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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

Vergleichende Uebersicht etc, März 1884 
A 
Vergleichende Uebersicht der Witterung des Monats März 1884 
in Nordamerika und Centraleuropa. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,) 
Nach der „Monthly Weather Review“ des „Signal Office“ in Washington 
und der von der Deutschen Seewarte herausgegebenen Uebersicht der Witterung 
stellen wir im Folgenden die Hauptzüge im Witterungs-Charakter des Monats 
März 1884 in Nordamerika und Centraleuropa einander gegenüber. 
Nordamerika. 
1. Beträchtliche Anzahl und lange 
Bahnen der barometrischen Depressio- 
nen, deren vier vom Stillen bis zum 
Atlantischen Ocean verfolgt werden 
konnten. Die letzte von diesen bewirkte 
zerstörende Tornados und Hagelstürme 
am .25. An der Pacifischen Küste, 
so wie bei Washington, war eine 
südöstliche, sonst eine nordöstliche 
Richtung der Fortpflanzung vorwaltend. 
— Die Maxima bewegten sich meist 
yon Manitoba nach Ost und Südost. 
2. Gleichmäfsigkeit der Monats- 
mittel des Luftdruckes, welcher im 
Norden höher, im Süden tiefer als 
gewöhnlich war, in Florida und Dakota 
am höchsten (bis 765mm), an den 
Mündungen des Oregon und St. Lorenz- 
Stromes am tiefsten (760mm). Die 
Schwankungen waren am gröfsten 
(35mm) am Oberen See. 
3. Infolge dieser Druckvertheilung 
ziemlich unbestimmte Windverhält- 
nisse, mit Ausnahme entschiedenen 
Vorwaltens der NW-Winde im nörd- 
lichen Theile der Atlantischen Küste, 
Unter den Stürmen des Monats waren 
ganz besonders bemerkenswerth die 
Tornados am 25., welche in Ohio, 
Kentucky, Tennessee, Carolina und 
Georgia grofsen Schaden anrichteten. 
4. Die anomalen Regenverhältnisse 
an der Pacifischen Küste, deren nörd- 
licher Theil weniger als die Hälfte, 
deren südlicher etwa das Vierfache 
der normalen Menge, streckenweise 
noch mehr, erhielt. Im Osten waren 
die Abweichungen geringer, im Streifen 
Louisiana — Alleghanies — Virginien 
betrug die Monatssumme mehr als 
100 mm. Schneestürme brachten im 
Norden vielfach  Verkehrsstörungen. 
Dieausgedehnten Ueberschwemmungen 
am unteren Mississippi dauerten fort und 
aahmen zum Theil bis in den April zu. 
Centraleuropa. 
1. Die grofse Häufigkeit der Ge- 
biete hohen Luftdruckes (besonders 
in Nord- und Osteuropa), in welchen 
der Luftdruck zeitweilig die Höhe 
von 780mm überschritt, und welche 
im allgemeinen durch eine auffallende 
Gröfse des centralen Theiles sich aus- 
zeichneten. — Die Depressionen waren 
ziemlich zahlreich, aber wenig tief, 
und verweilten vorzugsweise in der 
Nordwesthälfie Europa’s und im 
Mittelmeergebiete. 
2. Der im Osten und Norden von 
Centraleuropa um etwa 4—5mm zu 
hohe mittlere Luftdruck, bei nahezu 
normaler Höhe im Westen. Die Monats- 
schwankung des Barometers betrug 
in ganz Centraleuropa nur etwa %/s 
der normalen. 
3. Die ungewöhnliche Seltenheit 
stürmischer Luftbewegungen in ganz 
Europa. Die vorherrschenden Winde 
waren. im nördlichen Centraleuropa 
NE bis S oder E bis SW, im süd- 
lichen Centraleuropa W bis N. 
4. Die Geringfügigkeit der Nieder- 
schläge, deren Monatssumme im Nor- 
den etwa 80 °o, im Süden nur 60 °% 
der normalen Menge betrug, 
7%
	        
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