accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

WE 
Vermessungsbericht S. M, Kbt. „Hyäne“ 
3. Gilbert - Inseln. 
Apamama, Auf der Reise dorthin wurde am 3. Januar die in der Liste 
der „Reported dangers in the South Pacific Ocean“ unter No. 112 angegebene 
Insel zwischen 5 und 6" p.m. auf ca 7 bis 8 Sm Abstand passirt. Es wurde 
ein guter Ausguck nach dieser Insel gehalten, aber nichts gesehen, Schon zu 
Anfang der Reise wurde starke Ostströmung vorgefunden, welche vom 4. bis 5. 
eine Stärke von 40 Sm S77°O erreichte. Am 5. Mittags 12* 15" wurde die 
Insel Apamama in WSW*/4W gesichtet und darauf zugehalten. Beim Passiren 
wurde die Lage der Südspitze auf 0° 17,8‘ N-Br und 173° 55,9‘ O-Lg bestimmt. 
Von der Südspitze bis zum Ankerplatz wurde dicht unter dem Riff entlang 
gesteuert und nur dicht vor Entrance Island etwas weiter abgehalten, um 
bequem in die Passage einlaufen zu können. Da das Schiff nur kurze Zeit hier 
bleiben sollte, so wurde in der Mitte der Passage auf 8m Tiefe und Sandgrund 
in der Peilung: Entrance Island-Nordspitze in 0S0!/40 und Südspitze in SS0O°40 
geankert. Kin Lotse erschien nicht. Die Ansteuerung ist bequem, da sich die 
begrenzenden Riffe recht gut markiren. 
Die Strömung in der Passage läuft, wie von S. M.S. „Ariadne“ („Ann. 
d. Hydr. etc.“, 1879) angegeben, NE'LE—-SW!'4AW. Die Stärke der Strömung 
wurde bis 1,5 Sm gefunden, und der Unterschied zwischen Hoch- und Niedrig- 
wasser betrug 1,2m. 
Diese letzteren Angaben basiron jedoch nur auf Beobachtungen, welche 
in einer Nacht und zu einer Zeit, in welcher der Betrag der Ebbe- und Fluth- 
differenzen nur gering sein konnte, gemacht worden sind, 
Am nächsten Morgen kamen Eingeborene an Bord, welche sich als Lotsen 
auswiesen, und wurde unter Beihülfe derselben der Ankerplatz in der Lagune 
aufgesucht, da Westwinde zu erwarten waren, durch welche der Ankerplatz in 
der Passage ein sehr unsicherer wird. Anweisungen über das Einlaufen in die 
Lagune lassen sich gar nicht aufstellen, da schon am Ende der Passage selbst 
and später in der Lagune eine beträchtliche Menge grofser Steine derartig 
verstreut liegen, dafs ein richtiges Kurssteuern vollkommen ausgeschlossen ist, 
Selbst die Lotsen haben keinen bestimmten Kurs, um diesen Steinen aus dem 
Wege zu gehen. Sie waren zu Zweien, und nach Angabe des auf der Back 
stationirten wurde bald nach Steuerbord, bald nach Backbord ausgewichen. 
Geoankert wurde in der Lagune in folgonden Peilungen: Nordspitze von Entrance 
Island in WSW, Südspitze der grofsen Insel in S0*/40. Der Ankerplatz hatte 
bei 13m Tiefe guten Sandgrund ohne Steine. Das Kanonenboot lag hier bei 
bald eintretendem frischem NW-Wind mit schwerem Regen in Lee von Kinfahrts- 
Insel schr gut, Für Schiffe, welche nur kurze Zeit in Apamama verbleiben 
wollen, resp. welche keinen Westwind zu erwarten haben, ist der Ankerplatz 
in der Passago ausreichend sicher, und hat derselbe den Vorzug, dafs man den 
schwierigen Weg in die Lagune vermeidet, bei welchem man sich allein auf die 
Anweisungen des Lotsen verlassen muls. 
Auf der Reise nach den Marshall-Inseln wurde am 9, Januar die Insel 
Makin gesichtet und die Lage der Westspitze in 3° 32,6‘ N-Br und 172° 59,4‘ O-Lg 
bestimmt. Auf der ganzen Fahrt lief die Strömung in östlicher Richtung in 
ainer durchschnittlichen Stärke von 30 Sm in 24 Stunden, 
4. Marshall - Inseln. 
Jaluit.!‘) Zum Einlaufen in die Lagune wurde die SO-Passage benutzt. 
Die Passage-Inseln sind, wie von S. M, S. „Ariadne“ angegeben (Annalen 1879), 
leicht zu finden. „Hydne“ lief ohne Lotsen ein; derselbe kam erst an Bord, 
nachdem die Einfahrt fast passirt war. 
Zur Einsteuerung in die Einfahrt und für die Einfahrt selbst wurden die 
Angaben des Kapt. Jacob Witt („Ann. d. Hydr, ete.“, 1881) benutzt und die- 
selben als durchaus gut und richtig befunden. Zu verweisen ist nur nochmals 
auf die genaue Einhaltung der in Betreff des Stromes angegebenen Weisungen; 
auch sollten einlaufende Schiffe nicht zu langsam gohen (6—7 Kn haltend), da 
der Strom recht stark quer zur Passage setzt. 
*) S. „Ann. d. Hydr. ete,“, 1882, par, 147.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.