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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

Einige Bemerkungen über Chronometer, 
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sämmtlicher 70 Chronometer, zu welcher aber zu bemerken ist, dafs sich darunter 
auch diejenigen Chronometer befinden, welche auch sonst unregelmäfsige Gänge 
zeigen, während natürlich an Bord der Schiffe nur Chronometer von regel. 
mäfsigem Gange gebracht werden. 
. Das arithmetische Mittel der sämmtlichen. Gangdifferenzen ist + 0,13°, 
die Zahl der positiven Differenzen 36, die der negativen 34, es tritt also durch- 
aus keine erkennbare Neigung zu einer Gangänderung nach der positiven Seite 
hervor, In Betreff der Größe der Gangänuderungen der in der Zusammen- 
stellung zuerst genannten Chronometer ist zu erwähnen, dals die.neun ersten 
Chronometer nach einer. im letzten Winter ausgeführten Untersuchung in die 
III. Klasse gehören, d. h. die Gröfsen A-}- 2B sich gröfser als 55°. gezeigt 
haben. Diejenigen beiden mit einem * bezeichneten. Chronometer, welche 
während des Transports stehen geblieben sind, bei denen die Schwingungen 
der Unruhe also eine sehr erhebliche Störung erlitten haben, zeigten nur sehr 
geringe Gangdifferenzen, 
Unter den 70 oben genannten Chronometern haben, wie die Zusammen- 
stellung zeigt, 15 Stück, d. h. 21 Procent, eine Gangänderung von mehr als 
einer Sekunde erlitten, und diese Zahl übersteigt kaum diejenigen Gang- 
änderungen, welche auch sonst unter normalen Verhältnissen beobachtet werden; 
während die auf pag. 649 der „Ann. d. Hydr. etec.“, 1881, gegebene Zusammen- 
stellung von Gangänderungen solcher Chronometer, die von der Sternwarte auf 
die Schiffe gekommen sind, 46 Procent von Chronometern mit Gangänderungen 
von mehr als einer Sekunde aufweist. 
Die letztgenannte Zusammenstellung ergiebt ferner 
25 Procent Gangänderungen über ”® 
12% # ) 
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während bei der obigen Zusammenstellung 7 Procent der Gangänderungen 2° 
übersteigen und gröfsere als 3° überhaupt nicht mehr vorkommen. Den Chrono- 
metertransporten über Land ist demnach ein überwiegender Einflufs auf den 
Chronometergang wohl keinenfalls zuzuschreiben. 
2. Mangelhafte Ausführung der kardanischen Aufhängung. 
Hierin liegt unzweifelhaft öfters eine Quelle grofser Unregelmäfsigkeiten, und 
zwar. Sowohl wenn die Achsen der Aufhängungsvorrichtung zu viel Reibung 
haben, als auch wenn sie sich zu leicht bewegen. 
Im ersteren Falle können erheblich schräge Lagen .des Chronometers 
entstehen, wodurch der Gang sehr bedeutend beeinflufst werden mufs. In den 
„Ann, d. Hydr. ete.“, 1881, pag. 650, habe ich für eine Anzahl von Chronometern 
die Gangdifferenz für horizontale. und vertikale Lage des Zifferblattes mitgetheilt, 
deren Größe bis zu 85° ging. Bei einem solchen Chronometer würde eine 
mittlere Neigung im Betrage von 5 Grad den Gang nahezu um 85° sin 5° oder 
um mehr als 7° täglich ändern. Wenn aber die Reibung zu gering ist, so kann 
bei starker Bewegung des Schiffes das Werk in pendelnde Bewegung kommen, 
die noch weit störender wirken kann. Es wird sich deswegen empfehlen, die 
Chronometer so einzurichten, dafs die Gangunterschiede bei horizontaler und 
vertikaler Lage des Zifferblattes innerhalb mäfsiger Grenzen bleiben, und den 
Axen der kardanischen Aufhängevorrichtung eine weder zu grofße noch zu 
geringe Reibung zu geben. Es liefßse sich auch wohl ohne gro(se Schwierigkeit 
eine Einrichtung treffen, durch welche die Beweglichkeit der Ringe regulirt 
werden könnte. 
3. Magnetismus der Schiffe. Ueber die Wirkung des Schiffs- 
magnetismus auf den‘ Chronometergang habe ich in der letzten Zeit eine Anzahl 
Versuche in folgender Weise angestellt. Ein Chronometer würde isolirt von 
den andern aufgestellt und ein Magnetstab in einer solchen Entfernung und 
Richtung angebracht, dafs die Nadel eines kleinen unmittelbar über dem. Chrono- 
meter aufgestellten Kompasses sich vollkommen astatisch zeigte, so dafs also 
die Wirkung des Erdmagnetismus genau aufgehoben wurde. Am folgenden Tage 
wurde der Magnet so umgedreht, dafs die Pole vertauscht waren, so dafs also 
die Wirkung der erdmagnetischen Kraft verdoppelt wurde. Am dritten Tage 
wurde der Magnet wieder in die erste Lage gebracht u. s. w. Auf diese Weiso 
”
	        
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