Eingänge von meteorologischen Journalen ete., September 1883. 31
geführt worden war, endete derselbe. Bei der auf ihn folgenden, unbeständigen
östlichen Briese liefs sich indessen auch noch ein einigermafsen befriedigender
Fortgang nach Süden erzielen, und als „Germania“ am 15. November nach
4,7° N-Br in 24,1° W-Lg gelavgt war, stellte sich dort der SE-Passat ein. Am
17. November ging die Bark in 28° W-Lg von der nördlichen zur südlichen
Halbkugel über. Die zwischen 50° N-Br und Linie liegende Strecke war in
23 Tagen durchsegelt worden. Während dieser Zeit hatte man: 40° N-Br in
15° W-Lg am 30. Oktober, 30° N-Br in 19,2° W-Lg am 4. November, 20° N-Br
in 21,3° W-Lg am 7. November und 10° N-Br in 23;1° W-Lg am 12. November
gekrenzt. Am 18. November, nur etwa acht Stunden später als „Germania“,
passirte in 28,5° W-Lg die von Hamburg nach Hongkong bestimmte Hamburger
Bark „Adolph“ den Aequator. Dieselbe hatte den Kanal am 27. Oktober ver-
lassen und später die westlich von den Kap Verde-Inseln verlaufende Route
eingehalten, Dieses Schiff, welches beim Uebergange vom NE- zum SE-Passat
gar keine Mallung antraf, legte die Strecke zwischen Kanal und Linie in
22 Tagen zurück. Um von 30° N-Br her den Aequator zu erreichen, waren
für „Germania“ 13, für „Adolph“ 11 Tage erforderlich gewesen. Zwischen
10° N-Br und 0° Breite hatte die eiserne Bark fünf, die hölzerne vier Tage
zugebracht. In diesem Falle hatte die westliche Route die günstigeren Ver-
hältnisse geboten. ;
Im Südatlantischen Ocean wurde „Germania“ nur bis nach 14° 8S-Br in
33,4° W-Lg vom Passat begleitet, denn schon in der Nähe dieses Punktes nahm
ler Wind am 283. November nordöstliche Richtung an. Unweit 22° S-Br in
37,5° W-Lg drehte der Wind am 28. November durch N nach W, um dann
bald wieder nach SE zurückzukehren. Nachdem er sich dann für sehr lange Zeit
im östlichen Halbkreise gehalten hatte, stellten sich schliefslich am 9, Dezember,
in der Nähe von 43° S-Br in 61,8° W-Lg westliche Winde ein. Dieselben
entstanden, indem sich der Wind bei heftigem Gewitter und einem auf 744,0 mm
gesunkenen Barometerstande durch N nach W veränderte. Kr hielt sich dann
für längere Zeit in letzterer Richtung und wehte aus derselben an mehreren
Tagen stürmisch. Am 15. Dezember, dem 28, bis dahin in südlicher Breite
verbrachten Tage, kreuzte „Germania“ bei frischem Westwinde in 65,4° W-Lg
den Parallel von 50° Süd. Auf dem Woge zu diesem Punkte war: 10° S-Br
in 32,6° W-Lg am 21. November, 20° S-Br in 36° W-Lg am 26. November,
30° S-Br in 47,2° W-Lg am 2. Dezember und 40° S-Br in 57,8° W-Lg am
7, Dezember gekreuzt worden. Der Mitsegler „Adolph“, welcher sich am 20. No-
vember in 7,4° S-Br und 304° W-Lg befunden hatte, während gleichzeitig
„Germania“ in 7° S-Br und 31,7° W-Lg stand, der vom Passat bis zum 27. No-
vember nach 26,3° S-Br in 27,5° W-Lg begleitet worden war, kreuzte 20° S-Br
in 29,4° W-Lg am 24. November. ;
Am 17. Dezember durchsegelte „Germania“ bei frischem nordwestlichem
Winde. die Strafse ie Maire, und an demselben Tage goschah dieses auch von
der Hamburger nach Arica bestimmten Bark „Magellan“. . Dieselbe hatte .den
Kanal am 4. Oktober, 0° Breite in 29,8° W-Lgy am 7. November und 50° S-Br
in 64,2° W-Lg am 12, Dezember verlassen, Am 21. Dezember kreuzte . „Ger-
mania“ bei leichtem Ostwinde in 57,5° S-Br die Länge .des Kap Horn, und,
nachdem der noch übrige Theil der Umsegelung dieses Vorgebirges infolge
anhaltender, mehrfach sehr stürmischer Westwinde noch eine verhältnifsmälsig
Jange Zeit in Anspruch genommen hatte, gelang cs am 4. Januar 1883, zu dem
in 82° W-Lg überschrittenen Parallel von 50° Süd zurückzukehren. Südlich
von demselben hatte man 20 Tage zugebracht. Der Mitsegler „Magellan“
erreichte 50° S-Br in 82° W-Lg am 5. Januar. Auf dem Wege zum Passat
iraf „Germania“ zunächst mehrere Tage anhaltende, mäßige Westwinde an.
Nachdem jedoch 37° S-Br überschritten worden war, gerieth die Bark in leichte
amlaufende Winde und Stille, so dafs der Fortgang für längere Zeit nur ein
sehr langsamer wurde. Indem leichter südlicher Zug sich nach SE veränderte
und an Stärke zunahm, stellte sich am 18. Januar in geringer Entfernung von
29,5° S-Br und 82° W-Lg der SE-Passat ein. Der in der Nähe dieses Punktes
764,8 mm betragende Luftdruck stieg später bis zu einem unweit 28° S-Br beob-
achteten Maximum von 770,0 mm. Als der überall nur in sehr geringer Stärke
auftretende Passat „Germania“ nach’ 1,5° S-Br geführt: hatte, sank. er zum