am 24. Oktober und
80° W-Lg in 31,2° N-Br am 31. Oktober überschritten. Das Bremer, auf einer
Reise von Fiume nach New-York vegriffene Vollschiff „Hedwig“, welches am
17. September die Strafse von Gibraltar durchsegelte, gelangte zum Hafen von
New-York am 29, Oktober.
Am 30. Januar ging die „Johanne Auguste“ wieder von Port Royal aus
in See, um nach Bremen zurückzukehren. Auf südlichen Wind, bei dem die
Reise angetreten wurde, folgten bald westliche Winde, die später, obgleich
noch wiederholt unterbrochen von östlichen Winden, für längere Zeit die
herrschenden blieben. Mehrere Stürme, die beobachtet wurden, verdienen doch
keine besondere Erwähnung, und wurde die Fahrt über den Ocean vollendet,
ohne dafs sich Nennenswerthes während derselben ereignete, Man kreuzte:
70° W-Lg in 34,6° N-Br am 4. Februar, 60° W-Lg in 37,9° N-Br am 8. Fe-
bruar, 50° W-Lg in 40° N-Br am 11. Februar, 30° W-Lg in 43,4° N-Br am
19. Februar und erreichte am 25. Februar die Mündung des Kanals. Es waren
dann 26 Tage seit der Abreise vergangen.
3. Reise der Bremer Bark „Lima“, Kapt. L. Mohrhusen,
Am 4. März 1883 trat die Bark „Lima“ von New-York aus eine Reise
nach dem Orderplatze Anjer an. Schwere auf See gleich angetroffene Stürme
verhinderten anfänglich die Führung des meteorologischen Journals, und begann
diese erst, als man sich am 8. März in der Nähe von 37° N-Br und 64,5° W-Lg
befand. Die Bark verfolgte von dort aus bei umlaufenden, nicht selten aus
östlicher Richtung kommenden Winden von ungleicher Stärke einen südöstlichen
Kurs, auf dem sie bis zum 22. März nach 31° N-Br in 37,5° W-Lg vorrückte,
Als dort auf Mallung und Stille ein frischer NE-Wind folgte, schien es, als ob
damit der Passat erreicht sei. Südlich von 25° N-Br stellte sich jedoch noch
wieder eine mehrere Tage lang anhaltende, leichte, südliche Briese ein, und
erst nachdem diese 6 Tage lang geherrscht hatte, gelang es, den Passat anzu-
treffen. Die nördliche Grenze desselben schien am 31. März in der Nähe von
21,8° N-Br und 35,8° W-Lg zu liegen. Der dort beobachtete Luftdruck betrug
765,6 mm. Als der kräftige Passat die Bark bis zum 8. April nach 4,2° N-Br
in 26,3° W-Lg geführt hatte, endete derselbe und Windstille und leiser Zug,
deren Gebiet sich bis in südliche Breite hinüber erstreckte, traten an dessen Stelle,
Bei leichter südöstlicher Briese ging „Lima“ am 12. April in 26,6° W-Lg von
nördlicher in südliche Breite über. Die Bark hatte die zwischen Abfahrtshafen
und Linie liegende Strecke in 39 Tagen zurückgelegt und auf derselben: 30°N-Br
in 37,8° W-Lgy am 23. März, 20° N-Br in 35,4° W-Lg am 1. April und 10° N-Br
in 286° W-Lg am 5. April, wie 60° W-Lg in 36,5° N-Br am 10. März,
50° W-Lg in 33,5° N-Br am 16. März und 40° W-Lg in 33,6° N-Br am
19. März gekreuzt.
In südlicher Breite wurde „Lima“ zunächst noch einen Tag durch Stille
und Mallung aufgehalten. Unweit 0,8° S-Br stellte sich am 13, April der
SE-Passat ein, der später zwischen 2° und 17,5° S-Br recht kräftig und be-
ständig wehte, und dessen Gebiet sich bis nach 25° S-Br in 34,6° W-Lg aus-
üdehnte. Als der schwach gewordene Wind sich in der Nähe dieses Punktes
am 25. April nach NE veränderte, hatte der Luftdruck einen höchsten Stand
Ann. d. Hydr. efc.. 1884. Heft YILL