Eingänge von meteorologischen Journalen ete., September 1883.
„Urania“ gewechselt und am 19. Juni hatte dasselbe wieder in 5,4° S-Br und
18,9° W.Lg zwischen „Joseph Haydn“ und „Undine“ stattgefunden.
Um den zwischen 7° N-Br in 26° W-Lg und 10,3° N-Br in 29° W-Lg
liegenden Stillengürtel zu überschreiten, waren für „Joseph Haydn“ nahezu
51/2 Tage erforderlich. Am 3. Juli gelang es, den in der Nähe des letzteron
Punktes einsetzenden NE-Passat zu erreichen, der später zwischen 13° und
21,5° N-Br am frischesten wehte und dessen Gebiet sich bis nach 30° N-Br
hin ausdehnte. Den letzten Theil der Reise legte „Joseph Haydn“ bei west-
lichen und östlichen Winden zurück. Dieselben führten die Bark bis zum
3. August in Sicht der Lizard-Thürme. Es waren dann 141 Tage nach dem
Antritt der Reise verflossen. Während der 41 im Nordatlantischen Occan ver-
brachten Tage war: 10° N-Br in 28,8° W-Lg am 2. Juli, 20° N-Br in 34,8°
W-Lg am 7. Juli, 30° N-Br in 40,4° W-Lg am 14. Juli und 40° N-Br in
36° W-Lg am 21. Juli geschnitten worden. Der Mitsegler „Undine“ war nach
Lizard am 2. August gelangt, und die von Iquique kommende Hamburger Bark
„Martha“, mit welcher „Joseph Haydn“ am 17. Juli in 33,5° N-Br und 39,4° W-Lg
Signale ausgewechselt, und die den Acquator in 32,3° W-Lg am 23. Juni ver-
lassen hatte, erreichte den Kanal am 4. August.
Reise des eisernen Bremer Vollschiffes „Arecturus‘“, Kapt. A. Samme.
Das auf-einer Reise von Cardiff nach Singapore begriffene Vollschiff
„Arecturus“ befand sich am 15. August 1883 in 50° N-Br und 7,2° W-Lg. Einen
Tag früher hatte in geringer Entfernung von diesem Punkte die nach dem-
gelben Hafen bestimmte Bremer Bark „Willy Rickmers“ gestanden, und segelten
dann später beide Schiffe für längere Zeit unter ähnlichen, schon anderweitig
erwähnten Verhältnissen südwärts. Am 24, August Mittags, als „Arcturus“
sich in 31,1° N-Br und 18,5° W-Lg befand, stand der Mitsegler gleichzeitig in
31,8° N-Br und 19,9° W-Lg. Von dieser Zeit ab trennten sich die Wege der
beiden Schiffe; das hölzerne schlug den westlich von der Kap Verde-Inselgruppe
nach Süden führenden Weg ein, während das eiserne für die östlicher liegende
Route steuerte. Als „Arcturus“ auf letzterer am 31. August nach 13° N-Br in
21,9° W-Lg gelangt war und dort den Stillengürtel betrat, befand sich gleich-
zeitig „Willy Rickmers“ in 13,1° N-Br und 26° W-Lg. Bei diesem Schiffe
endete der Passat einen Tag später, als es nach 12° N-Br in 26,4° W-Lg vor-
gerückt war. Bis soweit hatte das die östliche Route verfolgende Schiff nichts
gewonnen. Erst bei der Ueberschreitung der südlich vom Passatgebiete von
beiden Schiffen angetroffenen anhaltenden Mallung verlor das westlicher stehende.
Am Mittag des 6. September, als beide Mitsegler in eine mehrere Wachen an-
haltende Stille geriethen, stand „Arcturus“ in 7,4° N-Br und 19,4° W-Lg,
während „Willy Rickmers“ sich in 8,1° N-Br und 24,2° W-Lg befand. Bei
dem eisernen Schiffe stellte sich nun aber noch an demselben Tage der frische
SW-Monsun ein, während das hölzerne diesen Wind erst am 7. September
unweit 7,9° N-Br und 24,1° W-Lg antraf. „Arcturus“ segelte bei dem frischen
SW-Winde über B. B.-Bug, bis man am 9. September nach 4° N-Br in 15,4° W-Lg
gelangt war, während „Willy Rickmers“ einen Tag später in 4,4° N-Br und
20,3° W-Lg über St. B.-Bug gelegt wurde. Am 11. September, etwa 20 Stunden
früher als „Willy Rickmers“ es in 26,6° W-Lg that, ging „Arcturus“ in 20,8°
W-Lg von der nördlichen zur südlichen Halbkugel über. Um dahin von
50° N-Br her zu gelangen, waren 27 Tage erforderlich gewesen. Während
dieser Zeit hatte man: 40° N-Br in 14° W-Lg am 21. August, 30° N-Br in
18,5° W-Lg am 24. August, 20° N-Br in 21° W-Lg am 28, August und 10° N-Br
in 20,2° W-Lg am 3. September gekreuzt. Die zwischen 50° N-Br und 10° N-Br
liegende Strecke war von „Arcturus“ in 19 Tagen, von „Willy Rickmers“ in
21 Tagen zurückgelegt worden. Um von 20° N-Br aus die Linie zu erreichen,
waren für das eiserne Schiff 14 Tage und für das hölzerne 15 Tage erforderlich
gewesen,
Im Südatlantischen Ocean endete der SE-Passat am 20. September
nahezu gleichzeitig bei beiden Schiffen. Bei „Areturus“ in 20,9° S-Br und
25,1° W-Lg, wie bei dem sich in 18,5° S-Br und 30° W-Lg befindenden Mit-
segler. Auch südlich vom Passatgebiet trafen beide Schiffo angenähert die-
selben Verhältnisse: bei denselben segelte „Arcturus“ bis zum 1. Oktober zu
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