30 Eingänge von meteorologischen Journalen etc., September 1883.
selben zu kommen. Nach Verlauf dieser Zeit stellte sich am 29. März in
geringer Entfernung von 10,3° S-Br und 90° O-Lg der SE-Passat ein, bei dem
sich für längere Zeit ein befriedigend rascher Fortschritt erzielen ließ.
Derselbe begleitete das Schiff für eine ungewöhnlich lange Zeit. Als er
schliefslich endete, geschah dasselbe nicht in gewöhnlicher Weise durch eino
Veränderung der Windrichtung nach NE und N, sondern der Wind wurde all-
mählich schwächer, bis schliefslich nur noch ganz leiser Zug herrschte. In der
Nähe von 28,5° S-Br und 52° O-Lg, wo am 15. April die polare Passatgrenze
angetroffen wurde, zeigte das Barometer auf einen höchsten Stand von 767,3mm.
Auf leichten südlich vom Passatgebiete herrschenden Zug folgte bald wieder
ein sehr lange Zeit anhaltender Ostwind, welcher erst endete, nachdem das
Schiff von ihm nach 30° O-Lg geführt worden war. In geringer Entfernung
von diesem Punkte veränderte sich der Wind durch NE und N nach W, um
dann am 27, und 28, April unweit 34° S-Br in 30° O-Lg als heftiger Sturm
zu wehen, Nachdem der Sturm sich gemäfsigt hatte, konnte man doch nur in
schr langsamer Weise nach Westen hin fortschreiten, so dafs cs nicht eher als
am 21, Mai möglich war, die Länge der Kapstadt zu überschreiten. Am 29. Mai
gelangte „Arcturus“ in 12,3° O-Lg zurück zum Parallel von 30° Süd. Es
waren nicht weniger als 38 Tage verflossen, seit man dieselbe Breite im
indischen Ocean verlassen hatte. Auf dem Wege von der Linie zur Südspitze
Afrika’s hatte das Schiff: 10° S-Br in 90° O-Lg am 28, März, 20° S-Br in
75,6° O-Lg am 4, April und 30° S-Br in 40° O-Lg am 21. April, wie 60° O-Lg
in 26,7° S-Br am 11. April und 30° O-Lg in 33° S-Br am 29. April gekreuzt.
Auf den kräftigen SE-Wind, bei welchem im Atlantischen Ocean der
Parallel von 30° Süd wieder überschritten wurde, folgten später noch wieder
westliche Winde und südliche, von Stille unterbrochene Mallung. Erst am 8. Juni
war es möglich, die in 22° S-Br und 5° O-Lg gelegene polare Passatgrenze
zu erreichen, Man beobachtete in ihrer Nähe einen auf 770,7 mm gestiegenen
Barometerstand. Vom SE-Passat wurde „Arcturus“ bis zum 26. Juni zu der
in 24° W-Lg überschrittenen Linie geführt. Das Schiff hatte die zwischen 30°
S-Br und diesem letzteren Punkte liegende Strecke in 28 Tagen durchsegelt
und auf derselben: 20° S-Br in 1,5° O-Lg am 11. Juni und 10° S-Br in 12,7°
W-Lg am 17. Juni gekreuzt.
Um den in nördlicher Breite zwischen 5,6° N-Br in 25,1° W-Lg und
10,7° N-Br in 24,9° W-Lg angetroffenen Stillengürtel zu überschreiten, waren
{ür „Arcturus“ neun Tage erforderlich. Nach Verlauf derselben erreichte man
am 7. Juli den NE-Passat wieder, der sein Gehiet nordwärts bis nach 28° N-Br
in 35,7° W-Lg ausdehnte. In der Nähe dieses Punktes, wo ein höchster Baro-
meterstand von 768,6 mm beobachtet wurde, gerieth das Schiff am 20. Juli
wieder in Mallung. Bei den später folgenden leichten westlichen und östlichen
Winden nahm die Reise auch nur einen langsamen Verlauf, und liefs sich erst
bei dem nördlich von 42° N-Br herrschenden, kräftigen Westwinde ein rascherer
Fortgang erzielen, Am 17. August gelangte „Arcturus“ in die Nähe von Fal-
mouth. Zur Vollendung der Reise waren 167 Tage erforderlich gewesen.
Während der 52 Tage, welche man im Nordatlantischen Ocean verbracht hatte,
war 10° N-Br in 24,6° W-Lg am 5. Juli, 20° N-Br in 31,5° W-Lg am 15. Juli,
30° N-Br in 35° W-Lg am 23, Juli und 40° N-Br in 27,5° W-Lg am 7. August
yekreuzt worden.
4. Reise der eisernen Bremer Bark „Germania“, Kapt. 0. Romberg.
Die auf einer Reise von Hull nach San Francisco begriffene Bark „Ger-
manza“, welche, Nord um Schottland segelnd, sich am 14. Oktober 1882 in
Sicht von Fair Island befunden hatte, überschritt am 25. Oktober in 12,5° W-Lg
den Parallel von 50° Nord. Südlich von dieser Breite konnte sie bei den aus
ynordwestlicher Richtung wehenden, zu Zeiten stürmischen Winden einen rascheren
Fortgang erzielen, und als man am 2, November nach 34,5° N-Br in 16,5° W-Lg
vorgerückt war, veränderte sich dort der Wind von NNW durch N nach NNE
and wurde zum Passat, ohne dafs vorher irgend eine Störung beobachtet worden
war. Ein höchster Luftdruck von 769,8 mm wurde unweit 32° N-Br in 18°
W-Lg abgelesen. Als das sich östlich von der Kap Verde-Gruppe haltende
Schiff vom frischen Passat bis zum 10, November nach 11,8° N-Br in 22,6° W-Lg