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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

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Die Katastrophe in der Sunda-Strafse. 
Sunda Strafse und Süd-Georgien, welcher über die Mac Donalds-Inseln geht und 
später den südlichen Polarkreis streift, kommt man dann zwar zunächst über 
ein Lothungsgebiet, bald, d. h. von der Mac Donald-Gruppe au, hören aber 
wiederum alle Lothungen auf, 
Sind die Tiefenangaben auf dem Wege nach Süd-Georgien zu lückenhaft, 
so wäre vielleicht noch der Versuch zu machen, aus den Ankunftszeiten der 
Wogen an anderen Plätzen des Indischen Oceans, und zwar solcher Wogen, 
welche mehr ausgelothete Meeresräume durchwanderten, die Abgangszeiten 
festzustellen. Es bietet sich in der Beziehung eine werthvolle Arbeit des Majors 
W. Baird vom Indischen Vermessungsamt, in welcher die nach Negapatam, 
Point de Galle und Aden gelangte und daselbst von selbstregistrirenden Fluth- 
messern aufgezeichnete grofse Woge diskutirt und ihre Bewegung mit der in 
Mauritius und Port Elisabeth eingetroffenen verglichen worden ist. K£inen Auszug 
aus dieser Arbeit veröffentlicht und bespricht Generallieutenant T, Walker in 
den „Proceedings of the Royal Society“, Vol. XXXVI, No. 229. Das Resultat 
der Berechnungen ist, dafs, wenn die Weile Krakatau um 10* a. m. am 27, August 
verlassen hat, sie den Ocean mit den nachfolgend gegebenen Geschwindigkeiten 
(von englischen stat. miles in Seemeilen umgerechnet) passirt hat: 
Negapatam 309 Sm | Mauritius 406 Sm 
Point de Galle 345 Port Elisabeth 406 
Aden 323 | 
Es wird an dies Ergebnifs die Bemerkung geknüpft, dafs die Geschwindig- 
keit der Welle nach Mauritius und Port Elisabeth auf Grund der Airy’schen 
Formel einer Oceantiefe von 15000 Fufs entspricht, welche der aus den 
Lothungen bekannten nahe käme. 
Berechnet man sich indefs für die gegebenen Geschwindigkeiten nach 
der erwähnten Formel die entsprechenden Oceantiefen und vergleicht diese mit 
den thatsächlichen Lothungen, so kommt man doch keineswegs zu einem be- 
friedigenden Resultat. 
Im Folgenden sind die danach theoretisch berechneten ungefähren Tiefen 
(abgerundet) mit den ungefähren mittleren Tiefen nach den Lothungen in Metern 
zusammengestellt. 
theor. ber. ungef. durchschn. theor. ber. ungef. durchschn. 
Tiefe Loth.-Tiefe Tiefe Loth.-Tiefe 
Negapatam 2610 4400 Mauritius 4450 4200 
Point de Galle. 3230 4800 Port Elisabeth 4450 4600 
Aden 2820 4100 
Wennschon diese Berechnungen durchaus keinen Anspruch auf Genauig- 
keit machen und machen können, weil die Lothungen viel zu spärlich vorhanden 
sind, geht doch so viel aus der Zusammenstellung hervor, dafs es schwerlich 
ein und dieselbe Welle ist, deren Ankunfts- und Abgangszeit Herr Major Baird 
bei den Berechnungen einerseits der Stationen Negapatam, Point de Galle und 
Aden, andererseits der Stationen Mauritius und Port Elisabeth als Grundlage 
genommen hat. 
Es ist daher unsererseits noch ein anderer Versuch gemacht worden, 
durch Berechnung der Wellengeschwindigkeit und der entsprechenden Meeres- 
tiefe für die Wellenwege nach einer Anzahl von Stationen die am meisten 
wahrscheinliche Abgangszeit der respektiven Wellen zu ermitteln. Dabei wurde 
davon ausgegangen, dafs die Wellen zu einer der Zeiten in der Sunda Strafse 
entstanden sein müssen, die nach den Angaben von Ort und Stelle bezw. nach 
den Indieirungen des Gasindikators von Batavia sich durch heftige Wasser- 
bezw. Luftbewegungen besonders kenntlich gemacht haben. Wie eingangs 
hervorgehoben, sind dies die Zeiten am 26. August Abends 6 Uhr, am 27. August 
Morgens 5* 35” und Vormittags 10 5”, Die folgende Tabelle giebt die 
errechnete Wellengeschwindigkeit und die theoretisch ihr entsprechende Wasser- 
tiefe,!‘) sowie zum Vergleich damit die aus den lückenhaften Lothungen ab- 
geleitete ungefähre Wassertiefe in abgerundeten Zahlen: 
1) Die Tiefe ist nach abgekürzter Formel errechnet, weshalb die theoretischen Tiefen 1/4 bis 
/s Procent zu gering sind.
	        
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