Vermessungsbericht S. M. Kbt. „Hyäne“.
305
Der Felsen, welcher in unmittelbarer Nähe des Ankerplatzes liegt, ist
ziemlich gut zu erkennen; eine Bake oder sonstige Marke befindet sich zur Zeit
nicht auf demselben, doch hat die Firma Hernsheim die Absicht, eine solche
errichten zu lassen.
Geankert wurde in folgenden Peilungen: Nordspitze der Insel N5° W,
Flaggenstange der Plantagen-Gesellschaft N 38° 0. Auf der SW-Ecke des Riffs
bei der Hernsheim’schen Faktorei liegt eine Boje.
Arhno.‘) Der Ankerplatz vor der Handelsstation der Insel Arhno besteht,
wie aus der Skizze auf Tafel 10 ersichtlich ist, nur aus einem schwachen Sand-
streifen und kann auch nur bei überlandigen Winden von den Kopra holenden
Schonern benutzt werden. Die Schoner können sich gerade auf dem Platz
vermooren. Von Osten kommend, wie S. M. Kbt. „Hydne“ es that, ist es nicht
ganz leicht, den Platz zu finden, da die ganze Küste bis dahin aus Buchten
besteht und die Häuser der Händler schlecht zu sehen sind. Die Bucht ist
daran zu erkennen, dafs der Bestand mit Palmen und Gebüsch, welcher bis dahin
dicht, zum Theil sehr dicht ist, hier sich lichtet, namentlich in der Mitte der
Bucht, so dafs man bequem die Lagune sehen kann. Die Ansteuerung des
Ankerplatzes erfolgt, von dieser Seite kommend, erst dann, wenn man die
Bucht vollkommen übersehen kann; dann kann man auf die an der kurzen Seite
der Bucht gelegenen Häuser zu halten, bis man mit dem Loth Grund findet.
Der Anker mufs schon auf 30m Wasser fallen, da die Tiefe weiterhin schnell
abnimmt und der Grund außerdem steinig wird.
5. Pleasant-Insel.?)
Die Skizze der Insel auf Tafel 10 wurde beim Umfahren derselben auf-
genommen. Die Insel hat eine rundliche Form ohne scharfe. Ecken. An der
Ostseite ist eine gröfsere Bucht, welche durch scharf markirte Steinhaufen be-
grenzt wird. Kin Ankerplatz ist nirgends vorhanden; die Riffe fallen ganz steil
zu bedeutenden Tiefen ab. Boote landen an der NW-, West- und Südseite,
indem sie bei genügend hohem Wasserstande auf das Riff gehen, von wo sie
sofort auf den Strand geschleppt werden. Boote in Gröfse eines Kutters können
auch auf dem Riff selbst verankert werden von etwa 2 Stunden vor bis 2 Stun-
den nach Hochwasser. Die Hafenzeit ist nach Angabe eines Deutschen, der
für Arhno als Lotse fungirte, 2* 30", Der Unterschied zwischen Hoch- und
Niedrigwasser beträgt ca 2m.
; Die Küsten der Insel sind flach und zeigen einen schmalen Sandstrand,
hinter welchem Kokospalmen und Brodfruchtbäume zwischen niedrigem Gobüsch
in grofser Anzahl stehen. Hütten der Eingeborenen zeigen sich am ganzen
Strande entlang. Die Mitte der Insel ist felsig, doch fast überall gut bewachsen.
Die. gröfste Höhe derselben wurde zu 70m gemessen. Siehe Ansicht auf Taf. 10,
Der Strom setzte nach SO in ungleicher Stärke; in NW und SO von
der Insel bis zu 1 Sm in der Stunde.
6. Neu-Irland,
Irish Cove, an der Ostseite des St. Georgs-Kanal, ist nur klein (Tit. XII,
121), Es wurde hier für eine Nacht geankert. Der Ankerplatz liegt an der
Westseite. Man geht beim Einlaufen dicht um die SW-Ecke der Bucht herum
und ankert querab von einem, sich durch gelbe Blätter bemerkbar machenden
Busch, eine knappe Kabellänge von Land. Weiter hinein darf man nicht, da
3ich dort eine sehr steil auflaufende Muddbarre befindet. Um ein etwaiges
Herumschlagen des Schiffes nach dieser Barre zu hindern, wurde eine Trosse
nach Land gebracht und steif geholt. Nach der Seite des nächsten Landes ist
gleichmäfsige Tiefe bis in Entfernungen von ca 25m von Bord, von wo der
Grund ziemlich steil aufsteigt. Es wurden in dieser Entfernung noch 9m Wasser
gefunden. Weiter in der Mitte der Bucht ist die Wassertiefe zu bedeutend zum
Ankern. Die Ankerpeilung war: NW-Spitze von Wallis Island SSW'/4W und
SO-Spitze derselben Füsel SSO!/0.
1) S. „Ann. d. Hydr. etc.“, 1881, pag. 533; 1882, pag. 151.
?) S. „Ann, d, Hydr. etc.“, 1881, pag. 533; 1882, pag. 154.
Ann, d. Hydr. ete., 1884, Heft VII