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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

aß 
Die Katastrophe in der Sunda-Strafse 
ersten grofsen Welle in einem Theil der vorerwähnten Plätze am Indischen 
Ocean eine gute Uebereinstimmung mit den aus diesem Ocean bekannten Wasser- 
tiefen ergeben würde. 
Die von General - Lieutenant R. Strachey errechneto Durchschnitts- 
geschwindigkeit der Luftwelle aus den Barometerkurven von Valencia, Coimbra, 
Armagh, Falmouth, Glasgow, Stonyhurst, Aberdeen, Kew, Greenwich, Paris, 
Brüssel und St, Petersburg beträgt für die westwärts gewanderte Welle einen 
(Grad des gröfsten Kreises in 0,1026 Stunden oder 1082 km per Stunde, und die 
Abgangszeit von Krakataw berechnet sich danach auf 9* 32" a. m. d. 27. August, 
was also eine Differenz von ungefähr 2 Stunden gegen die obige Zeit giebt. 
Dafs in Süd-Georgien und Europa eine verschiedene Luftwelle registrirt 
sein sollte, ist bei dem Hervorragen dieser ersten Welle vor den sonstigen 
Barometeroscillationen nicht gut denkbar. Obwohl man aus den immerhin nicht 
ganz geringen Unterschieden in der Greenwich-Zeit der Registrirungen der 
einzelnen von Hrn. Strachey diskutirten Wellen — welche Unterschiede sich 
auch durch eine Korrektur für die verschiedenen Wegelängen nicht ganz fort- 
bringen lassen — vielleicht schliefsen darf, dafs die Uhren der verschiedenen 
Barographen keineswegs so genaue Zeit gezeigt haben, als man dies bei wissen- 
schaftlichen Aufzeichnungen erwarten müfste, erklärt auch dies schwerlich die 
Differenz, da die genaue Zeit der Uhr auf Krakatauw verbürgt sein soll und bei 
dem Mittel der Europäischen Uhren der Fehler unmöglich sehr grofs sein kann. 
Unter diesen Umständen ist cs denkbar, dafs die angenommene An- 
schwellung der Kurve des Süd-Georgien-Barometers nicht der von Ost wieder- 
kehrenden atmosphärischen Welle (IIT) entspricht. Legt man die nächstfolgende 
um 12 Uhr Mitternacht des 28, der Rechnuug zu Grunde, so erhält man eine 
Zwischenzeit von 35* 35", eine Geschwindigkeit von 1124 km in der Stunde 
und eine Abgangszeit von Krakatau um 10* 50” a, m. des 27. August. 
Das östlich die Erde umkreisende Wellenpaar II und IV giebt nach den 
Barometern der Europäischen Stationen einen guten Anhalt für die Geschwin- 
digkeit dieser Welle, welche nach Strachey im Durchschnitt 35* 17” zur 
Umkreisung der Erde brauchte, woraus eine Geschwindigkeit von 1133 km pro 
Stunde resultirt und eine Abgangszeit von Krakatau um 9% 13” d. 27. August. 
Um auch für die Süd-Georgien-Kurve dieso Rechnung aufzustellen, mufs 
man versuchen, die Wellengipfel II und IV in derselben festzustellen. Die 
Gipfel selbst kennzeichnen sich nicht sonderlich, weshalb man die Thäler zur 
Auffindung mit heranziehen muß. Das tiefste Thal in der Gegend der Welle II 
ist das um 13* 25” am 27. August. Es entsteht da die Frage, ob der Wellen- 
gipfel westlich oder östlich vom Thal zu suchen ist. Dürfte man annehmen, 
dafs die Welle bei ihrem Entstehen in Krakatau unsymmetrisch gestaltet war, 
d. bh. mit nur einem tiefen Thal und zwar an der Ostseite gelegen, weil alle 
Gipfel der Welle I auf den Barometerkurven es so zeigen, dann mülste dies 
Thal bei der von Ost kommenden Welle I später eintreffen, also rechts vom 
Gipfel liegen, bei der von West kommenden Welle II hingegen früher eintreffen, 
also links vom Gipfel liegen. Unter dieser Voraussetzung würde der ent- 
sprechende Wellengipfel vermuthlich der um 14®* 50” in der Süd-Georgien- 
Kurve aufgezeichnete sein, welcher nebenbei auch das höchste Ansteigen des 
Barometers in diesen Kurventheil markirt. Sucht man in gleicher Weise den 
Gipfel IV mit Thal links auf, so wird man auf die Anschwellung um 3* 30” 
am 29. August geführt. 
Mit diesen beiden Gipfeln erhält man für cine Zwischenzeit von 36* 40" 
die Wellengeschwindigkeit von 1090 km pro Stunde und eine Abgangszeit der 
Welle von Krakatau von 10* 55”, also gute Uebereinstimmung mit der obigen 
Zeit von 10 50", 
Es läfst sich nun auch aus den Ankunftszeiten der Wellengipfel 1 und II 
die Anfangszeit der Woge berechnen, wenn man auf die Geschwindigkeit der 
Welle II-- IV eine Reduktion gemäfs der Geschwindigkeit der Welle I—II anbringt. 
Man erhält auf diesem Wege als Abgangszeit der Welle von Krakatau 
104 49” des 27. August Vormittags. 
Wir haben also die drei Zeiten: 10* 50", 10" 55” und 10% 49" und als 
Mittel 10* 51”, also eine recht befriedigende Uebereinstimmung mit der letzten 
Indieirung des Gasmessers in Batavia.
	        
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